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Öffentliche Gebäude geschlossen

DRK sucht händeringend nach Räumen für Blutspenden

Die Coronakrise beschäftigt auch das Deutsche Rote Kreuz. Aktuell sucht die Organisation händeringend nach Räumen für Blutspenden, da öffentliche Gebäude weitestgehend dicht sind.

Es braucht dringend Räume

Die Schließung von Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden stellt den DRK-Blutspendedienst vor ein neues Problem: Vielerorts fehle es an geeigneten Räumen, um Blutspenden zu sammeln, sagte ein Sprecher des DRK-Blutspendedienstes West, der für Rheinland-Pfalz und das Saarland sowie für Nordrhein und Westfalen-Lippe zuständig ist, der Deutschen Presse-Agentur.

Derzeit führe man vielerorts Gespräche mit Verantwortlichen, damit Räumlichkeiten für diese essenzielle Aufgabe weiter zur Verfügung stehen. Es müsse klar sein, dass Blutspendetermine nicht mit Schützenfesten und anderen Freizeitveranstaltungen gleichzusetzen seien, sagte er. Vielmehr handele sich hierbei um Zusammenkünfte, die dringend gebraucht würden.

An Spendenbereitschaft mangele es indes nicht, erklärte der Sprecher. „Die Menschen stehen da wie eine Wand.“

Beispielsweise Krebspatienten sind auf Spenden angewiesen

In der Tat erklärte auch Eberhard Weck, Leiter Spendenmarketing beim DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg/Hessen, der Deutschen Presse-Agentur, dass aktuell wieder mehr Menschen Blut spenden. Nach einer ungewöhnlich langen Flaute während der Fastnachtszeit und in den Tagen danach kämen mittlerweile wieder mehr Menschen zu den Terminen.

Doch wie lange bleibt das so? Er mahnte zugleich: „Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt.“ Auch in Zeiten der Coronakrise gelte es, nicht nachzulassen, da der Bedarf an Blutprodukten weiterhin hoch sei. So würden alleine 19 Prozent der Blutprodukte für die alltägliche Versorgung von Krebspatienten benötigt. Weitere jeweils 16 Prozent brauchten Patienten mit Herzerkrankungen sowie Magen- und Darmkrankheiten.

Kann ich in diesen Zeiten bedenkenlos Blut spenden?

Die Sorgen von Spendewilligen rund um das Coronavirus sind natürlich nachvollziehbar, doch laut DRK werde alles getan, um mögliche Risiken zu minimieren. So würden potentielle Spender schon im Eingangsbereich der Blutspendeeinrichtungen befragt. Wer etwa innerhalb der vergangenen Wochen in Italien oder einer anderen vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiet eingestuften Region war oder mit erhöhter Temperatur und anderen Erkältungssymptomen zum Spendetermin komme, werde weggeschickt. In den Räumlichkeiten würden die Spender zudem räumlich voneinander getrennt, um Ansteckungen zu vermeiden.

Auch einige weitere Regeln gelte es zu beachten: Wer Kontakt zu einem an Coronavirus-Erkrankten oder zu einem Verdachtsfall hatte, darf vier Wochen nach diesem Kontakt kein Blut spenden. Und Menschen, die selbst an Covid-19 erkrankt sind, müsse für drei Monate nach Ausheilung der Lungenkrankheit aufs Blutspenden verzichten.

Für die Empfänger von Blutspenden bestehe derweil nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen kein Ansteckungsrisiko, sagte Weck: Das Coronavirus Sars-CoV-2 werde per Tröpfcheninfektion, nicht aber über das Blut weitergegeben.

Quelle: dpa