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Verwechslung nach Madeira-Unglück: Söhne bangten um falsche Mutter

Nach dem schrecklichen Busunglück Mitte April auf Madeira, bei dem 29 Menschen ums Leben kamen, hat es nach Rückholung der verletzten Opfer offenbar eine tragische Verwechslung gegeben.

Männer hielten Unbekannte für Stiefmutter

Wie der "Holsteinische Courier" und die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichten, kam es nach dem furchtbaren Busunglück auf Madeira, bei dem 29 Menschen – überwiegend aus Deutschland – gestorben waren, zu einer tragischen Verwechslung. Fünf Tage lang sollen zwei Männer aus Neumünster (Schleswig-Holstein) in Köln am Krankenbett einer fremden Frau, die sie für ihre schwer verletzte Stiefmutter hielten, gebangt haben.

Nach einem Zahnabgleich an den Todesopfern habe sich laut den Berichten jedoch herausgestellt, dass nicht nur der 80-jährige Vater der Männer bei dem Unfall ums Leben gekommen war, sondern auch ihre 67-jährige Stiefmutter.

 

Wie konnte so etwas passieren?

Die Frau, die im Kölner Krankenhaus schwer verletzt liegt, stammt nicht aus Neumünster sondern aus Hannover. Nach Angaben des vermeintlichen Sohnes war sie nach dem Busunfall in ein künstliches Koma versetzt worden. Als dann der Rücktransport von Madeira nach Deutschland mit einem Bundeswehr-Jet anstand, hätten Einsatzkräfte die Frau aufgeweckt und gebeten, mit Hilfe einer Buchstabentafel ihren Namen zu nennen. Dabei war es offenbar zum Missverständnis gekommen.

Gegenüber den Zeitungen schilderten die Stiefsöhne, dass die unbekannte Frau aus Hannover eine ähnliche Statur habe und durch ein entstelltes Gesicht schwer zu erkennen gewesen sei. "Es war nicht zu erkennen, dass das nicht unsere Mutter ist", erklärte einer der Männer aus Neumünster. Außerdem seien ihnen in der Klinik auch persönliche Dinge der Stiefmutter ausgehändigt worden, etwa das Portemonnaie und ihr Führerschein.

 

Kriminalpolizei überbrachte schreckliche Nachricht

Demnach wurden die Männer vergangenen Freitag von der Kriminalpolizei darüber informiert worden, dass es eine Verwechslung gegeben hatte. Ihre Stiefmutter sei bei dem Unfall ums Leben gekommen und zwischenzeitlich identifiziert worden.

Eine offizielle Bestätigung des BKA blieb bis Montagabend aus. Auch das Auswärtige Amt äußerte sich auf Anfrage der Zeitungen nicht zu der Verwechslung. Man arbeite bei der Aufarbeitung des Unfalls mit den portugiesischen Behörden zusammen, gebe aber keine Auskunft zu Einzelfällen, hieß es.

 

Quelle: dpa

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