Der Kapitän und sein Trainer: Kylian Mbappé (l.) mit Didier Deschamps.
Tom Weller/dpa
Der Kapitän und sein Trainer: Kylian Mbappé (l.) mit Didier Deschamps.
Fußball-WM

Mbappé brilliert weiter: Frankreich-Show gegen Schweden

Frankreichs Sieg im Sechzehntelfinale ist eine Machtdemonstration. Mbappé hängt Klose ab - und schiebt sich dicht an Messi heran. Bayerns Olise glänzt wieder als Vorbereiter, Deschamps jubelt mit.

Topfavorit Frankreich und Superstar Kylian Mbappé zaubern sich bei der Fußball-WM mehr und mehr Richtung Titel. Der zweimalige Weltmeister setzte sich im Sechzehntelfinale hochverdient mit 3:0 (1:0) gegen Schweden durch und trifft am Samstag in Philadelphia nun auf Deutschland-Bezwinger Paraguay.

Mbappé (45./74. Minute) und Bradley Barcola (53.) trafen vor 80.663 Zuschauern in East Rutherford für die Franzosen, die phasenweise eine große Show boten. Nicht nur Mbappé, der in der ewigen WM-Torjägerliste ganz nah an Lionel Messi heranrückte, drehte auf. Auch Bayern-Profi Michael Olise glänzte wieder mal als Vorbereiter. Wer soll Les Bleus eigentlich stoppen?

Olise artistisch an den Pfosten

In der Anfangsphase verteidigten die Schweden noch kompakt. Doch je länger die erste Halbzeit dauerte, desto spektakulärer wurde das Spiel der Franzosen. Ein ums andere Mal kombinierten sie die gegnerische Defensive auseinander. Ein erster Treffer von Mbappé wurde wegen einer Abseitsstellung zurecht nicht gegeben (20.). Danach erhöhte die Équipe Tricolore mehr und mehr den Druck.

Mbappé setzte die Kugel nach einem feinen Spielzug an den linken Pfosten (31.), Olise vier Minuten später an den rechten - und wie. Der Seitfallzieher des Bundesliga-Profis vom FC Bayern München aus rund 15 Metern hatte absolutes Traumtor-Potenzial, doch er landete letztlich nur am Aluminium.

Mbappé jubelt mit Trainer Deschamps

Nachdem Olise noch zwei weitere Abschlüsse genommen hatte, belohnte Mbappé die Dominanz der Franzosen mit dem überfälligen 1:0. Nach einer schnellen Kombination über drei Stationen - Olise, Ousmane Dembélé, Mbappé - traf der Stürmer von Real Madrid halbhoch und unhaltbar ins rechte Eck.

Seinen Treffer, mit dem er den deutschen Ex-Profi Miroslav Klose in der WM-Allzeit-Torjägerliste abhängte, bejubelte Mbappé mit einem Sprint zu seinem Trainer Didier Deschamps. Sämtliche Mitspieler folgten ihm und bildeten eine große Traube. Es war eine schöne Geste für den Coach, der nach dem Tod seiner Mutter das letzte Gruppenspiel gegen Norwegen verpasst hatte.

Olise scheitert - und serviert dann wieder

Nach der Pause ging's zunächst gerade so weiter. Olise bediente mit einem seiner Zauberpässe Barcola - und der Flügelspieler von Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain erhöhte mit einem platzierten Schuss ins linke Eck.

Und Schweden? Wenn sie qualifiziert waren, haben die Skandinavier in diesem Jahrtausend bei jeder WM die K.-o.-Phase erreicht. «Wir müssen das Spiel unseres Lebens spielen», hatte Trainer Graham Potter angekündigt. Doch die Franzosen waren einfach eine Nummer zu groß. Abgesehen von vereinzelten Nadelstichen hatten die Schweden dem Gegner nichts entgegenzusetzen.

In der 72. Minute hätte Olise auf 3:0 erhöhen können, scheiterte aber an Keeper Jacob Widell Zetterström. Kurz darauf servierte der 24-Jährige dann mal wieder maßgerecht - und Mbappé krönte seine Leistung mit dem Doppelpack.

Christoph Lother und Florian Lütticke, dpa
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