Erdbeer-Ernte in Südhessen im November

Unglaublich, aber wahr: Im südhessischen Riedstadt-Wolfskehlen werden derzeit frische Erdbeeren geerntet. Schuld ist die derzeit warme Witterung in Deutschland.

Eine Tonne frische Erdbeeren im November!

Sonne und Temperaturen bis 20 Grad sorgen im Südwesten Deutschlands derzeit für ungewöhnliche landwirtschaftliche Zustände. Sonne und Temperaturen bis 20 Grad lassen im südhessischen Riedstadt-Wolfskehlen gerade sogar eine zweite Ernte reifen!

Bauer Stefan Manke hat dort auf 12 Hektar Erdbeeren angebaut – und kaum zu glauben: Er erntet derzeit immer noch etwa 1,8 Hektar ab, wie er gegenüber der Bild-Zeitung berichtet. „In dem Umfang ist das absolut neu! Ein Teil der Pflanzen ist noch mal voll durchgestartet. Für den November rechne ich mit einer Tonne Ertrag!“

Normalerweise sind die geernteten Erdbeer-Sorten „Clairy“ und „Malling Centenary“ im Mai reif.

 

Klimawandel Schuld?

Viele stellen sich die Frage: Hat die ungewöhnliche Ernte mit dem Klimawandel zu tun? Dr. Christoph Gornott, beim Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung für die Landwirtschaft zuständig, erklärt gegenüber der Bild-Zeitung: „Ja, das hat was mit dem Klimawandel zu tun. Die Monate August bis Oktober waren in Deutschland drei Grad wärmer als normal. Das ist ein weltweiter Trend und er wird sich wohl fortsetzen, wenn der Klimawandel ungebremst bleibt. In Zukunft wird so eine späte Ernte öfters möglich sein.“

Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, sagt: „Das sind hoffentlich Ausnahmejahre und seltene Launen der Natur. Normalerweise endet bei uns die Erdbeerernte im Freiland Ende August.“

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