Angebliche „Impfstoff-Globuli“ verkauft: Verfahren gegen Apotheke eingestellt

Im Frühling hatte eine Koblenzer Apotheke den Anschein erweckt, es gebe einen homöopathischen Corona-Impfstoff und diesen verkauft. Nun sind die Ermittlungen gegen die Leiterin der Apotheke – gegen eine Auflage zugunsten von Flutopfern – eingestellt worden.

Impfung ausleiten?!

Das teilte die Staatsanwaltschaft Koblenz der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Behörde hatte gegen die Leiterin der Apotheke wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Heilmittelwerbegesetz und das Arzneimittelgesetz ermittelt. Die Frau soll nun für Geschädigte im Ahrtal Geld zahlen.

Auf der Internetseite der Koblenzer Apotheke stand im Frühling vorübergehend: „Wir haben Pfizer/BioNTech Covid-19-Vaccine in potenzierter Form bis D30 als Globuli oder Dilution (zur Ausleitung) vorrätig.“ Viele waren verwirrt: Wie kann das sein? Die Apothekenleiterin sagte laut dpa damals, keineswegs habe sie homöopathische Corona-Impfstoffe verkauft. Wirksame Vakzine dieser Art gibt es nicht.

 

Biontech-Tröpfchen in Globuli aufbereitet

Laut der Apothekerin war nur zusätzlich ein „Minitropfen“ des originalen Biontech-Impfstoffs homöopathisch als Globuli (Kügelchen) aufbereitet worden. Bereits verabreichte Corona-Impfungen sollten laut ihrer Aussage mit diesem ergänzenden Produkt besser wirken, wenngleich das nicht wissenschaftlich belegt sei.

Das Produkt sei nur einzeln auf Anfrage hergestellt worden. Zehn Gramm hätten rund 15 Euro gekostet. Laut dem rheinland-pfälzischen Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung erklärte die Apothekerin damals, dass sie dafür geringe Impfreste aus einem Impfzentrum und einem Altenheim mitgenommen habe.

Das besondere Angebot sorgte für Aufregung in sozialen Medien. Die Koblenzer Apotheke teilte anschließend mit, alle Käufer würden verständigt, dass es nicht um einen Impfstoff gegangen sei: Niemand solle irrtümlich glauben, er sei geimpft - und sei es gar nicht. Der Verkauf der „Impf-Globuli“ wurde längst behördlich verboten.

 

Ein weiterer Leiter der Apotheke sagte nun laut dpa, die angeordnete Zahlung einer vierstelligen Summe für Flutopfer sei in Ordnung: „Wir hätten sowie für sie gespendet.“ Die Angelegenheit sei in den sozialen Medien damals derart hochgespielt worden, dass noch heute manche Kund*innen die Apotheke nach den Globuli fragten.

 

Quelle: dpa