Aicher tröstet sich damit, in der Disziplinwertung 80 Punkte gutzumachen und zwei Rennen vor dem Saisonende nur noch 14 Zähler hinter Lindsey Vonn zu liegen. Die Amerikanerin kann nach ihrem Sturz bei Olympia und der schweren Unterschenkel- sowie Knieverletzung in diesem Winter nicht mehr antreten.
Führungswechsel im Kugelkampf schon am Samstag?
Schon an diesem Samstag (10.45 Uhr/ZDF und Eurosport) könnte Aicher bei der nächsten Abfahrt die Führung übernehmen und sogar den Triumph im Kampf um die kleine Kristallkugel rechnerisch perfekt machen: Hinter der 22-Jährigen folgen Pirovano mit 50 und Weidle-Winkelmann mit 80 Punkten Rückstand. Die bis dato letzte deutsche Skirennfahrerin, die eine kleine Disziplin-Kristallkugel gewinnen konnte, war Viktoria Rebensburg 2018 im Riesenslalom.
Falls Aicher ihre Form hält und weiter signifikant punktet, ist sogar der ganz große Coup in der Gesamtwertung möglich: Dort nämlich rückte sie auf den zweiten Platz hinter Mikaela Shiffrin vor - zum US-Star fehlen ihr noch 139 Punkte. Weil Shiffrin bei den beiden Abfahrten und dem Super-G in Val di Fassa nicht antritt, könnte Aicher sogar als Führende im Ringen um die große Kristallkugel aus diesem Speed-Wochenende hervorgehen. Vor 15 Jahren hatte Maria Höfl-Riesch die Gesamtwertung im Alpin-Weltcup gewonnen.
Showdown mit Shiffrin winkt beim Weltcupfinale
Shiffrin müsste dann vor allem in den verbleibenden zwei Slaloms und zwei Riesenslaloms punkten - allerdings gehört Aicher auch in den technischen Disziplinen inzwischen zur Weltspitze.
«Ich glaube, Mikaela gerät etwas ins Schwitzen und spürt Emmas Atem in ihrem Nacken», sagte Ex-Athletin Rebensburg zuletzt als Eurosport-Expertin. Es deutet sich ein Showdown beim Weltcup-Finale Ende März im norwegischen Lillehammer an.
Von Manuel Schwarz, dpa
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