Hochwasser-Warnung: Mainz, Koblenz, Trier & Co. rüsten sich

Ab heute kommt das Hochwasser in Rheinland-Pfalz an: Wegen häufiger Regenfälle und Schneeschmelze dürften die Flüsse gefährliche Marken erreichen. So ist die Lage in den einzelnen RLP-Regionen.

Überschwemmungen möglich

„Keller ausräumen ist angesagt. Die Flüsse in Rheinland-Pfalz werden teils richtig voll“, warnt RPR1.Wetterexperte Dominik Jung. Dauerregen und Schneeschmelze lassen Mosel, Rhein, & Co. deutlich anschwellen - es könnte zu Überschwemmungen kommen. Für Mosel, Saar und Sauer kündigte die Hochwasservorhersagezentrale Rheinland-Pfalz am Donnerstag zunächst steigende Wasserstände bis Sonntag an. „Am Pegel Trier ist ein Anstieg bis in den Bereich von 900 Zentimetern möglich“, hieß es. An der Saar könnte der Pegelstand bei Fremersdorf etwa 500 Zentimeter erreichen.

 

Hochwassermeldeamt: Zu den aktuellen Pegelständen

 

Amtliche Warnung vor Dauerregen in RLP

Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) spricht von viel Regen in den kommenden Tagen und Tauwetter in den Mittelgebirgen.

Für folgende Landkreis in Rheinland-Pfalz gilt ab sofort eine amtliche Warnung vor Dauerregen (bis Samstag, 21:00 Uhr):

  • Kreis Trier-Saarburg
  • Stadt Trier
  • Kreis Bernkastel-Wittlich
  • Kreis Birkenfeld
  • Kreis Kusel
  • Rhein-Hunsrück-Kreis
  • Kreis Bad Kreuznach
  • Kreis und Stadt Kaiserslautern
  • Kreis Südwestpfalz und Stadt Pirmasens
  • Stadt Zweibrücken
  • Donnersbergkreis
  • Kreis Alzey-Worms
  • Kreis Bad Dürkheim
  • Stadt Landau in der Pfalz
  • Kreis Südliche Weinstraße
  • Stadt Neustadt an der Weinstraße

 

Wie bereiten sich die einzelnen Städte und Regionen vor?

Koblenz:

Koblenz rüstet sich weiter für das bevorstehende Rheinhochwasser. Die Feuerwehr will am Samstag im Stadtteil Neuendorf den zweiten Teil der mobilen Hochwasserschutzwand aufbauen. An anderen Stellen werden bereits am heutigen Freitag vier Hochwasserschutztore geschlossen. Das Meldezentrum geht derzeit von einem Hochwasser aus, wie es statistisch alle zwei bis fünf Jahre vorkommt. Der Höchststand wird Anfang kommender Woche erwartet.

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Bild: picture alliance/dpa | Thomas Frey

 

Trier:

In mehreren Moselgemeinden droht in den kommenden Tagen Hochwasser. In der Nacht auf Freitag hat der Pegel in Trier die 6-Meter-Marke überschritten, bis Sonntag werden bis zu 9 Meter erwartet. Noch sei die Lage nicht besorgniserregend, sagte ein Sprecher des Kreises Bernkastel-Wittlich. Einzelne Kommunen bereiten aber trotzdem schon mal den Hochwasserschutz vor. In manchen Orten werden schon die Keller leer geräumt. Auch die Straßenmeistereien stehen bereit, um überflutete Straßen abzusperren. Die Trierer Feuerwehr hofft derweil, dass der Pegel nicht über 9 Meter steigt, denn eigentlich sind die Einsatzkräfte auch schon durch den Corona-Impfbetrieb voll ausgelastet.

Der Normalpegelstand in Trier liegt bei 3,50 Metern - ab 6,95 Metern wird hier die Moselschifffahrt gestoppt. Ab einem Trierer Pegelstand von etwa acht Metern gibt es meist erste Überschwemmungen in Gemeinden an der Mittelmosel.

 

Mainz:

An Ober- und Mittelrhein werden die Wasserstände im Laufe des Freitages stark ansteigen.  Auch hier rechnet das Hochwassermeldezentrum am Mittelrhein und am Oberrhein in den kommenden Tagen mit Hochwasserständen, wie sie statistisch alle zwei bis fünf Jahre vorkommen. Für NRW wurde das am Donnerstag nicht vorhergesagt.

 

Ludwigshafen:

Am Pegel Maxau wird voraussichtlich am Freitagnachmittag die Marke von 8 Metern überschritten. In den kommenden Tagen werden dann auch die Pegel in Speyer, Mannheim und Worms steigen. Damit müssen die Abschnitte auch für die Schifffahrt gesperrt werden.