Kitas schlagen aufgrund steigender Corona-Infektionen Alarm

Angesichts der steigenden Corona-Infektionen auch in den rheinland-pfälzischen Kindertagesstätten sieht der Fachkräfteverband der Erzieher*innen eine verlässliche Betreuung in Gefahr. Spätestens Ende Januar sei mit massiven Einschränkungen des Angebots zu rechnen.

Corona-Fälle bei Kindern um 650 Prozent gestiegen

Kita-Betreuer*innen in Rheinland-Pfalz schlagen wegen der sich rasant ausbreitenden Omikron-Variante Alarm. Sie befürchten, dass eine verlässliche Kinderbetreuung nicht mehr gewährleistet werden kann.

Unter den Kindern seien die Corona-Fälle in einer Woche um 650 Prozent gestiegen, heißt es vom Kita-Fachkräfteverband. Beim Kita-Personal seien es fast 500 Prozent. 40 Kitas sind geschlossen, knapp 80 teilweise zu. Gemessen an der Gesamtzahl der Einrichtungen sind es zwar immer noch wenig, aber die Hochrechnungen des Fachkräfteverbands sagen, dass bei vierstelligen Inzidenzen es Ende Januar in den Kitas eng werde. Die CDU-Fraktion im Landtag fordert verbindliche Lolli-Tests für Kinder, um die Infektionsketten zu durchbrechen.

 

Bessere Hygienekonzepte in Kitas gefordert

Der Fachkräfteverband hatte bereits auf sich aufmerksam gemacht. Die Erzieher*innen wollten unter anderem auch bessere Hygienekonzepte, denn 20 Kinder in einem Raum mit offenem Fenster halten, hört sich zwar infektionstechnisch gut an, ist aber in der Realität nicht umsetzbar, wie die stellvertretende Vorsitzende des Kitafachkräfteverbands und Kitaleiterin, Kristin Starck-Fürsicht, erklärt. „Wir haben eine Betreuungszeit teilweise von sieben oder noch mehr Stunden in den Einrichtungen und dann kann ich nicht einfach sagen, ich lasse jetzt 25 Kinder für acht Stunden in einem Zimmer“, führt Starck-Fürsicht weiter aus.

 

Bei Schnupfensymptomen weiter in die Kita

Problematisch wird es auch, weil es ein neues Schnupfenpapier gibt. Wenn dem Kind die Nase läuft, muss es erstmal einen Tag zu Hause bleiben. Dies bedeutet für sehr viele Eltern eine Herausforderung, da manche keinen Urlaub mehr haben, keine Überstunden haben oder sonst irgendwie freibekommen können, wie Starck-Fürsicht erklärt. Des Weiteren führt sie aus: „Was bringt mir das, wenn sie nach 24 Stunden wieder mit Schnupfensymptomen immer noch in die Einrichtung kommen.“

 

Kinder werden nicht so oft getestet

Theoretisch soll die Maßnahme vor einem Corona-Ausbruch in der Kita schützen. Dieser würde laut Starck-Fürsicht aber möglicherweise gar nicht bemerkt. „Wenn Eltern positiv sind, werden Kinder nicht automatisch mitgetestet, weil die Aussage besteht: sie bekommen es sowieso. Sie dürfen halt nicht in die Einrichtung kommen, sobald Eltern positiv sind. Aber das macht es nicht besser. Dadurch sind die Zahlen logischerweise beim Land andere, weil es heißt, Kinder bekommen es nicht so oft. Ja klar, bekommen es Kinder nicht so oft, weil ich sie nicht teste.“

 

Quelle: Verband Kitafachkräfte Rheinland-Pfalz

Radio online hören mit radio.de