Schild warnt vor Hund
picture alliance / Zoonar | HEIKO KUEVERLING
Schild warnt vor Hund
Eindringling mit Brief und Paket

Warum mögen Hunde oft keine Postboten?

Das Klischee hält sich hartnäckig. Was ist wirklich dran? Tatsächlich fangen viele Hunde an zu bellen, sobald sich der Zusteller dem Haus nähert. Etliche wurden auch schon gebissen. Warum ist das so?

Reaktion beruht auf Missverständnis

Es betrifft sicher nicht jeden Hund, aber es gibt einige, die verrückt spielen, wenn sich der Postbote dem Grundstück oder der Haustür nähert. Dabei gibt es mehrere Gründe, die zusammenkommen, wenn Vierbeiner keine Postboten mögen. Dabei haben sie streng genommen aber nichts persönlich gegen diese Berufsgruppe, denn trifft man beim Gassigehen einen Postboten reagiert der Hund vermutlich gar nicht darauf. Zuhause ist dies jedoch eine besondere Situation. In der Regel handelt es sich beim Post-, Paket-, oder Pizzaboten um eine fremde Person. Begibt sich diese in die Nähe des Grundstücks, auf dem der Hund lebt, kann dies sogar gefährlich werden.

In der Regel handelt es sich bei diesen Personen um Fremde, die in das Revier des Hundes eindringen. Viele Postzusteller sind zudem unerfahren im Umgang mit Hunden oder werden hektisch vor Angst und das kann am Ende schmerzhaft enden. Somit gibt es zwei Gründe, warum Hunde keine Postboten mögen:

1. Sie dringen in das Revier des Hundes ein.

2. Sie verstehen das Verhalten des Postboten nicht.

Einige Hunde werden durch das Verhalten des Zustellers verunsichert oder reagieren ängstlich, denn die Person verhält sich anders als ein Gast des Hauses. Sie dringt kurzzeitig in das Territorium ein, geht zielstrebig zum Haus und verschwindet dann gleich wieder, meist ohne mit dem Hundebesitzer zu sprechen. Dieses Verhalten kann beim Hund Misstrauen und Unsicherheit erwecken, er beginnt zu bellen, als Warnung oder vielleicht aber auch aus Angst. Verlässt der Postbote daraufhin wieder das Revier, lernt der Hund, dass das Bellen geholfen hat, den Eindringling zu vertreiben. Das Tier versteht nicht, dass die Person ohnehin wieder gegangen wäre. Kommt der Postbote nun am nächsten Tag wieder, denkt der Hund, er muss ihn erneut "in die Flucht schlagen". Dieses Mal vielleicht sogar etwas energischer. Das kann sich irgendwann zu einer richtigen Aggressivität steigern und da der Postbote trotzdem immer wieder kommt, schnappt er im schlimmsten Fall sogar zu. 

Hat der Postbote vielleicht sogar schon schlechte Erfahrungen mit Hunden gemacht, kann das ebenfalls ein unerwünschtes Verhalten beim Vierbeiner auslösen. Sie riechen diese Angst und die verkrampfte Körperhaltung des Postboten löst Verunsicherung beim Tier aus. Rennt der Postbote auch noch davon, ist der Jagdtrieb geweckt. Aber auch ein Stehenbleiben und in die Augen starren, kann vom Tier als Herausforderung oder Drohung wahrgenommen werden. 

Tausende Postboten gebissen

Laut Deutsche Post wurden im vergangenen Jahr 2.007 Zusteller schwer gebissen, sodass sie mindestens einen Arbeitstag ausfielen. Das betrifft zwar schätzungsweise weniger als ein Prozent der Brief- und Paketzusteller bundesweit, für die betroffenen Personen ist das Schlimmste an so einem Biss jedoch die psychische Belastung, erklärt Hundetrainer Michael Pfaff aus Schwerte gegenüber "t-online.de" und führt an, dass dies bei manchen Zustellern sogar bis zur Arbeitsunfähigkeit führen kann. 

Um das richtige Verhalten beim Zusammentreffen mit Hunden zu erlernen, erhalten einige Zusteller der Deutschen Post ein spezielles Training. Laut "t-online.de" werden die Seminare von der Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft für Auszubildende und Mitarbeiter, die gebissen wurden, organisiert. Dabei lernen sie, wie sie auf einen heranlaufenden Hund reagieren müssen: Ruhe bewahren, stehen bleiben, mit dem Tier sprechen, nicht anstarren und nicht wegrennen. 

Hundeexperte Pfaff ist jedoch überzeugt, dass der Fehler oft nicht nur beim Postboten liegt, sondern bei den Hundehaltern. 

Erziehung spielt eine wichtige Rolle

Das Fehlverhalten des Tieres setzt sich durch positive Verstärkung fest und prägt sich ein, sodass der Hund jedes Mal bei der Ankunft des Postboten bellt oder sich aggressiv verhält. Je eher diese Spirale durchbrochen wird, desto besser, so "einfachtierisch.de". Ein wichtiger Aspekt ist hier die richtige Erziehung, damit der Hund und der Zusteller friedlich koexistieren können. 

Von Anfang an soll dem Hund beigebracht werden, dass der Postbote willkommen und kein Eindringling ist. Dazu können beide miteinander bekannt gemacht werden. Manche Besitzer empfehlen, dass der Postbote ein Leckerli mitbringt und dem Hund gibt. So könne der Hund etwas Positives mit dem Briefträger verbinden. Doch Vorsicht, falls der Zusteller öfter wechselt und mal keine Leckerlis bei sich hat. 

Auf der anderen Seite muss der Hund lernen, ruhig zu bleiben, wenn es klingelt, so Hundetrainer Michael Pfaff. Ein Hundekorb oder eine Decke außerhalb des Türbereichs wäre hier empfehlenswert und mit dem Kommando "Geh auf deinen Platz" oder "Ab ins Körbchen" wird die Situation entschärft und der Vierbeiner lernt mit der Zeit ruhig zu bleiben und auf seinem Platz zu warten. Laut Experte lohne es sich, den Hund zu belohnen, wenn er ruhig bleibt.  

In Kürze: So können sich Postboten und Hundebesitzer verhalten

Darauf sollten Postboten verzichten:

  • Ohne Absprache mit Besitzer Hund füttern oder streicheln
  • Grundstück betreten, während Hund freiläuft
  • schnelle, hektische Bewegungen

Hundebesitzer können darauf achten:

  • Hund anleinen oder auf seinen Platz schicken
  • Postbote freundlich begrüßen und Post entgegennehmen
  • Hund belohnen und loben, wenn er ruhig bleibt
  • Briefkasten außerhalb des Grundstücks befestigen

Quelle: T-Online.de, einfachtierisch.de, vtg-tiergesundheit.de

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