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Gleis-Attacke: Tatverdächtiger kommt in Psychiatrie

Die Attacke am Frankfurter Hauptbahnhof im Juli 2019, bei der ein acht Jahre alter Junge ums Leben kam, sorgte für großes Entsetzen. Jetzt muss der Tatverdächtige in die Psychiatrie. Er stelle eine "Gefahr für die Allgemeinheit" dar, hieß es.

"Gefahr für die Allgemeinheit" 

Vier Wochen nach der tödlichen Gleis-Attacke am Frankfurter Hauptbahnhof wird der Tatverdächtige nun vorläufig in
einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Wie die Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Donnerstag mitgeteilt hat, sei der Haftbefehl in einen entsprechenden Unterbringungsbefehl umgewandelt worden. Dieser Schritt sei erforderlich, da der 40-Jährige eine "Gefahr für die Allgemeinheit" darstelle, hieß es.

Dem gebürtigen Eritreer, der seit 2006 in der Schweiz lebte, wird vorgeworfen, am 29. Juli einen Achtjährigen und dessen Mutter vor einen einfahrenden ICE gestoßen zu haben. Der Junge starb im Gleisbett, die Mutter konnte sich in letzter Sekunde retten. Eine ältere Dame, die er auch attackiert hatte, konnte sich in Sicherheit bringen, ohne auf die Gleise zu stürzen. Der Mann steht unter dringenden Verdacht des Mordes und zweifachen Mordversuchs.

 



 

"Erkrankung aus dem schizophrenen Spektrum"

Nach Angaben eines Sachverständigen, der in den vergangenen Wochen die psychische Verfassung des 40-Jährigen untersucht hatte, leidet dieser "an einer Erkrankung aus dem schizophrenen Spektrum, nach gegenwärtigem Erkenntnisstand am ehesten an einer paranoiden Schizophrenie". Das teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Diese
sei zum Zeitpunkt akut aufgetreten und kausal für die begangenen Taten gewesen. Daher sei "zumindest von einer erheblich verminderten Einsichts- und Steuerungsfähigkeit"  auszugehen.

Es ist den Angaben zufolge mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten, dass der Mann aufgrund dieser Erkrankung auch in Zukunft erhebliche rechtswidrige Taten begehen wird. Darum sei die Unterbringung in dem psychiatrischen Krankenhaus erforderlich.

 

Quelle: dpa