Herbst-Blues: Warum gerade viele Menschen niedergeschlagen sind

Vorbei ist der Sommer, der Herbst steht vor der Tür. Dieser Umbruch schlägt einigen Menschen aufs Gemüt, macht sie schlapp und depressiv. Aber woran liegt das?

Müdigkeit, Kopfschmerzen & Co.

Mit dem immer trüber werdenden Wetter scheint bei vielen Menschen auch die Stimmung umzuschlagen. Morgens kommt man kaum aus dem Bett, man fühlt sich müde, unmotiviert und manchmal sogar ein bisschen depressiv. Laut einer Umfrage des Meteorologen Peter Höppe von der Universität München fühlt sich mehr als die Hälfte der Deutschen durch Wettererscheinungen wie Regen und Sturm gesundheitlich beeinträchtigt. Viele klagen über Kopfschmerzen, andere sind schneller gereizt oder schlafen schlecht. 

Bei manchen Menschen geht die Wetterfühligkeit sogar so weit, dass sich daraus eine echte Krankheit entwickelt. Und für die gibt es auch einen Namen. Es handelt sich um das „Seasonal Affective Disorder-Syndrom“ – kurz SAD.

 

Dunkelheit ist schuld

Menschen in Nordeuropa sind öfter von Depressionen betroffen als Südländer. Studien zufolge liegt das vor allem an der Dunkelheit, denn das Licht beeinflusst neben unserem Wohlbefinden auch unseren Hormonhaushalt. Vermutlich hängt das mit dem Eiweiß Melanopsin zusammen. Es befindet sich in den Lichtrezeptoren des Auges. Wenn Lichtstrahlen das Auge treffen, wird das Eiweiß aktiviert und löst eine biochemische Reaktion aus, die die Bildung von Melatonin ausbremsen.

Melatonin wird auch als „Schlafhormon“ bezeichnet – es macht uns also müde. Ist das Melanopsin inaktiv, wird die Melatonin-Bildung angekurbelt und unser Körper glaubt, es ist Zeit fürs Bett. So sieht die theoretische Erklärung der Wissenschaft dafür aus, dass wir in der dunklen Jahreszeit vermehrt müde sind. Ganz sicher kann das aber nicht gesagt werden.

 

 

Wechselhaftes Wetter fordert den Körper

Fehlt es an Sonnenlicht, mangelt es uns an einem weiteren wichtigen Stoff in unserem Hormon- und Vitaminhaushalt. Unsere Haut kann nur dann Vitamin D selbst herstellen, wenn sie ausreichend UV-B-Strahlung erhält. Und Wissenschaftler vermuten, dass dieses Vitamin auch an der Produktion von Melatonin und seiner Vorstufe Serotonin beteiligt ist. Als sei das alles noch nicht genug, versucht unser Körper dann auch noch eine Kerntemperatur von 37,5 Grad stetig aufrecht zu erhalten. Bei stark schwankenden Temperaturen und besonders wechselhaftem Wetter kostet ihn das viel Energie. Das macht uns ebenfalls müde.

Sich zu verkriechen, ist an tristen Tagen dennoch nicht die Lösung des Problems. Dann fehlt dem Körper zusätzlich das wachmachende Tageslicht. Außerdem sollte man sich nicht in die Wetterfühligkeit hineinsteigern, denn welchen Effekt sie hat, ist auch immer eine Frage der Einstellung.

 

Quelle: Stern

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