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2G-Regelung: Herausforderung für Handel und Kundschaft

2G-Regel im Einzelhandel bedeutet Zutritt nur für Geimpfte und Genesene. Viele Händler klagen deswegen über Umsatzeinbußen. Eine mögliche Lockerung der Kontrollen begeistert aber längst nicht alle.

Einkaufsbummel wird weniger

Der Einzelhandel wird seit der 2G-Regelung immer weniger frequentiert. Wie Jan Sebastian, Präsident des Handelsverbands Rheinland-Pfalz im Interview mit RPR1. erklärt, fällt durch die vermehrte Kontrolle der gewohnte Bummel, bei dem man sich in einem Geschäft einfach mal umschaut oder inspirieren lässt, weg. Dafür wäre es zu umständlich, jedes Mal von neuem den Impfstatus kontrollieren zu lassen. „Natürlich wären wir alle froh, wenn wir diese Überprüfungen nicht mehr machen müssten. Auf der anderen Seite wissen wir, dass sich auch viele Kunden genau dadurch wohl oder auch sicherer fühlen, weil es diese Überprüfungen gibt,“ sagt der Präsident des Handelsverbands.

 

Handel wünscht sich mehr Unterstützung

Auf der anderen Seite ist die Überprüfung gerade für kleine Händler*innen sehr aufwendig. Auch wenn in Rheinland-Pfalz nur eine stichprobenartige Überprüfung gefordert wird, würde sich der Handel laut Sebastian mehr Regelung wünschen. Mit der Kontrolle der Maskenpflicht und von 2G-Regeln, übernehme der Handel staatliche Aufgaben. Sebastian wünscht sich deshalb mehr staatliche Unterstützung.

 

Wie stehen Verbraucher*innen zu den Kontrollen?

Laut einer Yougov-Umfrage würden sich 30 Prozent der Befragten bei stichprobenartigen Kontrollen unsicherer fühlen. 36 Prozent sehen beim Sicherheitsgefühl keinen Unterschied zwischen Stichproben und Einlasskontrollen aller Kunden. 14 Prozent der Teilnehmer*innen betreten nach eigenen Angaben derzeit kein Geschäft, in dem eine 2G-Regelung gilt.

 

Anwachsende Konjunkturbremse

Hauptgeschäftsführer des Mittelstandsverbundes, Ludwig Veltmann sagte, dass die anhaltenden pandemiebedingten Restriktionen und das damit verbundene Kundenverhalten zu einer Konjunkturbremse anwachsen könnte. Gerade kleine und mittlere Handels- und Dienstleistungsunternehmen könnten krisenbedingt erheblichen Schaden nehmen. Auch der rheinland-pfälzische Präsident des Handelsverbands bestätigt, dass bei vielen Händlern längerfristig die Gewinnzone nicht erreicht wird.

 

Quelle: dpa, Interview mit Jan Sebastian (Präsident des Handelsverbands Rheinland-Pfalz)

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