Eichenprozessionsspinner machen sich in RLP breit - Gesundheitsgefahr!

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners schädigen nicht nur die Bäume, indem sie die austreibenden Blätter fressen, sondern sind auch für den Menschen gefährlich. In der Verbandsgemeinde Vallendar im Kreis Mayen-Koblenz hat sich bereits im letzten Jahr die Ausbreitung der Raupe vermehrt und auch in diesem Jahr warnt die Stadt vor einem erneuten starken Befall. Das müssen Bürger beachten!

Vermehrte Ausbreitung der Raupe

Die Fälle, in denen der Eichenprozessionsspinner aufgetaucht ist, haben in den letzten Jahren in Rheinland-Pfalz kontinuierlich zugenommen, berichtet das Klimawandelinformationssystem Rheinland-Pfalz auf seiner Website. Trockene und warme Jahre, sowie milde Winter begünstigen die stärkere Ausbreitung dieser wärmeliebenden Falterart. Demnach geht die Verbandsgemeinde Vallendar, wo bereits in den letzten Jahren eine starke Vermehrung des Eichenprozessionsspinners zu verzeichnen war, auch in diesem Jahr von einem starken Befall im gesamten Verbandsgemeindegebiet aus, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt laut der Newsseite „blick-aktuell“.

 

Gesundheitliche Gefahr durch Gifthaare

Die Raupen, die Anfang Mai schlüpfen, fressen die austreibenden Blätter und durchlaufen bis zur Verpuppung verschiedenen Entwicklungsstadien. Ab dem dritten Stadium, das die Raupen zu diesem Zeitpunkt erreicht haben, bilden die Tiere gefährliche Gifthaare, die für den Menschen eine große gesundheitliche Gefahr darstellen. Bei Kontakt mit der Haut können starke Überempfindlichkeitsreaktionen des menschlichen Immunsystems (Hautausschläge, Atemnot usw.) ausgelöst werden.

 

Unbedingt von Gespinstnestern fernhalten!

Die Raupen leben zusammen in Gespinstnestern, in denen sich die Gifthaare bei jeder erneuten Häutung ansammeln, sodass nicht nur die Tiere selbst, sondern auch die Nester zur Gefahrenquelle werden. Die Verpuppung der Raupen erfolgt Ende Juni bis Anfang Juli. Drei bis vier Wochen später haben sie sich in Schmetterlinge verwandelt. Ihre Nester, in denen die gefährlichen Brennhaare haften, bleiben jedoch als feste Gebilde an den Eichenbäumen zurück und können bei Kontakt allergische Reaktionen auslösen.

Die Gespinstnester befinden sich am unteren Baumstamm, können aber bis in die Baumkrone reichen und je nach Raupenanzahl bis zu einem halben Meter groß werden, heißt es bei „blick-aktuell“.

Die Verbandsgemeinde Vallendar rät daher den Kontakt zu Gespinstnestern der Prozessionsspinnerraupen an Eichenbäumen absolut zu vermeiden und lässt die Nester durch eine Spezialfirma, vor allem in besonders gefährdeten öffentlichen Bereichen, beseitigen. Dennoch ist die direkte Bekämpfung nur in Einzelfällen möglich und nur begrenzt wirksam. Öffentliche Stadt- oder Grünanlagen werden daher primär abgesperrt, heißt es in der Mitteilung der Stadt.

Folgende Vorsichtsmaßnahmen sollten  berücksichtigt werden:

  • Befallene Areale meiden, Raupen und Gespinste nicht berühren.
  • Bei Kontakt mit den Raupenhaaren sofortiger Kleiderwechsel und Abduschen.
  • Bei Auftreten von allergischen Symptomen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dabei sollte auf den möglichen Kontakt mit den Raupenhaaren des Eichenprozessionsspinners hingewiesen werden.

Besitzer von Eichen in privaten Gartenanlagen werden daraufhin gewiesen, dass die Bekämpfung wegen gesundheitlicher Belastung und spezieller Arbeitstechnik nur von Fachleuten durchzuführen ist.

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