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Gefährlicher Sekundenschlaf - so kannst du ihn verhindern

Einnicken am Steuer ist kein seltenes Phänomen. Immer wieder passieren so tödliche Unfälle auf deutschen Straßen...

Mehr Unfalltote als durch Alkohol

Noch ist es nicht endgültig aufgeklärt, aber es wird vermutet, dass der Unfall mit einem Flixbus auf der A9 bei Leipzig Mitte Mai durch Sekundenschlaf des Busfahrers verursacht wurde. Dabei starb ein Mensch, viele weitere wurden verletzt.

Es ist nicht die Ausnahme, dass Auto-, Bus- oder LKW-Fahrer am Steuer für ein paar Sekunden einnicken. Die Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) geht sogar davon aus, dass dadurch häufiger Unfälle tödlich enden als wegen Alkohol am Steuer. Aber wie kommt es überhaupt zum Sekundenschlaf? Unter anderem der "Stern" hat sich in einem aktuellen Artikel dem Thema angenommen.



 

Ursachen für Sekundenschlaf

Vermutlich fast jeder Autofahrer kennt die klassischen Anzeichen von Müdigkeit auf einer langen Fahrt. Wenn die Augen brennen, die Augenlider schwer werden, man permanent gähnen oder blinzeln muss und es einen plötzlich fröstelt, wird es höchste Zeit für eine Pause. Willentlich verhindern kann man das Einschlafen laut Wissenschaftlern nämlich nicht.

Als häufigste Ursachen für den Sekundenschlaf am Lenkrad gelten Schlafstörungen wie Schlafapnoe, ein unnatürlicher Rhythmus durch Schichtarbeit und Schlafmangel über einen längeren Zeitraum. Vor allem Pendler und LKW-Fahrer, die meist auf langen und immer den gleichen Strecken fahren, sind Risikogruppen.

 

Jeder Vierte schon mal eingenickt

Laut einer 2016 durchgeführten Kantar-Emnid-Umfrage unter 1000 Kraftfahrern hat jeder Vierte zugegeben, schon mal am Steuer eingeschlafen zu sein. Eine erschreckende Zahl! Oft lag es daran, dass die aufkommende Müdigkeit vom Fahrer unter- und die Leistungsfähigkeit des Körpers überschätzt wurden. 17 Prozent machten noch nicht einmal eine Pause, obwohl sie müde waren und fast jeder Zweite steuerte den ersten Parkplatz erst nach drei oder vier Stunden Fahrt an. Die DGSM empfiehlt hingegen eine mehrminütige Pause bereits nach zwei Stunden Autofahrt.



 

Drei wichtige Tipps

Nach Veröffentlichung der Umfrage startete der Deutsche Verkehrssicherheitsrat eine Kampagne, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Dabei gab er drei Tipps mit auf den Weg, um Sekundenschlaf zu verhindern.

  • Ausschlafen: Ausreichender und guter Schlaf vor langen Fahrten
  • Planen: Bei längeren Fahrten einen Puffer oder sogar eine Übernachtung einkalkulieren
  • Pause machen. Alle zwei Stunden kurz an die frische Luft und ein bisschen bewegen

 

Powernap und Bewegung

Um nach den Pausen auch wirklich gut erholt zu sein, sollte man sich nach Möglichkeit nicht mit fettigem Essen an der Raststätte überfuttern. Stattdessen empfehlen Experten ein kurzes Nickerchen von maximal 30 Minuten. Wer davor einen Kaffee trinkt, wird auch besser wieder wach, denn Koffein wirkt erst nach einer halben Stunde im Körper.

Außerdem sind ein paar Minuten Bewegung schon hilfreich, um den Kreislauf wieder in Schwung zu bekommen und Sauerstoff in die Blutbahn zu pumpen. Dazu noch ein paar Dehnübungen oder Steps am Bordstein und die Müdigkeit ist nicht mehr ganz so hartnäckig.

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