Die Bayern mit der Meisterschale: Gibt es wieder das gewohnte Bild? (Archivbild)
Tom Weller/dpa
Die Bayern mit der Meisterschale: Gibt es wieder das gewohnte Bild? (Archivbild)
Vor dem Liga-Start

Wer wird deutscher Meister? Das sagen die Trainer

Vor dem Saisonstart geben Bundesliga-Trainer ihren Meister-Tipp ab. Der Favorit kommt wieder aus München. Zwei Coaches nennen aber auch einen anderen Verein - und es ist nicht Borussia Dortmund.

Die gewagteste Prognose gibt ein Aufstiegstrainer ab. «VfB Stuttgart», sagte Paderborns Coach Ralf Kettemann auf die Frage, wer in der kommenden Saison deutscher Meister wird. Die Mehrheit seiner Kollegen aus der Fußball-Bundesliga ist sich dagegen einig: Am Ende der Spielzeit, die am Freitag mit der Partie des FC Bayern München gegen den VfB beginnt (20.30 Uhr/Sat.1 und Sky), reckt wieder der Rekordmeister die Schale in die Höhe.

In einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zu mehreren Themenkomplexen nennen elf Trainer das Team von Trainer Vincent Kompany als ihren Favoriten auf den Titel. Sechs wollten sich nicht festlegen, äußerten sich nicht klar oder gingen nicht auf die Frage ein.

Freiburg-Coach adelt Kompany

«Bayern besitzt nach wie vor die größte individuelle Qualität, die größte Kadertiefe und gewinnt über 34 Spieltage die meisten Spiele», sagte Hoffenheim-Coach Christian Ilzer. «Leverkusen und Dortmund werden sehr nahe dran sein, aber Meister wird für mich wieder Bayern München.»

Julian Schuster glaubt das ebenfalls. Der Trainer des SC Freiburg adelt in seiner Antwort seinen Münchner Kollegen. «So lange Vincent Kompany der Trainer in München ist, werden die Bayern wohl Meister sein», sagte Schuster.

Auch Borussia Mönchengladbachs Coach Eugen Polanski nennt den FCB als Topkandidaten auf den Titel, ergänzt aber auch: «Wenn ich einen Außenseitertipp abgeben darf, dann der VfB Stuttgart.» Die Schwaben haben mit ihrer Entwicklung unter Sebastian Hoeneß in den vergangenen Jahren Eindruck hinterlassen. Wenn der DFB-Pokalsieger von 2025 und Finalist dieses Sommers das Kompany-Starensemble ernsthaft herausfordern könnte, wäre das trotzdem eine große Überraschung. 

Wie schnell helfen die Neuzugänge?

Anders als der VfB werden Borussia Dortmund oder RB Leipzig als erste Bayern-Verfolger der Vorsaison von keinem Trainer als Favorit genannt. Beide Teams haben zumindest einen Teil-Umbruch hinter sich und sind schwer einzuschätzen. Beim BVB, den unter anderem Karim Adeyemi, Julian Brandt und Niklas Süle verlassen haben, kommt viel darauf an, wie die Neuzugänge ohne Bundesliga-Erfahrung den Revierclub verstärken.

Beim 1:2 im Franz-Beckenbauer-Supercup gegen die Bayern deuteten vor allem die beiden Griechen Konstantinos Karetsas und Giannis Konstantelias an, dass sie den Dortmund-Fans noch viel Spaß machen können. Reicht es schon, um den Druck auf die Bayern in der Liga zu erhöhen? In der Abschlusstabelle der Spielzeit 2025/26 lag Dortmund als Meisterschaftszweiter 16 Punkte hinter den Münchnern.

Neue Trainer in Leipzig und Leverkusen

Leipzig muss nicht nur den zu Real Madrid abgewanderten Superstürmer Yan Diomande ersetzen. Die Sachsen gehen auch mit einem neuen Coach in die Saison. Kann ausgerechnet der langjährige frühere Bayern-Profi Martín Demichelis seinen ehemaligen Arbeitgeber nun als Trainer ärgern?

Der bis dato letzte Club, dem das so richtig gelang, war Bayer Leverkusen. 2024 unterbrachen die Rheinländer die bayerische Titel-Dominanz. Nach dem Coup unter Trainer Xabi Alonso versuchten sich erst Erik ten Hag und dann Kasper Hjulmand als Coach. In die neue Saison startet Bayer 04 mit Trainer Carles Martínez. Bayer als Meister? Auch diese Prognose nennt kein Bundesliga-Trainer.

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus rechnet ebenfalls mit Langeweile an der Tabellenspitze. «Letztes Jahr habe ich gesagt, dass Bayern mit mindestens 15 Punkten Vorsprung Meister wird. Am Ende waren es 16. Auch diese Saison werden die Münchner mit mindestens zehn Punkten mehr als die Konkurrenz abschließen», schrieb der 65-Jährige in einer Sky-Kolumne. Und was sagen die Münchner selbst?

«Wenn du beim FC Bayern bist, dann weißt du, dass du immer der Favorit bist, egal wo und wann und gegen wen du spielst», sagte Sportvorstand Max Eberl. «Wir haben letztes Jahr eine herausragende Saison gespielt und natürlich ist es unser Ziel, diese Leistung wieder zu erreichen.»

Von Thomas Eßer, dpa
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