Hotels in RLP ab Montag wieder geöffnet - Wie läuft ein Besuch ab?

Urlaub im Hotel ist in Rheinland-Pfalz ab sofort wieder möglich - natürlich mit Einschränkungen. Wie wird ein Hotelbesuch dann konkret aussehen? Ein Überblick.

Öffnung nach acht Wochen Lockdown

Nach der Gastronomie dürfen auch die Hotels in Rheinland-Pfalz etwa acht Wochen nach dem Lockdown wieder öffnen - unter Auflagen.

Positive Nachrichten für alle Urlaubswilligen: Es sind noch viele Zimmer in den zehn Tourismusregionen des Landes für den Sommerurlaub frei, wie Dehoga-Landeschef Gereon Haumann gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sagt. Neue Regelungen, Umsatz und Branchen-Stimmen im Überblick:

 

Was ist die Rechtsgrundlage?

Ab dem 18. Mai 2020 dürfen Hotels in Rheinland-Pfalz für touristische Gäste wieder öffnen. Die Einzelheiten dafür regelt eine Handreichung für das Gastgewerbe von Wirtschafts- und Gesundheitsministerium, Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Rheinland-Pfalz sowie den Industrie- und Handelskammern. Bislang hatten weniger als eine Handvoll für Geschäftsreisende geöffnet.

 

Öffnen alle Hotels?

Prinzipiell könne jeder Betrieb öffnen. Es müsse sich überlegt werden, ab wann sich eine Öffnung lohne, sagt Haumann. Viele der rund 4000 Betriebe in Rheinland-Pfalz gingen nicht gleich am Montag, sondern erst am Mittwoch, Donnerstag zum Himmelfahrt-Wochenende erst wieder an den Start, andere noch eine gute Woche später zu Pfingsten.

 

Können Wellness-Bereiche genutzt werden?

Die Außen-Bäder in den Hotels dürfen am 27. Mai wieder öffnen. Sauna und Hallenbäder müssen jedoch bis 10. Juni geschlossen bleiben. Massagen sind hingegen erlaubt. Zudem dürfen ab dem 27. Mai Fitnessstudios unter Auflagen wieder öffnen, demnach könnten dann auch Fitnessgeräte in Hotels wieder genutzt werden.

 

Wer darf mit wem ins Zimmer?

Laut den aktuellen Kontaktbeschränkungen dürfen Menschen aus zwei Haushalten in der Öffentlichkeit Kontakt haben – so auch in Hotels. In Rheinland-Pfalz müssen auch keine Zimmer leer bleiben oder Leerzeiten zwischen zwei Belegungen eingehalten werden.

 

Wie werden mögliche Infektionsketten zurückverfolgt?

Um dies im Fall einer Infektion mit dem Coronavirus zu gewährleisten, müssen ähnlich wie Gastrobetriebe auch Hotels die Kontaktdaten aller Gäste pro Reservierung oder Anmeldung erfassen - also Name, Vorname, Anschrift und Telefonnummer.

Für die Tourismus-Branche bedeutet das nach Darstellung von Dehoga-Landespräsident Haumann überhaupt keinen Mehraufwand. Sie müssten sowieso schon immer aus steuerlichen Gründen Meldebescheinigungen aufheben.

 

Wie bereiten sich Hoteliers vor?

„Am kompliziertesten ist das Frühstück“, sagt Brian Auersbach vom Koblenzer Hotel JAN VAN WERTH gegenüber der dpa. Buffet sei nicht mehr erlaubt, deshalb gebe es jetzt nach den Wünschen der Gäste vorgefertigte Platten, die am Platz serviert würden. Es gibt im Restaurant nun feste Frühstückszeiten für die Gäste. Abstands- und Hygieneregeln seien schon in den vergangenen Wochen umgesetzt worden, als das Hotel nur für Geschäftsreisende geöffnet hatte. Viele Gäste hätten ihren Sommerurlaub bereits abgesagt, Neubuchungen gebe es kaum noch. Ein kleiner Lichtblick: Ab nächster Woche kommen hauptsächlich Radtouristen. „Die Leute wollen raus“, sagt Auersbach. Er hofft, dass sein Haus mit „einem blauen Auge“ davon komme.

Auch das HOTEL HEINZ in Höhr-Grenzhausen (Vier-Sterne-Superior Hotels im Westerwaldkreis) berichtet von etlichen Stornierungen für Mai und Juni. Der Saunabereich ist geschlossen, bei kosmetischen Gesichtsbehandlungen müssen die Mitarbeiter sich und den Gast doppelt schützen - mit einer FFP2-Maske und einem Gesichtsvisier. Die Zimmer werden jetzt vor Anreise fast 60 Minuten grundgereinigt. „Eine solche Sonderreinigung machen wir normalerweise einmal im Monat“, berichtet Heinz. Sämtliche Oberflächen würden intensiv gesäubert und desinfiziert. Bei längeren Aufenthalten werde erst nach der dritten Nacht wieder geputzt, um den Kontakt zwischen Gästen und Mitarbeitern so gering wie möglich zu halten. 

 

Welche Hygienevorschriften gibt es?

Alle Gäste müssen vor dem Betreten des Hotels sowie des Restaurants am Eingang die Hände desinfizieren. Auf den Wegen im Hotel - den Fluren, der Lobby und dem Speisesaal etwa - gilt Mund-Nasen-Schutz-Pflicht. Abgelegt werden darf der Schutz am Tisch und natürlich in den Zimmern. „Beim Check-in werden die Kontakte zwischen Mitarbeitern und Gästen und der haptische Kontakt zu Bedarfsgegenständen auf das Notwendige beschränkt“, heißt es in der Handreichung.

Gegenstände in den Zimmern, die von einer Mehrzahl von Gästen benutzt werden, wie etwa Stifte, Zeitungen, Tagesdecken oder Kissen sollen auf ein Minimum reduziert werden oder nach jeder Benutzung gereinigt oder ausgewechselt werden.

 

Welche Rolle spielt das Hotelgewerbe in Rheinland-Pfalz?

Insgesamt gab es im vergangenen Jahr fast zehn Millionen Hotelgäste zwischen Westerwald und der Pfalz, die Zahl der Übernachtungen stieg leicht auf rund 26 Millionen. Die Umsätze in der Branche stiegen 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozent. Im gesamten Gastgewerbe - also inklusive Restaurants oder Cafés - waren 47 719 Menschen beschäftigt. 

 

Wie sieht es mit den Umsätzen im Corona-Jahr 2020 aus?

Haumann spricht von einem Defizit der Branche zwischen Mitte März und Mitte Mai in Höhe von zwei Milliarden Euro. Die knapp vier Milliarden Euro, die im zweiten Halbjahr zuletzt umgesetzt worden seien, würden auch bei weitem nicht erreicht werden. „Wir haben erhebliche Einbrüche zu verzeichnen.“

 

Quelle: dpa