THW plant Bau von zehn Behelfsbrücken im Katastrophengebiet

Das Technische Hilfswerk plant zehn Behelfsbrücken im Katastrophengebiet Ahrtal. Bei der tödlichen Sturzflut Mitte Juli waren mehr als 60 Ahr-Querungen zerstört worden.

Menschen vor Ort dankbar

Mit zehn Behelfsbrücken will das Technische Hilfswerk (THW) nun die gravierende Verkehrslücken im Ahrtal schließen. Die Anwohner*innen seien dankbar, sagte THW-Sprecher Michael Walsdorf: „Da kommen auch welche mit Kaffee zu uns.“

Nach einer schon in Betrieb genommenen ersten zweispurigen THW-Brücke in Bad Neuenahr-Ahrweiler konnte am vergangenen Sonntag eine zweite einspurige Flussquerung in Dernau fertiggestellt worden, die im Laufe dieser Woche für den Verkehr freigegeben werden soll. Auch Lastwagen können darauf fahren. „Sie ist von etwa 40 bis 50 Kräften mit Muskelkraft in zwei Tagen gebaut worden“, erklärte Walsdorf laut Deutscher Presse-Agentur. Mit Betonfundamenten sowie vorgefertigten Rahmen und Trägern aus Metall: „Das ist wie bei einem Stabil-Baukasten für Kinder, bloß in groß“, so der THW-Sprecher.

 

Problem: Keine Behelfsbrückenbauer in Deutschland mehr

Im August will das THW laut dem Sprecher nach Möglichkeit fünf weitere Brücken im Ahrtal errichten, anschließend sollen noch drei folgen. Eine große Steigerung dieser Zahl sei vorerst wohl nicht möglich: „Das Problem ist, dass es in Deutschland keine Behelfsbrückenbauer mehr gibt.“ Die einstige Friedrich Krupp AG habe sie früher noch produziert, sagte Walsdorf. Zu den Kosten der aktuellen THW-Behelfsbrücken wurden keine Angaben gemacht.

Extremer Starkregen hatte am 14. und 15. Juli an der Ahr eine mächtige Flutwelle ausgelöst und weite Teile des engen Tals zerstört. Rund 42.000 Menschen sind von den Folgen betroffen.

 

Quelle: dpa