"Viez": Apfelwein von Mosel und Saar soll Welterbe werden

Der Apfelwein «Viez» hat an Mosel und Saar eine lange Tradition. Nun soll er zum Kulturerbe werden!

Antragsstellung noch in diesem Jahr

Das Vorhaben, den an Mosel und Saar weit verbreiteten Apfelwein "Viez" zum immateriellen Kulturerbe erklären
zu lassen, bekommt immer mehr Rückenwind. "Wir haben bereits mehr als 750 Unterstützer und wollen bis Sommer die 1000er-Marke knacken", sagte der Präsident des Vereins "Trierer Viezbruderschaft", Hanspitt Weiler, der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Trier. Der Antrag sei fast fertig und könne bis Ende November eingereicht werden, sagte Weiler.

 

Dreyer: "Chancen stehen gut"

Das Land Rheinland-Pfalz hatte Mitte Februar bereits erklärt, den Antrag auf Aufnahme des regionalen Getränks in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes zu unterstützen. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte, sie sei sicher, dass es gute Chancen für eine Anerkennung gebe. Der Viez sei "ein Stück Identität" in Trier und in der Region, gehöre zur Festkultur, verbinde Landschaft und Tradition.

 

Unterstützung aus Saarland und Luxemburg

Viel Unterstützung komme auch aus dem Saarland. "Das Saargau ist eine große Viezregion", sagte Weiler. Unter anderem die Stadt Merzig unterstütze das Ansinnen. Bürgermeister Marcus Hoffeld (CDU) teilte, laut dpa, mit: "Von einer möglichen Anerkennung als Weltkulturerbe können aber auch wir im Saarland profitieren." Nicht nur in Merzig hätten Streuobstwiesen eine lange Tradition, sie seien "wertvoller Lebensraum und darüber hinaus ein unverzichtbares Kulturgut".

Auch aus Luxemburg hätten sich etliche Privatpersonen gemeldet, die die Trierer bei dem Antrag unterstützen wollten. 

 

Jahrhunderte von Tradition

Der regionaltypische Viez, auch in Eifel und Hunsrück beheimatet, geht auf eine jahrhundertalte Tradition zurück und ist eng mit der Erhaltung von Streuobstwiesen und der Obstproduktion verbunden. Ausgeschenkt wird er in der Regel im typischen Viezporz.

Bisher ist Rheinland-Pfalz unter anderem mit der Töpfertradition Westerwälder Steinzeug und der Wiesenbewässerung in den Queichwiesen zwischen Landau und Germersheim in der Liste vertreten.

 

Quelle: dpa