Familienvater vor Gericht: Er verging sich hundertfach an seiner Tochter

Grausamer Missbrauchsfall vor dem Koblenzer Landgericht: Ein Vater gestand gestern, sich 429 Mal an seiner Tochter vergangen zu haben.

Kinderschänder gesteht vor Landgericht

Immer dann, wenn seine Frau Frühstücksbrötchen holte oder beim Sport war, fiel der Familienvater aus Pellenz bei Andernach über seine Tochter her. Am Landgericht gestand er nun, sich ab ihrem siebten Lebensjahr immer wieder an ihr vergangen zu haben - 429 Mal im Bad, Kinder- und Schlafzimmer.

Er berichtete darüber, wie „geschickt“ er bei seinen Taten vorging. Er habe sich dafür geschämt – trotzdem habe er seine sexuellen Fantasien über fünf Jahre ohne jede Rücksicht ausgelebt. „Es war wie ein Sog.“

 

Tochter verzichtet jahrelang auf Anzeige

Im Juli vergangenen Jahres flog alles auf und der Familienvater kam in Haft, nachdem er seiner inzwischen 18-jährigen Tochter einen Brief geschrieben hatte, sich darin für seine Taten entschuldigte und ein Geständnis ablegte. Die junge Frau überlegte monatelang, dann zeigte sie ihren Vater schließlich an.  

Zuvor hatte fünf Jahre so etwas wie ein privater „Pakt“ zwischen den beiden bestanden: Der 51-Jährige war aus dem Haus in der Verbandsgemeinde Pellenz (Kreis Mayen-Koblenz) ausgezogen, hatte sich von der Familie getrennt und mehrere Therapien gemacht. Seine Tochter durfte er nicht mehr zu nahe kommen, sie nicht mehr ansprechen – dafür hatte sie offenbar jahrelang auf eine Anzeige verzichtet.  

 

Urteil im Februar erwartet

Nun flog alles auf. Vor Gericht erzählte der Familienvater zwei Stunden lang, wie er zum Kinderschänder wurde. Erst habe er anfangs nur mit ihr gekuschelt, bis er Jahre später zum Geschlechtsverkehr übergegangen war. Seine Tochter habe sich anschließend – etwa beim Familienfrühstück – nie etwas anmerken lassen.

Das Gericht will im Februar sein Urteil fällen.

 

Quelle: Rhein-Zeitung