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Kurzsichtigkeit bei Hunden

Was skurril klingt, ist tatsächlich wahr: Border Collie Piper trägt eine Brille! Der Vierbeiner leidet viele Jahre unter seiner Kurzsichtigkeit, bis seine Besitzer auf das Problem aufmerksam werden und Piper eine Brille verpassen. Wie Hundebesitzer herausfinden können, ob ihr Liebling unter einer Sehschwäche leidet, erfährst du hier.

Beim Ballspielen wurden die Besitzer hellhörig

Wie das Portal MSN schon vor einigen Wochen berichtet hat, gehört Border Collie Piper zu den ersten Hunden, der tatsächlich eine Brille trägt. So soll der Vierbeiner Jahre lang unter seiner extremen Kurzsichtigkeit gelitten haben, bis seine Besitzer auf das Problem aufmerksam geworden sind: "Wenn wir ihr einen Ball entgegenwarfen, hat Piper immer nur den Kopf weggedreht, statt ihn zu fangen. Aber naja, wir dachten halt, sie sei einfach faul.“

 

 

Optiker bringt Licht ins Dunkel

Erster der Gang zu einer Augentierärztin brachte die Antwort auf die Frage nach der Ursache für Pipers ungewöhnliches Verhalten. Seit gut einem Jahr weiß das Ehepaar nun, dass Piper minus 3,5 Dioptrien hat und heran fliegende Bälle schlichtweg viel zu spät sehen kann.

Die Spezialistin ließ daraufhin eine spezielle Brille für Piper anfertigen, die einer Schwimmbrille sehr ähnlich ist und mit Hilfe von zwei Gummibändern hinter dem Kopf und unter dem Kinn befestigt wird. Im Interview erklärt die Expertin, das Kurzsichtigkeit bei Hunde gar nicht so ungewöhnlich sei. Außerdem komme diese Form der Sehschwäche auch bei Katzen und Pferden vor.

 

Brille macht das Hundeleben leichter

Vom Bälle fangen abgesehen, macht der Border Collie Dame ihre Kurzsichtigkeit im Alltag keine Probleme, verrät Pipers Frauchen weiter. Erst beim tatsächlichen Hundesport, dem sogenannten Agility Training, beeinträchtigt die Sehschwäche Pipers natürlichen Bewegungs- und Spieldrang. So schränkt die Sehhilfe das seitliche Sichtfeld des Vierbeiners ein, heißt es weiter. Doch mit Hilfe von Herrchen und Frauchen lässt sich auch diese Herausforderung meistern.

 

Hat mein Hund eine Sehschwäche?

Die Frage, ob der eigene Vierbeiner unter einer Kurz- oder Weitsichtigkeit leidet, lässt sich nicht so leicht feststellen. Schließlich kann man das Tier nicht vor eine Tafel setzen und Buchstaben vorlesen lassen. Stattdessen wird ein Gerät namens Skiaskop verwendet. Dabei wird dem Tier ins Auge geleuchtet. Die Art und Weise, wie sich der Lichtstrahl dann auf der Netzhaut bewegt, lässt Rückschlüsse auf eine mögliche Sehschwäche zu. Anschließend greift der Augentierarzt zu Gläsern unterschiedlicher Dioptrienstärke.

Die Linsen werden anschließend vor das Auge des Tieres gehalten und die Stärke so lange vergrößert, bis die Messung ein normalsichtiges Auge anzeigt. Erst dann weiß der Tierarzt, wie viel Dioptrien das Tier tatsächlich braucht.

 



 

Kontaktlinsen: Eine teure Alternative

Neben Brillen gibt es auch spezielle Kontaktlinsen, die sehbehinderten Tieren eingesetzt werden. Allerdings bergen diese besonders bei Hunden eine recht hohe Verletzungsgefahr. Für etwa 90 Euro pro Stück geht diese Form der Sehhilfe zusätzlich ordentlich ins Geld, wenn man bedenkt, dass diese auch verloren gehen können.

Im Reitsport zählen Kontaktlinsen dagegen zum Standard. Brillen gibt es für Pferde nämlich noch nicht. Katzen gehen leer aus. Für die gibt es derzeit noch keine Form der Sehhilfe.

 

Wissenschaft rätselt über tierische Fehlsichtigkeit

Wissenschaftler und Veterinäre wissen bislang kaum etwas über die Sehschwäche bei Tieren. Wie sie etwa entsteht oder ob sie vererbbar ist. US-Forscher konnte allerdings herausfinden, dass einige Hunderassen vermehrt unter Kurzsichtigkeit leiden. Darunter fallen etwa Rottweiler oder auch der Deutsche Schäferhund.

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