Helfermangel im Ahrtal: Spritpreise und Krieg hinterlassen Spuren

Im Juli erschütterte die Sturzfluten in Rheinland-Pfalz ganz Deutschland. Heute haben die Menschen vor Ort mit einem Schwund an freiwilligen Helfer*innen zu kämpfen. Schuld daran sind unter anderem die hohen Spritpreise und der Krieg in der Ukraine.

Probleme besonders am Wochenende

Unter der Woche kämen momentan noch 80 bis 100 Freiwillige, um Putz und Bodenbeläge aus den beschädigten Häusern zu entfernen. Das erzählte Marc Ulrich, Initiator des Helfershuttels, der Deutschen Presse-Agentur. Am Wochenende sieht die Situation aber ganz anders aus: „Aber an Samstagen bräuchten wir eigentlich 450 Helfer“. Immerhin finden dann weitere Begrünungsaktionen in den zerstörten Gärten statt. Am vergangenen Wochenende konnte Ulrich allerdings nur auf 270 freiwillige Helfer*innen zurückgreifen, die vor Ort anpacken wollen. „Man denkt schon 20 Kilometer entfernt von hier, dass sei alles in Ordnung im Ahrtal, weil man nur noch so wenig davon hört.“

 

Corona, Krieg und Benzin

Die Gründe für die fehlenden Helfer sind laut Ulrich vielfältig. Viele packen laut ihm momentan lieber Kisten mit Sachspenden, um Ukrainer zu unterstützen. „Man kann das Leid der einen mit dem Leid der anderen nicht aufwiegen“, sagte der Unternehmer. „Aber es bleibt dabei, dass auch hier noch Helfer benötigt werden.“ Für andere Personen seien die explodierenden Benzinpreise und die Fahrt in das Flutgebiet nicht mehr zu stemmen. Unter der Woche müssen sie mit ihren Privatautos anreise, während am Wochenende Shuttlebusse in Grafschaft zu Verfügung stehen. Und auch Corona macht den Plänen der Freiwilligen immer wieder einen Strich durch die Rechnung.

 

Quelle: dpa

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