Pfalz: Mountainbiker packt Wildschwein in Rucksack

Ein besorgter Mountainbiker hat im örtlichen Wald in Maikammer (Weinstraße) einen Frischling in seinen Rucksack gepackt und mit nach Hause genommen. Ein fataler Fehler, wie sich ihm erst später eröffnete…

Mann sorgt sich um Jungtier – und nimmt es mit!

Etwas ungläubig reagierten die Edenkobener Polizeibeamten laut eigener Angabe, als sich am Donnerstagabend gegen 19:40 Uhr telefonisch ein 50-Jähriger Mountainbiker bei ihnen meldete. Er gab an, dass er im Wald bei Maikammer gegen 16:00 Uhr eine Reifenpanne erlitten habe. Soweit nichts Ungewöhnliches. Als er sich mit seinem Flickzeug zu schaffen machte, hätte sich ein kleines Wildschwein zu ihm gesellt. Nach 20 Minuten war der Reifen wieder einsatzbereit und der kleine Frischling noch immer bei dem Radsportler. Aus Sorge das Tier könnte alleine nicht überleben, habe der Mann es laut eigener Angabe in seinen Rucksack gepackt. Auf Nachfrage wo er sich befände, gab der Mann zu verstehen, dass er bereits wieder in seiner Wohnung in Worms ist. Das Tier habe er mitgenommen und es befände sich nun bei ihm zu Hause.

 

Erneutes Aussetzen im Wald bedeutet sicheren Tod

Hilfesuchend bat der 50-Jährige darum, ihm das Wildtier abzunehmen. Er habe selbst schon beim Zoo angefragt, welcher dankend abgelehnt hatte. Nach Rücksprache mit einem Berufsjäger erschien es laut dem Mann für das Tierwohl am sinnvollsten das Kleine an der Fundstelle wieder auszusetzen - in der Hoffnung die Bache nehme sich diesem wieder an. Also machte sich der Finder samt Frischling auf den Rückweg in die Pfalz.

Dort konnte festgestellt werden, dass dieser noch die Nabelschnur am Körper trug. Ein Tierarzt schätzte telefonisch, dass das Tier erst wenige Tage alt sei. Ein Aussetzen im Wald würde den sicheren Tod bedeuten. Schließlich konnte telefonisch eine Jägerin erreicht werden, die sich dem Tier annahm und es mit der Flasche aufziehen wird.

 

Niemals Jungtiere anfassen!

Gegen den Finder, der laut Polizeiangaben „sicherlich nur Gutes im Sinn hatte“, wird nun aufgrund des Anfangsverdachts der Jagdwilderei sowie eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt.

Immer wieder kämen Spaziergänger oder Radfahrer mit - vermeintlich verwaisten - Wildtieren in Kontakt. Die Polizei rät in solchen Fällen davon ab, die Tiere anzufassen oder gar mitzunehmen. Informieren Sie die Polizei oder einen Jagdpächter!

 

Quelle: Polizei Landau