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Rheinland-Pfalz: Zweibrücken-Mörsbach

Kein Scherz: Ort in der Westpfalz plant „Esel-Nahverkehr“

Der kleine Ort in der Westpfalz Zweibrücken-Mörsbach hat sich eine Alternative zu den schlechten Busverbindungen im Ort überlegt. Anwohner und auch Touristen sollen sich zukünftig von Eseln in Karren transportieren lassen können.

Mit dem Esel vom Dorf in die Stadt

Warum Busse nutzen, wenn es doch auch Esel gibt? Diese neue „Art Nahverkehr“ solle in diesem Jahr in Mörsbach in der Westpfalz anlaufen, sagte Ortsvorsteherin Susanne Murer. Anwohner aus dem Ort könnten sich zukünftig im Karren in das drei Kilometer entfernte Homburg im Saarland zum Einkaufen oder Weggehen fahren lassen.

Auch für Touristen ist diese Maßnahme großartig, sie könnten sich durch den Wald nach Zweibrücken kutschieren lassen. Doch wie kommt man auf solch eine Idee? Ein Grund sei, dass der 980-Einwohner-Ort, der zu Zweibrücken gehört, kaum über Busverbindungen verfüge, erklärte Murer.

Landwirtschaftliche Nutztiere stärken

Der Transport per Esel solle auf Zuruf geschehen, sagte Murer. „Wir planen keine größeren Gespanne und kein Taxi-Unternehmen.“ Junge Leute könnten noch die zwei Kilometer nach Kirrberg (Homburg) laufen, wo sie eine gute Busanbindung hätten. Für ältere Menschen sei das schwierig. Zweibrücken liege rund acht Kilometer entfernt. „Und wir haben hier keine Geschäfte mehr.“

Daher möchte man nun das nutzen und zeigen, was man im Dorf hat: Landwirtschaftliche Nutztiere. Der Esel-Verkehr sei Teil einer Idee, Mörsbach zu einem „Arche-Dorf“ mit bedrohten Nutztierrassen zu entwickeln, fährt Murer fort. „Wir haben hier unter anderem Glanrinder, Schwäbisch-Hällische Schweine, die Altdeutsche Edelziege und die Thüringer Waldziege“, sagte die Ortsvorsteherin. „Und wir wollen unser Alleinstellungsmerkmal künftig stärker in den Vordergrund stellen.“

Quelle: dpa