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Pflegetipps in aktueller Hitzephase in RLP

Sonnenbrand - was nun? Das hilft wirklich!

In den letzten Hitze-Tagen hat es viele an die frische Luft gezogen. Doch wer es beim Sonnenbad übertrieben hat, hat sich womöglich einen schmerzhaften Sonnenbrand zugezogen...Wie es den zu vermeiden gilt und was man tun kann, wenn die Haut schmerzt und brennt, erfährst du hier.

Prävention und Schutz

Die Sonne gehört zweifelsohne zum Quell des Lebens. Sie setzt jede Menge Vitamin D frei und lässt uns gesund und munter wirken. Vor allem aber lieben wir sie, weil sie uns einen Hauch Farbe verleiht. Sonnengebräunte Haut ist für die Mehrheit der Menschen ein absolutes Muss. Dabei vergessen viele, wie gefährlich zu viel Sonne sein kann. Schnell ist die Haut verbrannt, schmerzt, juckt und brennt.

Um dem vorzubeugen, ist der richtige Schutz das A und O. Sei es eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, ein schattiger Platz oder die passende Kleidung, um sich vor der direkten Sonneneinstrahlung ausreichend zu schützen.

Auf gar keinen Fall sollte auf eine geeignete Kopfbedeckung verzichtet werden. Besonders bei Babys und Kindern sollte der Kopf geschützt werden. Dabei sollten Hüte und Mützen mit Nackenschutz zum Einsatz kommen. Grundsätzlich gilt bei Kindern jeden Alters: Ohne passende UV-Kleidung und ausreichend hohem Lichtschutzfaktor auf der Haut, sollte nicht in der direkten Sonne gespielt werden.
Doch was tun, wenn die Haut brennt und schmerzt?

Erholung für betroffene Hautpartien

Ein Sonnenbrand sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Je häufiger die Haut durch zu viel Sonne verbrennt, umso höher ist das Hautkrebsrisiko. Wer rote Haut an sich bemerkt, sollte sich zuerst einmal einen schattigen Platz suchen. In den ersten Tagen sollten die betroffenen Stellen unbedingt mit geeigneter Kleidung bedeckt werden, damit sich die Haut erholen kann. Außerdem sollte auf einen ausreichenden Flüssigkeitshaushalt geachtet werden. Wichtig: Viel trinken, damit die Haut von innen heraus mit Wasser versorgt werden kann!

Je schneller gekühlt wird, umso besser!

Dabei sollten allerdings keine eiskalten Substanzen zum Einsatz kommen. Bei Kontakt mit massiver Kälte schadet man der Haut zusätzlich. Eine kühle Dusche ist der Anfang. Nasse Handtücher, Quarkwickel und Gurkenscheiben beruhigen die Haut und lindern den Schmerz. Im Übrigen kann der Heilungsprozess durch den Einsatz von Obstessig unterstützt werden. Einfach einen Schuss Obstessig in das Wasser geben, mit dem die  Handtücher befeuchtet werden.

Grundsätzlich sollte bei sonnenbrandgeschädigter Haut darauf geachtet werden, dass keine fettigen und öligen Salben verwendet werden. Diese hindern die Haut, überschüssige Wärme abzugeben, was zu einer Verschlechterung des Zustands führt.

Aloe Vera und Schwarzer Tee

Von diesen beiden Hausmitteln geht eine besonders kühlende und lindernde Wirkung aus. Wer eine Aloe-Pflanze besitzt, kann sich glücklich schätzen. Ist die Haut von der Sonne gereizt, einfach ein Stück der Pflanze abschneiden und den austretenden Saft auf die betroffenen Stellen auftragen. Das Gel der Aloe kühlt nicht nur, es unterstützt zusätzlich  die Regeneration, da der Saft entzündungshemmende Stoffe besitzt.

Neben der grünen Wunderwaffe gibt es da noch den Schwarzen Tee. Ist nur ein kleiner Teil der Haut verbrannt, eignen sich bereits aufgebrühte und gekühlte Teebeutel, die direkt aufgelegt werden. Bei größeren Flächen tränkt man einfach ein Handtuch in gekühlten Schwarz Tee und legt dieses dann auf. Wer keinen Schwarz Tee im Haus hat, kann alternativ auf Kamillentee zurückgreifen.

Großmutters Quarkwickel und Joghurt

Schnelle und vor allem wirksame Hilfe versprechen Quarkwickel. Dafür bestreicht man Geschirrtücher mit Magerquark, legt sie einmal übereinander und wickelt die betroffene Stelle ein. Er kühlt nicht nur, sondern wirkt gleichzeitig der Entzündung entgegen und bringt schnelle Linderung mit sich. Hat der Wickel die überschüssige Wärme der Haut aufgenommen, erneuert man ihn gegen ein kühles Pendant. Alternativ kann auch Naturjoghurt, Kefir oder Buttermilch verwendet werden. Bleiben Rückstände der Milchprodukte auf der Haut zurück, sollten diese vorsichtig abgewaschen werden.

Ist der Sonnenbrand allerdings so akut, dass sich Blasen oder offene Wunden auf der Haut bilden, sollte auf den Einsatz von Milchprodukte verzichtet werden. Die darin enthaltenen Milchsäurebakterien können die betroffenen Stellen zusätzlich reizen oder im schlimmsten Fall sogar Entzündungen hervorrufen. Bei starken Verbrennungen sollte grundsätzlich ein Arzt aufgesucht werden.

Heilerde und Natron

Auch Heilerde eignet sich bei Sonnenbrand besonders gut. Dafür rührt man das Pulver mit kühlem Wasser zu einem dickflüssigen Brei an und trägt die Masse dann auf die gereizten Partien auf. Nachdem die Heilerde vollständig getrocknet ist, kann diese vorsichtig mit der Duschbrause abgespült werden.

Für die Schmerzlinderung eignet sich zudem das gute alte Natron hervorragend. Einfach einen Teelöffel davon mit einem Liter kaltem Wasser vermischen und die Flüssigkeit dann in eine Sprühflasche füllen. Betroffene Stellen können dann ganz einfach und besonders schonend eingesprüht werden.

Heilpflanzen halten, was sie versprechen!

  • Eichenrinde

Eichenrinde ist ein echter Geheimtipp in Sachen Sonnenbrand. Die wohltuende Wirkung der Pflanze, in einem abgekochten Sud, ist ein alt bewährtes Heilmittel. Einfach zwei Esslöffel Eichenrinde in 250 ml Wasser geben, eine Viertelstunde kochen lassen, abseihen und anschließend abkühlen lassen. Den Sud füllt man dann in eine Sprühflasche, füllt diese noch mit etwas Wasser auf und fertig ist die extra Portion Heilung aus der Flasche. Alternativ können auch im Sud getränkte Handtücher verwendet werden.

  • Arnika

Arnika zählt ebenfalls zu den natürlichen Heilpflanzen und findet sich in zahlreichen schmerzlindernden Gels wieder. Sowohl in der Apotheke als auch in gut sortierten Drogeriemärkten stehen die kühlenden Emulsionen, die mit Arnikaextrakt angereichert sind, im Regal. Von der Sonne gereizte Haut sollte mehrmals täglich mit einer solchen Lotion behandelt werden. Einfach auftragen und vorsichtig einmassieren.

  • Sanddorn

Um den Heilungsprozess zu unterstützen, eignet sich das Öl der Sanddorn-Pflanze. Zusätzlich wirkt es entzündungshemmend und antioxidativ. Es ist in Reformhäusern oder Apotheken erhältlich.

Mit der richtigen Ernährung vorbeugen

Wer sich gesund ernährt, beugt vielem vor. Wenn es um das Thema Sonnenbad und eine mögliche Hautreizung geht, sollte man Tomaten, rote und gelbe Paprika, Karotten, Süßkartoffel, Kohl und Fenchel nicht außer Acht lassen. Gerade in diesen Gemüsesorten steckt jede Menge Betacarotin, das der Familie der Antioxidantien zugeordnet wird. Diese Stoffe sind in der Lage, freie Radikale, die sich im Körper bilden, zu vernichten. Wer lange in der Sonne brutzelt, hat davon jede Menge in sich und die gilt es zu bekämpfen, um die Haut zu schützen. Vitamin C und E, Selen und Zink gehören ebenfalls zu den Radikalfängern und sollten in ausreichender Menge dem Organismus zugeführt werden. Daher gilt, viel Obst und Gemüse in die Mahlzeiten einbauen, um den gefährlichen Sonnenstrahlen zu trotzen.

Grundsätzlich gilt: Gebräunte Haut ist zwar schön, jedoch nicht immer gesund. Wer gerne in der Sonne brutzelt, sollte sich ausreichend schützen. In Form von gesunder Ernährung, einer guten Portion Sonnencreme, hin und wieder im Schatten Platz nehmen und niemals die Kraft der Strahlen unterschätzen.