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Infizierte erschnüffeln: Corona-Spürhunde aus der Eifel werden trainiert

Tiere können das Coronavirus riechen! Warum sich das nicht zunutze machen? In Ulmen in der Eifel besuchen aktuell drei Spürhunde eine „Fortbildung“, um zukünftig bei infizierten Personen anschlagen zu können. Doch wie funktioniert das überhaupt?

Tiere helfen im Kampf gegen Corona

Hunde, die an Flughäfen Sprengstoff oder Drogen erschnüffeln, kennen wir ja schon lange. Jetzt könnten uns die Tiere auch im Kampf gegen Corona helfen. Bei der Firma Awias bei Ulmen in der Eifel kriegen gerade drei Sprengstoffhunde eine Art Weiterbildung zum Corona-Spürhund. Sie können es erschnüffeln, wenn jemand mit dem Virus infiziert ist. Hintergrund ist, dass der Schweiß bei Corona-positiven Menschen anders riecht - jedenfalls für Hundenasen.

 

Mit Hilfe der Uniklinik

Daniel Jannett leitet in Ulmen das Hundeausbildungszentrum und stand unserem Reporter Rede und Antwort. Die ursprüngliche Idee der Corona-Spürhunde kam aus dem Ausland. „Als das in anderen Ländern – England, Schweden, etc. – aufgeploppt ist, haben wir zunächst über die Bundesministerien versucht, da ein Projekt zu starten. Das hat am Anfang nicht so geklappt, das war etwas holprig“, sagt er im RPR1.Interview. „Jetzt haben wir eine Arbeitsgemeinschaft zusammen mit der Uniklinik in Mainz und mit einer Hochschule im Rheinbach, wo wir a) den nötigen Ethik-Antrag haben, b) an die Proben rankommen und c) wo wir dann hinterher wissenschaftlich dokumentieren können: Ok, das funktioniert – oder funktioniert eben nicht.“

 

Drago hat 100%-Quote

Das Corona-Schnüffeln funktioniert bisher ziemlich gut. Der schwarze Schäferhund Drago aus der Eifel zum Beispiel hat eine Trefferquote von 100%. Er ist ein sehr erfahrener Spürhund und schon seit Längerem dabei. Die anderen zwei Hunde müssen noch ein bisschen üben, sind aber auch schon ziemlich treffsicher.

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In solchen Rohren werden dem Hund die Positiv bzw. Negativ-Proben präsentiert.

 

Doch wie läuft das Training denn ab, fragen wir Daniel Jannett in Ulmen: „Ich präsentiere ihnen zwei Rohre, eine Positiv-Probe, eine Negativ-Probe. Dann lass ich die Tiere zum Prüfen an die Rohre dran und der Hund prüft beides und zeigt mir dann durch eine sogenannte Passiv-Anzeige, in welchem Rohr der ihm bekannte Stoff ist. Der ihm bekannte Stoff ist durch die vielen Wiederholungen, die wir durchführen, immer die Positiv-Probe.“

Für die Zukunft eine echt tolle Hilfe im Kampf gegen Corona, beispielsweise an Flughäfen oder Grenzübergängen. In Helsinki und Dubai kommen Corona-Spürhunde bereits zum Einsatz.

 

Den ganzen Radiobeitrag zum Anhören:

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Corona-Spürhunde in Ulmen