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Neue Feldhamster braucht das Land!

Der Wolf kehrt zurück. Auch der Feldhamster könnte sich wieder in Deutschland ausbreiten.

Sie konnten gleich in künstlich angelegte Baue mit Stroh und Futter huschen: 128 Feldhamster aus einer Nachzucht sind am Mittwoch im rheinischen Pulheim ausgewildert worden. Dabei handelt es sich um eine Rettungsaktion für das in Deutschland bedrohte Tier. Die kleinen Nager sollen eine stabile Population entwickeln, weitere Baue anlegen können und mit ihrem Nachwuchs neue Flächen besiedeln, wie das Landesumweltamt (Lanuv) am Mittwoch mitteilte. Das Projekt im Großraum Köln ist die erste amtliche Auswilderung von Hamstern durch eine Behörde in Nordrhein-Westfalen.

Der Feldhamster (Cricetus cricetus) zählt nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz zu den am stärksten bedrohten
Säugetierarten in Deutschland. Hauptursache sei die intensive Landwirtschaft. «Umso mehr freut es mich, dass die  Landwirte hier in Pulheim sich aktiv an der Aussiedlung beteiligen und Flächen zur Verfügung stellen, um dem Feldhamster eine neue Chance zu geben», sagte NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU). Der Feldhamster galt jahrzehntelang als landwirtschaftlicher Schädling und wurde bekämpft. Heute ist er hingegen in der Europäischen Union  streng geschützt.

Für das Projekt im Rheinland haben Landwirte insgesamt sieben Hektar Agrarflächen zur Verfügung gestellt. Für den Verzicht auf die Ernte erhalten sie Geld aus dem Vertragsnaturschutz. Die angebauten Ackerfrüchte werden in den nächsten fünf bis zehn Jahren letztlich nicht geerntet, um den possierlichen Tieren Futter und auch gute Deckung vor Fressfeinden zu bieten. Zum Schutz vor Füchsen, freilaufenden Hunden oder Wieseln wurde ein Elektrozaun gezogen.
Außerdem sollen kleine Drahtgestelle über den Bauen Greifvögel abhalten.

 

Quelle: dpa

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