Viele Diskussionen um Windräder im Hunsrück

Es tut sich was in Sachen Windkraft in Rheinland-Pfalz. Während im Hunsrück – zur Freude der Bürger*innen – erstmals Windräder mit abschaltbarem Licht installiert worden sind, gibt es rund um den geplanten Windpark im Vierherrenwald viel Ärger zwecks der Rodung von Bäumen.

Windrad blinkt nur, wenn Flugzeug kommt

In Rheinland-Pfalz sind erstmals Windräder mit abschaltbarem Licht im Hunsrück installiert worden. Das innovative System führe dazu, dass die roten Blinklichter nur leuchten, wenn sich tatsächlich ein Flugzeug nähert, so die Staatskanzlei in Mainz. In der restlichen Zeit bleibe es dunkel.

Die sogenannte bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung funktioniert den Angaben nach per Flugradar. Die insgesamt fast 20 neuen Anlagen stehen nun im Hunsrück im kommunalen Windpark Am Ranzenkopf und im Windpark der Morbacher Energielandschaft.

 

Neue Technik war lange verboten

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte zur Inbetriebnahme der Windräder am Donnerstagabend. „Die neue Signalbefeuerung entlastet die Menschen, die sich durch das nächtliche Dauerblinken gestört fühlen.“ Eine nachhaltige Energieversorgung müsse auch möglichst umweltverträglich sein, sagte Dreyer zudem mit Blick auf die Tierwelt.

Die Technik, dass Signallichter durch Transponder aus vorbeifliegenden Flugzeugen ausgelöst werden und sich danach wieder abschalten, gebe es schon lange, sagte Klimaschutzministerin Anne Spiegel (Grüne). „Sie durften nur nicht verwendet werden.“ Das habe die Bundesregierung mit Unterstützung von Rheinland-Pfalz geändert.  

 

Selbst die Grünen sind gegen die Winkraft im Vierherrenwald

Rund um der Vierherrenwald kochen die Emotionen hingegen wegen des geplanten Windparks weiter hoch. Dort geht die Kritik sogar noch weiter - selbst die Grünen sind dort dagegen. Klingt erstmal ungewöhnlich. Hans-Joachim Billert aus dem VG-Rat Herrstein Rhaunen, hat uns im RPR1.Interview erklärt, warum das so ist: „Bei aller Sympathie für Windkraft, die ich auch habe: Der Kritikpunkt ist hier, dass größere Waldgebiete abgeholzt werden müssen. Außerdem ist nicht geklärt, wie die Windräder da überhaupt hinkommen sollen. Es handelt sich hier um ein sehr sensibles Gebiet – es ist ein Wasserschutzgebiet und gleichzeitig ein Vogelzug-Schutzgebiet. Das sind Dinge, die mir sehr zu denken geben.“

Natur zerstören, um erneuerbare Energien zu gewinnen? Nicht nur für den Grünen-Politiker eine schwierige Rechnung. Auch wenn es im konkreten Fall vielleicht schon zu spät ist – Billert wünscht sich bei solchen Projekten mehr Bürgerbeteiligung.

30 Jahre nach dem Bau sollen die Windräder übrigens wieder verschwinden. Das alleine ist für Hans-Joachim Billert und andere Kritiker des Projekts aber eher kein Trost, wie er sagt. Denn die Eingriffe in die Natur, die vorher nötig sind, werden bleiben.

 

Quelle: RPR1.Studio Trier