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Trier steht nach Amokfahrt unter Schock

Die älteste Stadt Deutschlands steht unter Schock, nachdem am Dienstagnachmittag ein Autofahrer in der Fußgängerzone mindestens fünf Menschen getötet und zahlreiche weitere zum Teil schwer verletzt hat. Unter den Opfern ist auch ein neun Wochen altes Baby.

Schwärzester Tag der Stadt nach dem zweiten Weltkrieg

Gespenstisch still ist es heute in der Trierer Innenstadt. Absperrbänder und Einsatzfahrzeuge von Polizei, Technischem Hilfswerk und Feuerwehr versperren die Zugänge zur Fußgängerzone. Die Stadt im Westen von Rheinland-Pfalz steht nach der Amokfahrt in der Fußgängerzone am Dienstagnachmittag unter Schock. Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) sprach in einer Pressekonferenz vom „schwärzesten Tag der Stadt Trier nach dem Zweiten Weltkrieg“.

Mit einem ökumenischen Gebet im Trierer Dom boten am Dienstagabend die beiden großen Kirchen Raum, der Fassungslosigkeit, Trauer und Sprachlosigkeit Ausdruck zu verleihen. „Ein für Trier schrecklicher Tag geht zu Ende“, fasste Bischof Stephan Ackermann zusammen. Etwa 150 Menschen besuchten das Gebet. Auf den Treppen zum Altarraum stellten Besucher Kerzen auf, dazwischen ein Teddybär-Kuscheltier.

 

Baby unter den Todesopfern

Am Dienstagnachmittag gegen 13.45 Uhr war ein Mann mit hohem Tempo in Zickzacklinien durch die Innenstadt gefahren. Er soll laut Polizei mit dem Auto von der Konstantinbasilika in Richtung Kornmarkt, Hauptmarkt und Porta Nigra durch die Fußgängerzone gefahren sein und wahllos Menschen angefahren haben. Die Polizei konnte den Mann wenige Minuten nach der Tat festnehmen.

Fünf Menschen sind nach Angaben der Polizei von Dienstagabend bei der Amokfahrt gestorben. Zahlreiche weitere sind demnach verletzt, manche sehr schwer. Unter den Opfern ist ein neun Wochen altes Baby und dessen Vater, wie die Polizei mitteilte. Bei den anderen Todesopfern handelt es sich um drei Frauen im Alter zwischen 25 und 73 Jahren. Zudem wurden 14 Menschen verletzt, darunter auch die Mutter und der Bruder des Babys.

Oberbürgermeister Leibe brach bei der Pressekonferenz am Abend die Stimme. Er berichtete, Menschen hätten mit ansehen müssen, wie vor ihren Augen andere ermordet worden seien.

Leibe spricht aus, was wohl viele Rheinland-Pfälzer denken: „Wir sehen solche Bilder im Fernsehen und denken, so etwas passiert nur an anderen Orten.“ Am Mittwoch wird wohl zentral an der Porta Nigra ein Trauerort eingerichtet.

 

 

Amokfahrer stark alkoholisiert

Der mutmaßliche Täter kommt offenbar aus der Region. Es handele sich um einen 51 Jahre alten Mann, der in Trier geboren sei und in der Region lebe, so die Polizei. Das Motiv ist noch unklar. Der leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen sagte, es gebe keine Anhaltspunkte für ein politisches oder religiöses Motiv. Vermutet würden eher psychische Probleme. Zudem sei der Beschuldigte bei der Festnahme stark alkoholisiert gewesen.

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Bild: RPR1.

 

Dreyer spricht Beileid aus

Notfallseelsorger kümmerten sich nach den Ereignissen um Betroffene. Wer über Erlebtes, Bilder und Ängste sprechen möchte, kann sich auch in den kommenden Tagen an Seelsorger wenden.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Innenminister Roger Lewentz (beide SPD) besuchten die Stadt am Nachmittag. „Mein tiefes Beileid gilt den Angehörigen der Toten. Allen Verletzten wünsche ich eine baldige Genesung“, erklärte Dreyer, die privat selbst in Trier lebt.

 

 

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Quelle: dpa

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