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In Kölner Kita: Sexualisierte Übergriffe unter Kindern gemeldet

Medienberichten zufolge soll es in einer katholischen Kindertagesstätte in Köln über einen längeren Zeitraum zu sexuellen Übergriffen von Kindern an Kindern gekommen sein. Kita, Erzbistum und Jugendamt beraten nun über die Vorfälle.

Mädchen trugen Verletzungen davon

Wie die Kölnische Rundschau schreibt, sollen dabei mindestens vier Mädchen betroffen sein. Zwei Jungen sollen ihnen Stöcke im Genitalbereich eingeführt haben, wie Angehörige von in der Kita angemeldeten Kindern gegenüber der Zeitung berichteten. Eltern war demzufolge aufgefallen, dass die Mädchen sichtbare Verletzungen davon getragen haben.

Laut dem Rundschau-Bericht hatte eine Mutter sich in einem Beschwerdebrief an das Landesjugendamt des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) gewandt.

 

Sexuelle Gewalt im Vorschulalter keine Seltenheit

Ein Sprecher des Landesjugendamtes erklärte gegenüber der Zeitung, dass sexuelle Gewalt im Vorschulalter keine Seltenheit ist. „In jedem Einzelfall muss unterschieden werden, ob es sich um Doktorspiele handelt, bei denen die Kinder ihre Körper entdecken, oder ob Druck oder Macht auf andere ausgeübt wird.“ Laut dem Experten gebe es immer wieder Fälle von grenzüberschreitendem Verhalten.

Dem Bericht zufolge erhielt der Kölner Verein Zartbitter (Kontakt- und Informationsstelle gegen sexuellen Missbrauch in Deutschland) allein im Jahr 2016 mehr als 235 Beratungsanfragen bezüglich sexueller Übergriffe durch gleichaltrige Kinder und Jugendliche. Davon bezogen sich mehr als 135 Fälle auf sexuelle Übergriffe durch Kinder im Vor- und Grundschulalter.

 

Eltern wurden informiert

Wie das Erzbistum auf Anfrage der Rundschau mitteilte, habe der Träger der Kita sofort alle vorgesehenen Schritte veranlasst. „Jeder Hinweis wurde und wird ernst genommen und geprüft.“ Demnach habe die Einrichtung das zuständige Jugendamt eingeschaltet.

Als die Übergriffe vor einigen Wochen bekannt wurden, veranstaltete die Kita einen Elternabend und verteilte Info-Material an Mütter und Väter. Laut Rundschau-Informationen wurden Regeln zu „Doktorspielen“ aufgestellt sowie das weitere Vorgehen erklärt. „Betroffenen Eltern und Familien wurden und werden konkrete Hilfsangebote gemacht“, teilte das Erzbistum mit. „Das oberste Credo ist: Kein Kind darf verletzt werden“, so ein Sprecher des Landesjugendamtes.

Am gestrigen Mittwoch fand ein Gespräch mit der Kita, dem Erzbistum und den Jugendämtern statt.

 

Quelle: Kölnische Rundschau