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Explosionsunglück mit fünf Toten: Prozess in Frankenthal beginnt

Mehr als zwei Jahre nach einer Gasexplosion auf dem Areal des Chemieunternehmens BASF in Ludwigshafen beginnt am heutigen Dienstag die juristische Aufarbeitung des Unglücks. Angeklagt ist ein Arbeiter, der wohl eine verhängnisvolle Entscheidung traf.

Fünf Menschen kamen ums Leben

Im Zentrum steht die Frage, warum ein Arbeiter einer von der BASF beauftragten Firma am 17. Oktober 2016 ein falsches Rohr angeschnitten hat infolgedessen sich Funken bildeten, die Gas in Brand setzten und zur Explosion führten. Bei dem Unglück kamen insgesamt vier Mitarbeiter der Werkfeuerwehr und ein Matrose eines Tankmotorschiffs ums Leben. 44 weitere Menschen wurden verletzt.

 

Fahrlässige Tötung?

Das Landgericht im pfälzischen Frankenthal soll unter anderem klären, ob die Rohre deutlich gekennzeichnet waren. Die Explosion ereignete sich im sogenannten Rohrgraben im Landeshafen. Dort liegen zahlreiche Leitungen, durch die Flüssiggase und andere brennbare Flüssigkeiten von und zu Schiffen transportiert werden.

Dem Angeklagten wird fahrlässige Tötung sowie Körperverletzung und das fahrlässige Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vorgeworfen. Demnach soll der 64-jährige Beschuldigte aus Mannheim entgegen vorheriger Anweisung die Leitung bei Schweißarbeiten angeschnitten haben.

 

Beschuldigter bedautert die Tragödie

Der Angeklagte kann sich nicht an den genauen Hergang erinnern und bedauert die Tragödie laut Gericht außerordentlich. Er war selbst bei der Explosion ebenfalls schwer verletzt worden und ist aufgrund psychischer Belastungen nicht mehr arbeitsfähig.

Die Staatsanwaltschaft will 42 Zeugen vernehmen und hat zehn Sachverständige benannt. Geplant sind vorerst 13 Verhandlungstermine bis Ende März.

 

RPR1. berichtet heute live vor Ort: