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Geschenke-Verbot für Müllmänner in Trier: Korruption?

In Trier dürfen Mitarbeiter der Müllabfuhr keine Weihnachtsgeschenke von Bürgern annehmen. Verstehen können das die Wenigsten.

Kein Geld und Süßigkeiten für Müllwerker

Den Brauch, Müllmännern, Briefträgern oder Zeitungszustellern in der Weihnachtszeit mit einem kleinen Geschenk Danke zu sagen, gibt es seit eh und je. Doch in Trier ist das – zumindest für Mitarbeiter der Müllabfuhr – eigentlich nicht erlaubt. Laut einer Pressemitteilung des regionalen Abfallzweckverbands ART ist es den Beschäftigten nicht gestattet, Präsente von Bürgern anzunehmen. „Egal ob ein Gläschen Schnaps, etwas Geld oder Süßigkeiten“, Zuwendungen dieser Art seien nicht zulässig und dürften deshalb auch nicht angenommen werden, zitiert der Trierische Volksfreund die Mitteilung der ART.

 

Wieso wird das verboten?

Als Grund werden die Richtlinien zur Korruptionsbekämpfung angegeben. Dort sei laut Trierischem Volksfreund klar vorgegeben, was alle Mitarbeiter im öffentlichen Dienst annehmen dürften oder ablehnen müssten. „Es droht eine Abmahnung und im schlimmsten Fall der Verlust der Arbeitsstelle“, heißt es in der ART-Mitteilung.

 

Wenig Verständnis für Verbot

Ein Vorgehen, das bei vielen auf Unverständnis stößt. Der Vorsitzende des rheinland-pfälzischen Richterbundes, der Trierer Oberstaatsanwalt Thomas Albrecht, meinte im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund zwar auch, „dass ein unkorrumpierbarer öffentlicher Dienst eine wesentliche Säule des Rechtsstaats sei. Aber Müllmänner machten nun einmal einen ‚besonders dreckigen Job‘, verdienten nicht viel, und deshalb habe sich zu recht‚ eine gewisse Tradition entwickelt‘.“

 

Quelle: Trierischer Volksfreund