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Eis und Burger in schwarz: So schädlich ist Black Food wirklich

Egal ob Smoothies, Burger oder Eiscreme – der Black-Food-Trend macht sich schon seit längerer Zeit breit und die Fans schwärmen von der angeblichen Detox-Wirkung der Aktivkohle. Doch aufgepasst: Laut Experten riskieren Menschen, welche zu viel davon zu sich nehmen, Mangelerscheinungen.

Trend aus Japan

In Berlin ist Keluha als „The Black Food Company“ bereits bekannt. Der Imbiss bietet mit einem Foodtruck auf Metal und Gothic-Events Black Fries oder Black Chili con Carne an.

Doch nicht nur diese Szene ist verrückt nach dem schwarzgefärbten Essen. Wie so oft stammt der skurrile Trend aus Japan und ist über die USA auch nach Europa gelangt. In erster Linie geht es darum, dass die Lebensmittel schwarz sind – und das unabhängig davon, wie die Färbung entstanden ist.

 

Mit diesen Stoffen wird Nahrung eingefärbt

Lebensmittelfarbe E579 und E585: Mit den Eisensalzen werden meistens minderwertige Oliven ansehnlich schwarz gefärbt. Ursache der Färbung ist die oxidierende Wirkung.

Sepia: Die Tinte des Tintenfisches wird auch zur Färbung italienischer Nudeln verwendet.

Pflanzenfarbstoffe: Natürliche Pflanzenstoffe lassen Obst oder Gemüse fast schwarz erscheinen – so beispielsweise die Aubergine, die viele Anthocyane enthält.

Aktivkohle, Farbstoff E153: Viele kennen Kohletabletten bereits. Diese binden die durch Nahrung aufgenommenen Gifte und ziehen sie aus dem Verdauungstrakt.

 



 

Aktivkohle: Der Superfood-Trend

Aktivkohle soll gesund sein, gegen Kater oder Jetlag helfen und entgiften. Die Detox-Fans schätzen die entschlackende Wirkung und beziehen sich dabei auf den Effekt, dass Schadstoffe von der Aktivkohle gebunden werden. Gerade schwarze Smoothies, also gefärbte Obst- und Gemüsesäfte, sind dabei der Hit.

Allerdings hat der Hype nicht nur Vorteile. "Aktivkohle kann die Wirkung von Medikamenten wie der Antibabypille beein­trächtigen und in hoher Dosis Verstopfung verursachen", sagt Mark Lohmann, Experte vom Bundesinstitut für Risikobewertung.

 



 

Die Menge macht das Gift

"Aktivkohle unterscheidet nicht, welche Stoffe sie an sich bindet. Sie nimmt auch wertvolle Nährstoffe auf", erklärt Anja Schwengel-Exner, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern im Interview mit  FOCUS Online.

Demnach gilt auch hier das Sprichwort „die Menge macht das Gift“. Wer Black Food in Maßen zu sich nimmt, muss nicht gleich mit schlimmen Konsequenzen rechnen. Isst jemand allerdings sehr viel davon, kann es neben Verstopfungen auch zu Vitamin- und Mineralstoffmangel kommen. "Man muss sich einfach darüber im Klaren sein, dass die Kohle alles bindet. Egal, ob man kurz davor einen Apfel gegessen hat. Die Vitamine gehen verloren. Auch die Wirksamkeit von Medikamenten kann beeinträchtigt werden."

Im Sommer werden die Eiscafés schwarzes Eis anbieten. "Das ist nun einmal ein Hingucker", sagt die Ernährungsexpertin. "Wer hin und wieder eins isst, muss sich keine Sorgen machen."

 

Quelle: Focus

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