Radio
jonathan-velasquez (unsplash)
Radio
Hessen: Glashütten

Rentner hält Polizistin für Betrügerin und schießt

Ein 90-jähriger Hesse hat eine Polizistin für eine Betrügerin gehalten und mit einem Gewehr auf sie geschossen.

Zunächst von echten Betrügern aufgesucht

Die Beamtin erlitt ein Knalltrauma, wie die Polizei am Montagmorgen mitteilte. „Wir haben Glück gehabt, das hätte auch viel schlimmer ausgehen können“, sagte ein Sprecher.

Der Rentner war am Sonntag in Glashütten im hessischen Hochtaunuskreis zunächst von Betrügern aufgesucht worden. Die Unbekannten hatten sich als Polizisten ausgegeben und ihm vorgemacht, sein Geld sei in Gefahr und die Polizei wolle sein Vermögen schützen. Dazu wurde er aufgefordert, mehrere tausend Euro vor der Haustür abzulegen, welches die Betrüger abholen wollten. Die falschen Polizeibeamten hatten zuvor vorgegeben, ihn von der Nummer des Notrufs anzurufen. Als der misstrauische Senior diese Nummer anrief, um Rückfragen zu klären, geriet er an die echten Polizisten. Eine vorbeigeschickte Streife hielt er anschließend für falsch und schoss auf die Beamtin. Der 90-Jährige hat die Erlaubnis, Waffen zu besitzen.  

Vorsicht vor der Polizei-Masche

Die Masche der „falschen Polizeibeamten“ komme in den vergangenen Tagen gehäuft vor, sagte ein Sprecher. Die Betrüger rufen dabei gezielt ältere Menschen in gut betuchten Gegenden an und geben sich als Polizeibeamte oder Staatsanwälte aus. Sie machen ihnen vor, ihr Vermögen sei in Gefahr und fordern die Senioren auf, ihnen Bargeld zu übergeben, unter dem Vorwand, dieses schützen zu wollen. Dabei nutzen sie generierte Telefonnummern, die denen der örtlichen Polizei ähneln oder dem Notruf 110 entsprechen.

Quelle: dpa