RPR1.Live-Blog: Hochwasserkatastrophe in RLP

Die schwere Flutkatastrophe im Norden und Westen von Rheinland-Pfalz hat das Land in eine Schockstarre versetzt. Im RPR1.Live-Blog informieren wir euch über den aktuellen Stand und bündeln wichtige Hinweise für die Bevölkerung.

Aktuelle Geschehnisse im Live-Blog

Die Wassermassen gehen allmählich im Land zurück. Nur nach und nach wird so das Ausmaß der unvorstellbaren Zerstörung deutlich. Im untenstehenden Live-Blog informieren wir euch zu den aktuellen Geschehnissen rund um die Hochwasserkatastrophe in RLP.

 


RPR Hilft e.V.: So kannst du den Flutopfern helfen

RPR Hilft e.V.: Spendenkonto für Flutopfer eingerichtet

Facebook-Gruppe: Hilfsnetzwerk für Flutopfer


 

 

 

RPR1.LIVE-TICKER

 

Dienstag, 27.07.:

12:10 Uhr: Olympiasiegerin Ricarda Funk widmet die Goldmedaille den Flutopfern. Das erste deutsche Olympiagold in Tokio war für die Kanutin Ricarda Funk, nach ihrem Sieg im 25-Meter-Parcour, gleich doppelt emotional: Die 29-Jährige aus Bad Neuenahr-Ahrweiler, widmet den Sieg den Opfern der Flutkatastrophe.

07:13 Uhr: Laut einer Schätzung hat die Flutkatastrophe im Ahrtal bei den dortigen Unternehmen Sachschäden von mehr als einer halben Milliarde Euro angerichtet. Ein großer Anteil der geschätzten Schadenssumme von etwa 560 Millionen Euro entfalle auf Gebäude, aber auch Maschinen, Werkzeug und zerstörte Ware seien bei der Schätzung berücksichtigt, teilten die Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Handwerkskammer (HwK) Koblenz mit. 

05:52 Uhr: Nach der Flutkatastrophe im Ahrtal werden viele Tiere ins Tierheim gebracht. Viele Tierbesitzer*innen wenden sich an das Tierheim und den Tierschutzverein Kreis Ahrweiler, um ihre Tiere vorübergehend in Pflege zu geben. Sie möchten ihre Tiere in Sicherheit wissen, solange sich ihre Wohnsituation derzeit öfter wechselt. Unter den abgegebenen Tieren sind aber auch Fundtiere, die von Helfern oder Nachbarn entdeckt würden, sagte die Leiterin des zuständigen Tierheims in Remagen im Kreis Ahrweiler, Madeleine von Falkenburg. Neben Katzen und Hunden seien auch Schildkröten, Reptilien und Koi darunter.

 

Montag, 26.07.:

17:32 Uhr: Der Individualverkehr in den Bereichen Dernau, Rech und Bad Neuenahr-Ahrweiler bleibt bis zum 30. Juli 2021  weiterhin untersagt – Anwohner*innen und offizielle Einsatzkräfte sind ausgenommen, teilte die ADD mit. In der Zeit von 10.00 bis 18.00 Uhr dürfen nur Berechtigte in diese Orte mit einem Fahrzeug einfahren. Berechtigt sind Anwohner*innen, Einsatzkräfte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Verwaltungsbehörden und der Müllabfuhr. Als Einsatzkräfte gelten auch Mitarbeiter*innen von Unternehmen, die Aufgaben zur Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung der kritischen Infrastruktur und der unverzichtbaren Versorgung der Bevölkerung (z.B. Wasser, Strom, Lebensmittel und Medikamente) wahrnehmen. Als Maßnahme der Müllabfuhr gilt auch die Leerung und Wartung von chemischen Toiletten und Duschkabinen. 

16:47 Uhr: Der Krisenstab in Ahrweiler hat erste Erfolge gemeldet. Am Sonntag sei die doppelte Menge an Müll aus der Krisenregion um Bad Neuenahr-Ahrweiler gebracht worden, nachdem der private Verkehr eingeschränkt worden sei, sagte die Leiterin des Stabs, Begoña Hermann, am Montag. Zudem stehe jetzt ein Brückenkonzept, das nach und nach umgesetzt werde. Es sehe zunächst vor, die bisherigen drei Notbrücken in Rech, Liers und Insul durch provisorische Brücken zu ersetzen. Und: Die Post werde in weiten Teilen wieder zugestellt.

15:23 Uhr: Die Zahl der Vermissten im Ahrtal hat sich von 149 auf 74 Fälle praktisch halbiert. Gelungen sei dies nach Untersuchungen der Polizei teils in Zusammenarbeit mit Kollegen in anderen Bundesländern und in Nachbarstaaten, teilte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Montag in Bad Neuenahr-Ahrweiler mit.

14:40 Uhr: Nach Ansicht von Bundesinnenminister Horst Seehofer sollte der Bund nicht die Verantwortung für den Katastrophenschutz an sich ziehen. Nach der verheerenden Unwetterkatastrophe in Westdeutschland soll die Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen beim Katastrophenschutz besser werden. Die im Katastrophenfall notwendigen Entscheidungen müssten weiter vor Ort getroffen werden, ein Eingreifen in die Kompetenzen von Ländern und Kommunen wäre der falsche Weg, sagte der CSU-Politiker am Montag im Bundestag vor einer Sondersitzung des
Innenausschusses. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) solle lediglich eine stärkere koordinierende Rolle übernehmen, betonte der Minister. "Das BBK wird künftig ein Kompetenzzentrum", darauf habe sich die Innenministerkonferenz von Bund und Ländern bereits vor den Überflutungen im Westen Deutschlands geeinigt.

13:10 Uhr: Das Polizeipräsidium Koblenz warnt aktuell vor Betrüger*innen, die sich in den Katastrophengebieten als Antragshelfer*innen ausgeben. Unter dem Vorwand der unbürokratischen Hilfe bei den Soforthilfen würden bei den Soforthilfe-Anträgen unterstützen und fragten nach personenbezogene Daten, darunter auch Kontodaten der Betroffenen vor Ort. Nach Auskunft der Kreisverwaltung Ahrweiler sind jedoch keine Beauftragen unterwegs, um derartige Hilfe bei der Antragsstellung zu leisten. Die Polizei rät, sich im Zweifel einen Dienstausweis zeigen zu lassen oder die Polizei zu informieren.

11:39 Uhr: Mehr als 3000 Haushalte im Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz haben bislang einen Antrag auf Soforthilfe des Landes gestellt. "Wir gehen davon aus, dass in der Mitte dieser Woche erste Auszahlungen erfolgen können", sagte ein Sprecher des Statistischen Landesamts in Bad Ems, das die Abwicklung der Anträge für den am schwersten betroffenen Landkreis Ahrweiler übernommen hat.

10:55 Uhr: Das technische Hilfswerk berichtet von Übergriffen gegen ehrenamtliche Helfer*innen in den Hochwassergebieten. Die Einsatzkräfte des THW seien beleidigt, mit Unrat beworfen und fotografiert worden sein. 
"Das sind Vorfälle, die ich in meiner Zeit beim Technischen Hilfswerk in 20 Jahren noch nicht erlebt habe", stellt die Vize-Präsidentin des THW, Sabine Lackner, fest. Zugespitzt habe sich die Lage am Samstagnachmittag, nachdem Sprinter Fehlinformationen über die Einsatzkräfte vor Ort verbreiten haben sollen. Die Polizei Koblenz prüft momentan die Übergriffe gegen die Helfer*innen vor Ort.

09:03 Uhr: Ruhige Nacht in den Hochwassergebieten in Rheinland-Pfalz - Das vom Unwetter verwüstete Ahrtal in
Rheinland-Pfalz ist in der Nacht zu Montag von neuen starken Regenfällen verschont geblieben. Probleme durch weitere
Unwetter habe es nicht gegeben. Die Aufräumarbeiten gingen am Montag weiter. Die Zahl der Toten durch das Hochwasser lag wie am Vortag bei 132, die der Verletzten bei 766. Weiterhin wurden noch 149 Menschen vermisst. Neue Zahlen sollen am Nachmittag mitgeteilt werden. Auch in Raum Trier gab es in der Nacht nach Angaben der Polizei keine Einsätze wegen Starkregens. 

07:15 Uhr: Bereits 2,5 Millionen Euro Soforthilfe ausgezahlt - Mehr als zwölf Millionen Euro für die Opfer der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz sind bislang auf dem Spendenkonto der Verwaltung des Landkreises Ahrweiler eingegangen. Durch die große Spendenbereitschaft der Bevölkerung habe man bereits in den ersten Tagen rund 2,5 Millionen Euro direkt auszahlen können, erklärte Landrat Jürgen Pföhler (CDU) am Sonntag in Bad Neuenahr-Ahrweiler: "Diese erste Soforthilfe des Kreises dient dazu, den durch das Hochwasser betroffenen Bürgerinnen und Bürgern kurzfristig Geld für lebensnotwendige Besorgungen zur Verfügung zu stellen." Pro Haushalt würden zwischen 1000 und 2000 Euro bereitgestellt.

06:23 Uhr: Aufräumarbeiten im Ahrtal werden weiter fortgeführt - Krisengebiet für Individualverkehr auch am Montag gesperrt. Seit Sonntag wird im Hochwasser-Katastrophengebiet an der Ahr tonnenweise Unrat abtransportiert. Unterstützt von Landwirten sollen Entsorgungsfirmen ihn auf Deponien bringen, wie die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) mitteilte. Sie untersagt Individualverkehr bis einschließlich Montag weitgehend, damit die Müllfahrzeuge freie Fahrt haben. Autofahrer müssen demnach auf der A61 mit Verkehrsbeeinträchtigungen rechnen. Freiwillige Helfer sollen auf Shuttlebusse ausweichen, um ins Krisengebiet zu gelangen. 

05:01 Uhr: Sondersitzung im Innenausschuss zu Katastrophenschutz: Nach der Unwetterkatastrophe kommt der Innenausschuss im Bundestag heute zu einer Sondersitzung zusammen. Neben möglichen Versäumnissen der Behörden wollen die Abgeordneten darüber sprechen, ob der Bund künftig mehr für den Katastrophenschutz tun sollte.

 

SONNTAG, 25.07.:

08:00 Uhr: Die vergangene Nacht ist in den Hochwassergebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen nahezu trocken geblieben. Das hat der Deutsche Wetterdienst mitgeteilt. Zuvor war vor Niederschlägen von bis zu 40 Litern pro Quadratmeter gewarnt worden.

Den besonders betroffenen Kommunen war angesichts des Regens ein Evakuierungsangebot gemacht worden. In den gefährdeten Gebieten Schuld, Insul, Dümpelfeld und Bad Neuenahr sollten die Menschen demnach mit Shuttle-Bussen zu einer Notunterkunft in Leimersdorf gebracht werden können.

 

SAMSTAG, 24.07.:

10:00 Uhr: Die Zufahrtswege ins Ahrtal sind komplett überlastet.

Die Polizei Koblenz richtet deswegen nochmals einen eindringlichen Appell an die Bevölkerung: Freiwilligen Helfer*innen sollten unbedingt fern bleiben. Die Rettungs- und Einsatzfahrzeuge kämen aktuell nirgends mehr durch.

 

07:55 Uhr: Infoflyer listet Notunterkünfte und Abfahrszeiten der kostenlosen Shuttlebusse.

Alle wichtigen Informationen für die Verbandsgemeinde Adenau gibt es auch hier. 

06:15 Uhr: Rheinland-Pfalz bereitet sich auf erneuten Starkregen vor. Der Katrastrophenschutz rechnet heute mit neuen Überschwemmungen im Kreis Ahrweiler. Weil die Kanalisation noch nicht funktionstüchtig sei und damit Oberflächenwasser nicht ablaufen könne, könnten vor allem in der Verbandsgemeinde Adenau Keller geflutet werden, heißt es in einem Infoflyer.

Betroffen sein könnten nach aktuellem Stand vor allem Schuld, Insul und Dümpfelfeld. 

Mit Wassermassen wie vergangene Woche rechnen die Behörden aber nicht. Dennoch hat das Land Notunterkünfte und kostenlose Shuttlebusse vorbereitet.

 

FREITAG, 23.07.

05:55 Uhr: Es wurden Servicepunkte für die Bevölkerung eingerichtet.

Die betroffene Bevölkerung hat die Möglichkeit an folgenden Anlaufstellen Informationen zur Versorgung, zur aktuellen Lage und wichtige Hinweise zu erhalten.

  • Ahrbrück OT Pützfeld: An den Märkten 2, Penny-Markt
  • Ahrbrück: Kesselinger Straße, Grundschule
  • Altenahr OT Kreuzberg: Kreuzberger Auel 4
  • Altenahr OT Altenburg: Kreuzberger Auel
  • Ahrbrück OT Brück: mobile Teams
  • Altenahr: Hotel Ruhland, Brückenstraße 6
  • Reimerzhoven: (Allrad erforderlich) Starke Zerstörung im Ort, Anfahrt sehr aufwendig
  • Mayschoß: Dorfstraße 66
  • Rech: Rotweinstraße / Im Bungert
  • Steinbergsmühle: Mobil im Raum unterwegs
  • Dernau: Römerstraße / Friedensstraße
  • Dorsel: Ahrstraße, Campingplatz Stahlhütte
  • Müsch: Ahrstraße / Kapellenstraße
  • Antweiler: Feuerwehrgerätehaus
  • Fuchshofen: Ortsmitte
  • Schuld: Hauptstraße an der Kirche
  • Insul: Hauptstraße 10
  • Dümpelfeld: Dorfmitte
  • Liers: Feuerwehrhaus
  • Hönningen: Kindergarten + Grundschule, Hauptstraße 73
  • Bad Neuenahr-A. – OT Marienthal Rotweinstraße 7, OT Marientahl
  • Bad Neuenahr-A. – OT Walporzheim Walporzheimer Straße 138
  • Bad Neuenahr-A. – OT Ahrweiler Mobil und als Fußstreife unterwegs
  • Bad Neuenahr-A. – OT Beul Kurgartenstraße / Ecke Mittelstraße
  • Bad Neuenahr-A. – OT Bad Neuenahr Jesuitenstraße / Ecke Hauptstraße
  • Bad Neuenahr-A. – OT Heppingen Martinusstraße 13 --> Landskroner Straße
  • Bad Neuenahr-A. – OT Heimersheim Grundschule Heimersheim
  • Im Bülland 8
  • Bad Neuenahr-A. – OT Lohrsdorf Mobil unterwegs
  • Sinzig OT Bad Bodendorf: Bäderstraße 48, Verpflegungsstelle
  • Sinzig: Mosaikweg 6 --> Dreifaltigkeitsweg Verpflegungs-Pavillon

Es sind jeweils Einsatzkräfte für direkte Anfragen vor Ort!

 

DONNERSTAG, 22.07.

15:35 Uhr: In Sinzig berührte die Ladefläche eines Muldenkippers die Hochspannungsleitung. Dadurch platzen die beiden Reifen der Baumaschine, was zu einem explosionsartigen Geräusch führte. Zwei Bauarbeiter erlitten durch den Unfall ein Knalltrauma. Ob eventuelle Schäden an der Hochspannungsleitung hinterlassen wurden, wird momentan geprüft. Das explosionsartige Geräusch ist allerdings nur auf geplatzte LKW-Reifen zurückzuführen. Das teilte das Polizeipräsidium Koblenz mit.

11:20 Uhr: 

11:00 Uhr: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) bestätigte gerade in der Sondersitzung des Landes Rheinland-Pfalz zur Hochwasserkatastrophe, dass die bestätigte Anzahl der Todesopfer auf 128 gestiegen ist. 

07:20 Uhr: Rheinland-Pfalz hat ein Sonderförderprogramm für die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung im  Katastrophengebiet aufgelegt. Damit könnten Kommunen in den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Regionen sofort mit dem Wiederaufbau beginnen, teilte das Klimaschutzministerium am Donnerstag mit. Kosten entsprechender Investitionen können vom Land übernommen werden, das dafür 20 Millionen Euro bereitstellt.

00:21 Uhr: Die Zahl der Menschen, die bei der Flutkatastrophe im Kreis Ahrweiler ums Leben gekommen sind, hat sich von 123 auf 125 erhöht, wie Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Abend auf dem Nürburgring berichtet. Insgesamt seien 764 Verletzte bisher behandelt worden. Noch immer werden 155 Menschen vermisst, so ein Polizeisprecher. Fast 42.000 Menschen seien von der Katastrophe betroffen.

 

MITTWOCH, 21.07.

18:10 Uhr: Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat am Mittwochabend die vielen Helfer*innen und Einsatzkräfte am Nürburgring besucht.  "Sonst ein Anziehungspunkt für Motorsportfreunde aus aller Welt ist der Nürburgring in dieser Hochwasserkatastrophe zu einem beispiellosen Ort der Hilfe und Solidarität geworden.“ Die Rennstrecke in der Eifel dient im Moment als zentrale Koordinierungsstelle des Hilfseinsatzes im Hochwassergebiet.

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Bild:  RPR1.

 

14:25 Uhr: Das Trierer Gesundheitsamt warnt alle Helfer*innen zu vorsichtigem Umgang mit dem Wasser in den Hochwassergebieten. Da mehrere Kläranlagen überflutet wurden, könnte das Wasser mit Darmbakterien oder Viren verseucht sein. Besonders sei in Kordel und Trier-Ehrang Vorsicht geboten. Außerdem wird gemahnt, dass keine Kinder im Überschwemmungswasser spielen oder baden sollten. 

13:40 Uhr: Nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen plant Deutschland Änderungen am Frühwarnsystem. Unter anderem sollen dann Nutzer*innen eine Kurznachricht auf das Handy geschickt bekommen. Die Weichen für die Änderungen will der Bund noch vor der Wahl im September stellen.

13:00 Uhr: Das Land verdoppelt die Soforthilfen des Bundes: Im Bundeskabinett wurden heute finanzielle Hilfen für die betroffenen Regionen verdoppelt. Insgesamt stellt der Bund 200 Millionen Euro zur Verfügung, die als Soforthilfe genutzt werden. Den Betrag, den Rheinland-Pfalz aus diesem Pool erhält, verdoppelt das Land noch einmal. 
„Die Verwüstung durch die Flutkatastrophe in den betroffenen Regionen im nördlichen Rheinland-Pfalz ist unfassbar. Tausende Menschen haben alles verloren und stehen vor dem Nichts. Die Schäden an der gesamten Infrastruktur sind noch gar nicht zu beziffern. Der Hilfsbetrag des Bundes wird durch das Land verdoppelt werden. Die Soforthilfen dienen zur unmittelbaren Beseitigung von Schäden an Gebäuden und Infrastruktur sowie zur Überbrückung von Umsatzausfällen und Notlagen", erklärt Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Finanzminister Doris Ahnen.

11:38 Uhr: Die Online-Plattform „Fluthilfe“ dient der Vermittlung zwischen Hilfesuchenden und Hilfeanbietenden. Bürger*innen können Angebote einstellen, die bei der Bewältigung der Katastrophe unterstützen, beispielsweise Sachspenden wie Kleidung oder Haushaltsgegenstände, Arbeitsmaterialien, Transport- oder Logistikmöglichkeiten sowie Angebote für Unterkünfte. Betroffene haben die Möglichkeit anzugeben, woran es ihnen fehlt. Dadurch ist eine passgenaue Unterstützung möglich. 

Zur Plattform

11:30 Uhr: Der südliche Teil des Weinorts Rech mitsamt 400 Bewohner*innen und Helfer*innen war nach der Hochwasserkatastrophe bislang komplett abgeschnitten und konnte lediglich aus der Luft oder mit Booten beliefert werden. Um Rech wieder anzubinden, bauen die Einsatzkräfte der Bundeswehr eine Behelfsbrücke, die ab Mittwochmittag von Autos befahren werden kann.

00:30 Uhr: Die Zahl der Toten steigt auf 122. Noch immer werden 155 Menschen vermisst. Es gibt 763 Verletzte.

 

DIENSTAG, 20.07.

20:15 Uhr: Die Landesregierung um Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat Soforthilfen für die Betroffenen der Hochwasser-Katastrophe in RLP beschlossen. Pro Haushalt werden bis zu 3.500 Euro gezahlt.

14:18 Uhr: Nach Angaben der Polizei geben sich in den rheinland-pfälzischen Katastrophengebieten Rechtsextremisten als „Kümmerer vor Ort“ aus. „Wir haben die Lage in Bezug darauf genauestens im Blick (...)“, schrieb die Polizei Koblenz am Dienstag auf Twitter. Polizeiliche Maßnahmen bräuchten allerdings immer eine Rechtsgrundlage. So lange nicht gegen geltendes Recht verstoßen werde, habe die Polizei keine Handhabe. Die Polizei schrieb weiter: „Wir werden in Abstimmung mit der technischen Einsatzleitung mit aller Entschiedenheit gegen Menschen einschreiten, die unter dem Anschein von Hilfe die Lage für politische Zwecke missbrauchen.“

12:00 Uhr: Die Polizei hat vor falschen Durchsagen im Katastrophengebiet im Norden von Rheinland-Pfalz gewarnt. Es lägen Informationen vor, wonach dort Fahrzeuge mit Lautsprechern unterwegs seien, die polizeilichen Einsatzfahrzeugen ähnelten, teilte die Polizei in Koblenz am Dienstag mit. Mit diesen werde "wahrheitswidrig" verbreitet, dass die Zahl der Einsatzkräfte verringert werde.

"Das ist eine Falschmeldung", betonte die Polizei in der Mitteilung. "Die Polizei reduziert die Anzahl der Einsatzkräfte nicht und befindet sich weiterhin ohne Unterbrechung im Katastrophengebiet."

08:13 Uhr: Der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA in Koblenz und die Koblenzer Verkehrsbetriebe bieten von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Menschen kostenlose Hotelübernachtungen an. Die Hilfsaktion soll zunächst einen Monat lang laufen: Angesprochen seien sowohl Hotelbesitzer als auch Privatleute, die ein Gästezimmer frei haben, um Betroffene kostenlos übernachten zu lassen. Die Übernachtungsmöglichkeiten seien für Menschen gedacht, die längere Zeit nicht in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren könnten. 

06:00 Uhr: Die Koblenzer Verkehrsbetriebe haben nach eigenen Angaben einen täglichen Bustransfer für Helfer*innen in das Ahr-Krisengebiet eingerichtet. Abfahrt in Koblenz ist täglich um 9.30 Uhr, die Rückfahrt ist für 18 Uhr angesetzt. Alle Infos dazu HIER.

03:20 Uhr: Viele Menschen haben in den betroffenen Krisengebieten traumatische Erfahrungen gemacht. Für sie gibt es spezielle Angebote zur psychosozialen Unterstützung. Wer Hilfe braucht, kann hier 0800/0010218, hier 0800/5758767 oder hier 02691/9357519 anrufen.

 

MONTAG, 19.07.

20:13 Uhr: Die Bevölkerung wird dringend dazu aufgerufen, das Wasser der Ahr NICHT zu trinken oder zur Reinigung etwaiger Gegenstände zu nutzen. Das Wasser ist durch Heizöl, Abwasser sowie Schlamm und Unrat stark verunreinigt! Bitte sprechen Sie die Einsatzkräfte vor Ort auf verfügbares Trink- und Brauchwasser an.

8:50 Uhr: Die Polizei geht aktuell noch von 170 Vermissten im Kreis Ahrweiler aus. Das geht aus dem Abgleich von Vermisstenmeldungen hervor. Teilweise seien Personen mehrfach vermisst gemeldet worden. Die Zahl der Toten liegt bei 117. Davon wurden Heinz zufolge bislang aber erst 40 identifiziert. Es gibt 754 Verletzte.

16:00 Uhr: Der Bundesminister des Inneren, Horst Seehofer (CSU) besuchte Bad Neuenahr-Ahrweiler und verschaffte sich damit hautnah einen Überblick über die Katastrophenlage in Rheinland-Pfalz. "Das ist eine Ausnahmesituation, die wir auch bei aller Anstrengung vor Ort nur in einem großen nationalen Kraftakt bewältigen können", kündigte Seehofer an.
Zusammen mit der Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und dem rheinland-pfälzischen Innenminister Roger Lewentz (SPD) verschaffte sich der Bundesinnenminister einen Überblick über die laufenden Hilfsaktionen und stellte fest, dass Deutschland bezüglich des Katastrophenschutzes gut aufgestellt sei. Jedoch sollten nach einer solchen Tragödie weitere Verbesserungen in diesem Bereich angestrebt werden. 

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Quelle: picture alliance / dpa | Thomas Frey

 

12:45 Uhr: Der DRK-Blutspendedienst West, der Hauptversorger mit Blutpräparaten in den beiden von dem Unwetter und der Flutkatastrophe massiv betroffenen Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz schlägt Alarm! Gerade in den tendenziell blutspendefreundlichen Gebieten beider Bundesländer ist die Infrastruktur dermaßen geschädigt, dass dort auf absehbare Zeit keine Blutspendetermine durchgeführt werden können. Dies stelle ein erhebliches Problem dar, da es bereits seit längerem gravierend an Blutpräparaten fehlt. DRK ruft die Bevölkerung in beiden Bundesländern dringend dazu auf, Blutspendetermine wahrzunehmen und Blut zu spenden! So kannst du helfen!

11:00 Uhr: Der Nürburgring wurde am Wochenende kurzerhand in Deutschlands größte Sammelstelle für Spenden für die Opfer der Flutkatastrophe umfunktioniert. Vier Hallen sind voll mit Kleidung, Hygieneartikeln und Lebensmitteln. Es besteht aktuell ein Annahme-Stopp an Kleidungsspenden. Nun werden händeringend freiwillige Helfer*innen zum Sortieren der Sachspenden gesucht. Weitere Infos hier.

08:48 Uhr: Die Zahl der Todesopfer erhöht sich in Rheinland-Pfalz auf 117. 

07:45 Uhr: Dringender Appell, Sachspendenlager sind voll - bei aller Dankbarkeit bitten die Menschen vor Ort nun ausdrücklich um Geldspenden. Zum Beispiel via RPR Hilft e.V. (HIER LANG). 

Die Hilfsbereitschaft, so berichteten Kommunalpolitiker und Einsatzkräfte, sei enorm, sorge mittlerweile aber für neue Probleme. Die Sachspenden zu erfassen, zu sortieren und zu verteilen binde Kapazitäten.

07:45 Uhr: Tiere in Not? Wer verletzte oder offenkundig weggelaufene Tiere findet oder betroffen ist und nicht weiß, wie er seine Tiere versorgen kann, bitte bei Janine Fischer unter folgender Nummer melden: 0176-60726045.

06.00 Uhr: 116 Tote in RLP - knapp 750 verletzte Personen, weiterhin werden Menschen vermisst.

 

SONNTAG, 18.07.

18:54 Uhr: Nach der Flutkatastrophe ist das Impfzentrum in Grafschaft-Gelsdorf im Kreis Ahrweiler dauerhaft außer Betrieb. Alle vereinbarten Erst- und Zweitimpfungen können am Tag des Termins ohne weitere Anmeldung in einem der Nachbarimpfzentren wahrgenommen werden - etwa in Koblenz, Neuwied oder Lahnstein. Zudem wird an mobilen Impfungen im Kreis Ahrweiler gearbeitet - auch weil viele Arztpraxen wegen des Hochwassers wegfallen.

15:05 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel  hat bei ihrem Besuch in den vom Hochwasser schwer getroffenen Gebieten in
Rheinland-Pfalz schnelle Hilfe angekündigt. «Wir stehen an Ihrer Seite, Bund und Land», sagte sie am Sonntag in Adenau im Kreis Ahrweiler. Bund und Land würden Hand in Hand arbeiten, «um die Welt wieder Schritt für Schritt in Ordnung zu bringen in dieser wunderschönen Gegend».

Sie sei gekommen, um sich ein reales Bild von den surrealen, «gespenstischen Bildern» vor Ort zu verschaffen, sagte Merkel. «Die deutsche Sprache kennt kaum Worte für die Verwüstung, die hier angerichtet ist.»

Am kommenden Mittwoch werde die Bundesregierung ein Programm verabschieden für schnelle Hilfen, mittelfristige Aufgaben und zur Wiederherstellung der Infrastruktur, versicherte Merkel. Es gehe darum, schnell zu handeln, aber mit langem Atem.

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Bundeskanzlerin Merkel und Ministerpräsidentin Dreyer vor dem Rathaus in Adenau. Bild: RPR1.

 

11:55 Uhr: Der Hochwasser-Krisenstab im Kreis Ahrweiler bittet alle Helfenden für den Moment davon abzusehen, weitere Sachspenden in das Krisengebiet auszuliefern. Alle vorhandenen Lagerkapazitäten sind durch "Die überwältigende Hilfsbereitschaft" komplett ausgelastet, wie die Polizeidirektion Koblenz mitteilt.

09:40 Uhr: Die Polizei Trier warnt Helfer inständig davor, selbstständig in die betroffenen Gebiete zu fahren. Die B422 zwischen Trier-Ehrang und Kordel bleibt gesperrt. Helfer werden gebeten den Shuttleservice in Anspruch zu nehmen, der von der Schiffstraße in Trier-Hagen Helfer in die Flutgebiete fährt. 

05:55 Uhr: CDU-Kanzlerkandidat Laschet hat sich für eine viel kritisierte Szene beim Besuch des Hochwassergebiets Erfstadt entschuldigt. Er bedauere den Eindruck, der durch eine Gesprächssituation entstanden sei, twitterte der nordrhein-westfälische Landeschef. Das sei unpassend gewesen und es tue ihm leid. Während einer Rede von Bundespräsidenten Steinmeier in Erftstadt war Laschet im Hintergrund zu sehen- dabei lachte und scherzte er mit Begleiter*innen. 

05:00 Uhr:  Nach der Flutkatastrophe im Kreis Ahrweiler hat sich die Zahl der Todesopfer auf 110 erhöht.  Außerdem zählt die Polizei insgesamt 670 Verletzte. Auch heute soll die Suche nach Vermissten weitergehen. Mit Haubschraubern hatte die Polizei gestern noch einmal Luftaufnahmen von besonders schwer zugänglichen Gebieten gemacht. 

 

SAMSTAG, 17.07.

19:06 Uhr:  Die Zahl der bestätigten Todesopfer in Rheinland-Pfalz auf 98 gestiegen. «Es ist zu befürchten, dass noch weitere Todesopfer hinzukommen», sagte ein Sprecher der Polizei in Koblenz. Zudem waren der Polizei 670 verletzte Personen im Kreis Ahrweiler bekannt. Auch mehr als zwei Tage nach dem Unglück werden noch Menschen
vermisst. Über die genaue Zahl konnte der Sprecher keine Angaben machen. Rund 1300 Einsatzkräfte aus ganz Deutschland helfen vor Ort.

15:07 Uhr: Die Polizei in den besonders schwer zugänglichen Regionen im Raum Ahrweiler mit
Hubschraubern nach weiteren Opfern der Flut suchen. Das Gebiet werde in Sektoren eingeteilt, und es würden Luftaufnahmen gemacht, teilte die Polizei in Koblenz mit. Die Sektoren würden dann von Einsatzkräften systematisch abgesucht. Die Suche soll Sonntagabend bis zum Einbruch der Dunkelheit abgeschlossen sein. Über weitere Suchen werde dann entschieden.

13:10 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel  wird am Sonntag die vom Hochwasser betroffenen Gebiete in Rheinland-Pfalz besuchen. Das hat jetzt die Staatskanzlei in Mainz jetzt bestätigt. Wie die Bild berichtet, will sich die Kanzlerin in Schuld im Kreis Ahrweiler ein Bild vom Ausmaß der Flutkatastrophe machen.

11:15 Uhr: Update aus der Trierer Region: In Ehrang ist das Wasser soweit abgelaufen. Laut Stadt sind allerdings noch viele Keller voller Wasser, außerdem liegt überall Müll und Schlamm. Ca. 250 Einsatzkräfte sind aktuell vor Ort und helfen mit. Zwischenzeitlich waren dort auch viele Teams aus NRW und BaWü zur Unterstützung.

Im Kreis Trier-Saarburg, speziell in Kordel und entlang der Kyll und Sauer läuft heute auch das große Aufräumen, hier war  die Bundeswehr ebenfalle im Einsatz. Inzwischen "nur" noch Warnstufe 4 von 5. Keine Berichte über Vermisste oder Verletzte.

Die Vulkaneifel klagt auch heute Morgen noch über massive Telefon-/Internetprobleme.

Im Eifelkreis Bitburg-Prüm sind immer noch viele Straßen und vor allem Brücken gesperrt, auch hier wird vor allem aufgeräumt. Aktuelle Infos aus dem Kreis gibt es über den reaktivierten Twitter-Account:

 

10:00 Uhr: Dringender Hinweis der Polizei in RLP: „Warnung an alle Betroffenen im Katastrophengebiet: Gefahr vor freiliegenden Stromleitungen! Haltet großräumig Abstand und bringt Euch nicht in Gefahr! Unter Umständen können Stromleitungen auch noch aus mehreren Metern auch ohne direkten Kontakt lebensgefährlich sein!“

09:55 Uhr: Polizei Rheinland-Pfalz mit wichtigem Appell: „Haltet euch vom Katastrophengebiet fern! Nach wie vor sind viele Straßen im Kreis Ahrweiler gesperrt und teilweise unpassierbar! Ihr bringt Euch sonst selbst in Gefahr und blockiert Rettungswege!“

06:44 Uhr: Zahl der Todesopfer in Rheinland-Pfalz steigt auf 90, wie die Polizei in Koblenz mitteilt. Es sei zu befürchten, dass noch weitere hinzukämen. Insgesamt liege dem Polizeipräsidium die Meldung über 618 Verletzte vor. Auch diese Zahl könne sich noch weiter erhöhen.

02:33 Uhr: Ahrweiler für mehrere Wochen und Monate ohne Gasversorgung. Die Gasleitung sei komplett gerissen und zerstört. "Das heißt für die Bürger: kaltes Wasser, und wenn die Heizperiode kommt, auch kalte Wohnung", sagte der örtliche Energieversorger. "Die Lage ist wirklich dramatisch."

 

 

 


++++ Vermisstenhotline eingerichtet ++++

Inzwischen hat die Polizei eine Hotline für Angehörige eingerichtet, die Personen vermissen. Erreichbar ist die Telefon-Hotlinge unter der 0800 65 65 65 1. Desweiteren bittet die Polizei in Koblenz nach Mithilfe der Bewohner*innen des Kreis Ahrweilers, um die Suche nach den Vermissten voranzubringen. Videos oder Fotos, die Hinweise zu den vermissten Personen oder weiteren Todesopfern liefern können, sollen unter https:rlp.hinweisportal.de/ hochgeladen werden.


 

FREITAG, 16.07.

 

Die Geschehnisse der letzten Tage zusammengefasst