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Droht ein Ausbruch? Vulkankammer unter Eifel wieder aktiver

Experten weisen darauf hin, dass es Anzeichen für eine Zunahme der Vulkanaktivität unter Rheintal und Eifel gibt. Droht etwa ein baldiger Ausbruch?

Vulkanaktivität unter der Eifel

In der ganzen Welt halten Vulkane wie der Ätna oder der isländische Eyjafjallajöküll  Menschen seit jeher in Atem. Nur wenige Einwohner von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wissen aber, dass aktiver Vulkanismus direkt vor – oder besser gesagt – unter ihrer Haustüre „lauert“. In einem Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung weisen Experten nun darauf hin, dass es sogar Anzeichen für eine Zunahme der Vulkanaktivität unter der Eifel und dem Rheintal gibt.

 

Veränderung im Untergrund          

Eines der Zentren liegt im Norden von Rheinland-Pfalz bei Mendig. Im Umkreis des Laacher Sees, der selbst das Produkt eines gewaltigen Ausbruchs vor etwa 11.000 Jahren war, geben Wissenschaftler und das Geologische Landesamt von Rheinland-Pfalz auf den Erdmantel besonders Acht. „Wir haben im Untergrund eine Veränderung, die aus dem Mantel kommt und die zu einer Magma-Bildung führen kann“, sagt der Essener Geologieprofessor Ulrich Schreiber. Es sei eine „Frage der Zeit, wann hier genug Magma angereichert ist, das dann den Vulkan speist und einen neuen Ausbruch auslöst“.

 

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Vulkan-Eruption. Bild: beboy/Shutterstock.com - Symbolbild

Magma-Kammer in Eifel unruhig

Die Magma-Kammer unter dem Laacher See ist seit dem Ausbruch vor 11.000 immer noch nicht verschwunden. Es herrscht zwar eine Phase der Ruhe, das Land Rheinland-Pfalz stellt allerdings fest, dass das Terrain weiterhin als unruhig einzustufen ist. Doch droht uns ein Vulkanausbruch in Rheinland-Pfalz? Koblenz, Andernach oder Bad Neuenahr-Ahrweiler stünden dann im Zentrum einer Eruption – aber ist das wirklich wahrscheinlich? „Das kann noch Hunderte von Jahren dauern - oder auch unvorhersehbar schnell. Wir sollten gewappnet sein“, schätzt Geologe Schreiber.

 

Bodenbewegungen beobachtet

Prinzipiell sind Anzeichen für Vulkanaktivitäten deutlich messbar und erkennbar. Experten beobachten „seismische Ereignisse, Gasaktivitäten oder Bodenbewegungen“, wie beispielsweise CO₂-Austritte im Laacher See. Auf „hohe Ausgasungen und hohe Radonwerte“ nahe am Rhein weist der Essener Wissenschaftler Schreiber hin. In Bad Ems komme „CO2 aus der Tiefe und durch das Wasser der Lahn sieht man das aufsteigen“. Auch leichte Erdbeben, kaum spürbar für Mensch und Tier, treten nicht selten auf. „Im Jahr 2016 wurden im Bereich der Osteifel 42 natürliche Erdbeben dokumentiert“, so Wieber. Zuletzt ruckelte der Boden bei St. Goarshausen zwei Tage vor Weihnachten 2016.

 

Grundsätzliches Gefährdungspotential gering

Wer sich nun in und um der Eifel große Sorgen um einen Vulkanausbruch macht, der sei trotz allen Anzeichen beruhigt: Samimy Wahid vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BBK) erklärt, dass das Risiko eines Vulkanausbruchs sehr gering sei. Auch der Mainzer Leiter des Landesamtes für Geologie, Prof. Georg Wieber, warnt vor einer Überinterpretation des Vulkanismus in der Eifel. Er sagt, es bestehe zwar „grundsätzlich ein Gefährdungspotenzial hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit einer Vulkaneruption in der Eifel“, allerdings gebe es keine Hinweise auf einen „aktuell bevorstehenden Ausbruch“. Zudem sei nicht wissenschaftlich belegt, dass die Magma-Kammer überhaupt weiter nach oben dringt.

 

Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung