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Der Moro-Reflex: Das sollten Eltern wissen!

Wenn sich bei einem Baby der Moro-Reflex bemerkbar macht, sind viele Eltern zutiefst erschrocken und haben häufig Angst um ihren Nachwuchs. Was bedrohlich aussieht, ist jedoch völlig harmlos und ein frühkindlicher Überlebensreflex.

So macht er sich bemerkbar!

Der sogenannte Moro-Reflex, auch Klammer- oder Umklammerungsreflex, tritt meist in den ersten vier Lebensmonaten auf. Seinen Namen verdankt der frühkindliche Überlebensreflex dem Kinderarzt Ernst Moro, der ihn 1918 erstmals beschrieb.

Durch einen plötzlich von Außen auftretenden Reiz, durch den der Säugling erschrickt, wird der Moro-Reflex ausgelöst. Die Reaktion des Kindes beschreibt dabei ein reflexhaftes Verhalten auf eine bedrohliche Situation. Diese tritt nicht nur beim Menschen sondern auch bei einigen Jungtieren von Säuger auf.

Durch den Schreckmoment öffnet sich der Mund des Babys, die Atmung wird heftiger, der Körper spannt sich an, die Gliedmaßen werden ruckartig gestreckt und die Finger abgespreizt. Atmet das Kind aus, werden die Arme schließlich wieder an den Körper herangezogen und die Hände ballen sich zu Fäusten, als würden es etwas heftig umklammern.

 


 


 

Entstehung

Frischgebackene Eltern werden zumeist bei einer der ersten Untersuchungen durch den Kinderarzt mit dem Moro-Reflex konfrontiert. Dabei wird das Baby kontrolliert aus dem Sitzen in die Rückenlage fallen gelassen, um die Reaktion auszulösen. Doch auch im Schlaf kann es passieren, dass der Moro-Reflex auftritt. Jedoch nur, wenn sich das Baby erschreckt. Passiert dies häufiger, können Eltern ihrem Nachwuchs helfen, indem sie ihn pucken. Das feste Einwickeln in eine weiche Decke oder Puckhilfe erinnert das Baby an die Zeit im Mutterleib, in der es von der Gebärmutter fest umschlossen war. Unkontrollierte Schreckbewegungen können so vermieden werden.

 

Deshalb ist der Reflex so wichtig!

Der Bewegungsablauf erfolgt in Sekunden und ermöglicht dem Säugling den ersten Atemzug, wenn er zu ersticken droht. Ein angeborener Reflex, der das Überleben sichern soll. In Bezug auf die Entwicklungsgeschichte dient der Reflex dazu, dass das Neugeborene durch das Nachgreifen in einer Gefahrensituation Halt am Fell der Mutter findet. Insbesondere bei Affen lässt sich dieses Phänomen gut beobachten. Ausgelöst wird es durch ein lautes Geräusch oder plötzliche Bewegung. Im Fall einer Flucht kann sich das Baby am Fell festkrallen und fällt infolgedessen nicht herunter und bleibt unverletzt.

Die Reizreaktion entwickelt sich bereits im Mutterleib und verschwindet in der Regel bis zum Ende des vierten Lebensmonats, wenn das Nervensystem heranwächst.

 


 


 

Dauerhafte Erscheinung und seine möglichen Folgen

Liegt eine Entwicklungsstörung oder eine Erbkrankheit vor, kann es passieren, dass der Schreckreflex dauerhaft auftritt. Ist dies der Fall, spricht man von einem persistierenden Moro-Reflex.

Durch eine Blockade des Kopfgelenkes (KISS-Syndrom) kann die neuronale Entwicklung nachhaltig gestört sein. Bleibt die Abriegelung unbehandelt, entsteht daraus das sogenannte KIDD-Syndrom. Die Blockade verhindert, dass der Reflex nicht herauswachsen kann und damit bestehen bleibt. Als mögliche Folgen kann es so zu einer ADS und ADHS-Erkrankung kommen. Darüber hinaus können Wahrnehmungsprobleme wie Ängstlichkeit, Koordinationsstörungen, Gleichgewichtsprobleme und Geräuschempfindlichkeit bis ins Erwachsenenalter andauern.

 

Entstehung des West-Syndroms

Neben den bereits genannten Folgen kann es auch zur Entstehung des West-Syndroms kommen. Dabei handelt es sich um eine Serie von Krampfanfälle. Charakteristisch sind dabei ein sehr schnelles und wiederholtes Nicken des Kopfes, Rumpfes, der Extremitäten sowie das blitzartige Strecken und Beugen der Arme. Der Ursprung für die enormen Krampfanfälle ist jedoch in der Regel eine vererbte Stoffwechselerkrankung (Phenylketonurie).

Grundsätzlich gilt: Bleibt der Moro-Reflex über den vierten Lebensmonat des Kindes hinaus bestehen, sollten Eltern den behandelnden Kinderarzt aufsuchen.

 


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