Die Ernte ruft: Freiwillige Helfer müssen Ahrtal verlassen

Vor rund einem Monat schockte die Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz sowie Nordrhein-Westfalen ganz Deutschland. Neben ehrenamtlichen Helfer*innen und den Einsatzkräften hat sich vor Ort besonders eine Personengruppe bei den Aufräumarbeiten hervorgetan: Landwirt*innen. Diese müssen nun allerdings die Katastrophengebiete verlassen und zu den eigenen Betrieben zurückkehren.

80 Prozent der Helfer*innen könnten abrücken

Direkt nach der Katastrophenlage haben viele Personen alles stehen und liegen gelassen, um vor Ort mit anpacken zu können. Nun schlägt der Alltag der Heimatbetriebe wieder zu und zwingt viele Helfer*innen, die Heimreise anzutreten. Besonders Landwirt*innen müssen sich um die Ernte der Felder kümmern, wie Landwirt Markus Wipperfürth gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bestätigte: „Ich könnte mir vorstellen, dass 80 Prozent vielleicht abrücken werden.“

Auch die helfenden Bauunternehmen vor Ort müssten bald wieder dem Tagesgeschäft nachgehen und mit Aufträgen Geld in die Kassen spülen. Allerdings höre deswegen die Unterstützung nicht gänzlich auf. Wipperfürth ergänzte, dass es Bäuer*innen gäbe, die weiterhin einen Traktor mit Fahrer*in im Hochwassergebiet abstellen wollen.

 

Aufräumarbeiten noch lange nicht abgeschlossen

Selbst wenn die Aufräumarbeiten vor Ort in vollem Gange sind und unzählige freiwillige Helfer*innen jede freie Minute im Ahrtal verbringen, steht den Einsatzkräften noch jede Menge Arbeit bevor. Besonders die Beseitigung von Schutt stellt ein großes Problem dar, wie Wipperfürth gegenüber der Deutschen Presse-Agentur betont: „Es kommt immer mehr nach, was abgekippt wird. Der Müll müsste noch mehr in ganz Deutschland verteilt werden.“

 

Die nächste Herausforderung steht bereits bevor

Noch immer steht in den Katastrophengebieten das Wasser. Ein Umstand, der angesichts der steigenden Temperaturen für gesundheitlichen Risiken führen kann. In dem stehendem Wasser können sich Krankheitserreger problemlos vermehren und auch eine neue Herausforderung steht dem Ahrtal bevor, wie Wipperfürth erklärte: „Es gibt Drohnenaufnahmen, die nachts gemacht wurden, und da kann man deutlich erkennen, dass die Rattenpopulation extrem zugenommen hat.“

 

Quelle: dpa