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Studie enthüllt schockierende Zahlen

Eine Kreditkarte pro Woche: So viel Plastik essen wir wirklich

Eine vom World Wildlife Fund (WWF) beauftragte Studie hat erschreckende Fakten zum Konsum von Mikroplastik geliefert. Die Ergebnisse belegen, dass jeder Mensch im Durchschnitt fünf Gramm Kunststoff pro Wochen zu sich nimmt. Diese Menge entspricht etwa einer Kreditkarte!

Unsichtbare Belastung und Gefahr

Wie der WWF mitteilt, konnten Wissenschaftler der University of Newcastle in einer beauftragten Studie mit dem Titel „No Plastics in Nature: Assessing Plastic Ingestion from Nature to People“  nachweisen, dass der Mensch unfreiwillig mehr und mehr durch Plastikmüll belastet wird. Es gelangen kleinste Partikel, sogenanntes Mikroplastik, auf unterschiedlichsten Wegen in den Körper. Über Getränke, Nahrungsmittel und sogar über die Atemluft.

Fünf Gramm pro Woche

Dabei ist laut Studie Trinkwasser – aus Flaschen ebenso wie aus dem Wasserhahn -  „der größte einzelne Eintragsweg für Mikroplastik in den menschlichen Organismus.“ So sollen jede Woche bis zu 2000 der mikroskopisch kleinen Teilchen in unseren Verdauungsapparat gelangen. Eine Menge von etwa fünf Gramm, die einer Kreditkarte entspricht. Pro Monat sind es ca. 21 Gramm, etwas mehr als 250 Gramm Plastik nimmt der Mensch jährlich zu sich.

Die gesundheitlichen Folgen lassen sich noch immer nicht absehen. „Es wird derzeit noch erforscht, wie sich die Aufnahme von Plastik auf die menschliche Gesundheit auswirkt“, erklärt Heike Vesper, Leiterin für Meeresschutz des WWF Deutschland.

Der Mensch kann die Aufnahme nicht verhindern!

Außerdem wird darauf hingewiesen, dass die vorherrschende Verschmutzung durch Kunststoff ein globales Problem ist. Der Mensch ist von dieser beunruhigenden Entwicklung direkt betroffen, da es derzeit keine Chance gibt, dieser Belastung zu entkommen. 

„Große Plastikteile zerfallen zu Mikroplastik, das mittlerweile in Nahrungsmitteln wie Honig, Muscheln und Fisch nachgewiesen wurde. Wenn wir kein Plastik in unserem Körper wollen, müssen wir verhindern, dass jedes Jahr Millionen Tonnen Kunststoffmüll in die Natur geraten. Die Studie zeigt wie weit die Kontamination der Umwelt durch Plastik bereits vorgedrungen ist. Ist Mikroplastik einmal in die Umwelt gelangt, verbreitet es sich durch Wind, Flüsse, Regenwasser über große Distanzen. Es ist technisch nicht möglich die kleinen Partikel wieder aus der Umwelt zu entfernen. Deshalb muss der Plastikeintrag an der Quelle gestoppt werden“, so Vesper weiter.

Lösung: Produktion reduzieren und ein globales Abkommen

Um den Teufelskreis zu durchbrechen und eine langfristig Lösung zu finden, muss in erster Linie verhindert werden, dass jedes Jahr Millionen Tonnen Kunststoffmüll in die Natur gelangen. Nur wenn die Produktion radikal reduziert wird, unnötiges Plastik vermieden wird und ein globales Abkommen gegen die Verschmutzung mit verbindlichen Zielen durchgesetzt wird, kann auf lange Sicht gesehen, eine Besserung eintreten.