Regenbogenfahne auf Schulhof angezündet – Menge jubelt

Unfassbare Szenen im Siegerland: Schüler*innen einer Gesamtschule haben einem Mädchen eine Regenbogenfahne entrissen und angezündet. Die Szenen wurden daraufhin von der jubelnden Menge gefilmt.

Jubelnde Menge über brennender Fahne

In einer Mitteilung auf der Schulhomepage der Gesamtschule Freudenberg berichtet der Schulleiter Reto Stein über den Vorfall von Mittwoch und verurteilte das Verhalten „aufs Schärfste“. Einer Schülerin sei die bunte Fahne entrissen und angezündet worden. „Als wäre dieses Ereignis nicht schlimm genug, hat sich eine jubelnde Menge von Schüler*innen um die brennende Fahne versammelt und dies sogar noch gefilmt“, hieß es weiter. „Wir sind enttäuscht, dass Schüler*innen unserer Schule so handeln.“

Dies sei nicht das, wofür die Schule eintrete. An der Schule sei kein Platz für Intoleranz oder Gewalt, es seien alle Menschen willkommen, egal welcher Herkunft und sexueller Orientierung, betonte Stein. Die beteiligten Schüler*innen seien bekannt, über Konsequenzen werde beraten. Der Vorfall solle zum Anlass genommen werden, die Aufklärungs- und Präventionsarbeit zu verstärken.

 

Welle der Solidarität am Folgetag

Am darauffolgenden Donnerstag habe es an der Schule eine „große Welle der Solidarität“ gegeben, berichtet Schulleiter Reto Stein gegenüber der Westfalenpost. Demnach sollen zahlreiche Schüler*innen Fahnen und Masken in Regenbogenfarben mitgebracht haben, gemeinsam wurden Buttons hergestellt. „Das zeigt, dass die Schulgemeinschaft insgesamt sehr tolerant ist“, so Stein.

Freudenbergs Bürgermeisterin Nicole Reschke, Gesamtschulleiter Reto Stein und Schülersprecherin Ally Bäumer brachten zudem eine große Regenbogenfahne im Schulzentrum an.

 

Quelle: dpa / Westfalenpost