Hoeneß stöhnt: «Das ist hart»
«Das ist hart», stöhnte Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß nach der nächsten bayerischen Zurechtweisung drei Monate nach dem 0:3 mit drei Kane-Treffern im DFB-Pokalfinale in Berlin. Wieder hatte er sich etwas ausgedacht. Über den gesamten Platz verfolgten die VfB-Profis die Münchner in Manndeckung. Das stresste die Bayern lange Zeit. Aber am Ende kam es doch wie immer. DFB-Kapitän Joshua Kimmich sprach hinterher von «einem Spiegelbild zu all' den anderen Spielen gegen den VfB». Stuttgart wehrt sich - aber Bayern jubelt.
Im Nachgang legten die Münchner Double-Sieger dann noch verbal nach. Sportvorstand Max Eberl sprach von «einer Duftmarke», die man gesetzt habe. Und Kimmich erschreckte die Liga. «Es war ein Schritt in die richtige Richtung. Trotzdem wissen wir alle, dass wir noch ein Stück von unseren besten Level entfernt sind», sagte der 31-Jährige eine Woche nach dem auch schon beeindruckenden Gewinn des Supercups in Dortmund.
Wer die Bayern-Stars am Boden hält
Das höchste Level wird nötig sein, um das Ziel aller Ziele im dritten Kompany-Jahr zu realisieren. Das lautet, Paris Saint-Germain von Europas Thron zu stürzen und im Mai 2027 die Champions League zu gewinnen.
Der Faktor Kompany ist das eine. «Der Boss hält uns am Boden. Er pusht uns an unsere Grenzen. Er will immer eine Weiterentwicklung», erzählte Kane. Der 40 Jahre alte Belgier trieb seine Profis noch in der Nachspielzeit am Spielfeldrand an. «Perfekt ist es nie, auch heute nicht. Aber es war schon beeindruckend», befand Kompany. Weiter geht's. «Was heute war, ist morgen nicht mehr wichtig. Und was letzte Saison war und die Titel, ist heute auch nicht mehr wichtig.»
Selbst der grandiose Liga-Torrekord von 122 Treffern aus der Vorsaison scheint für die Giganten-Offensive um Kane, Olise, Díaz und den bei seinem Liga-Debüt als Joker mit zwei Assists glänzenden Marokkaner Ismael Saibari nicht unerreichbar zu sein. «Es ist in der DNA dieser Mannschaft. Sie wissen, wo das Tor steht», sagte Kompany zur Angriffswucht.
Erste Lobeshymnen auf Neuzugang Saibari
In 50-Millionen-Euro-Zugang Saibari ist der Abteilung Attacke noch ein weiteres Puzzle-Teil hinzugefügt worden. «Ich mag den Jungen», sagte Kane. Kimmich sprach von einer «absoluten Verstärkung». Und Chefeinkäufer Eberl gab Saibari gleich mal die Note «Eins» für seine Torvorlagen auf Pavlovic und Díaz.
«Es war sehr schön, mein erstes offizielles Spiel in der Allianz Arena und mein erstes Bundesligaspiel zu gewinnen. Und für mich selbst, zwei Tore vorzubereiten, war auch sehr schön», sagte der WM-Teilnehmer.
«Ich bevorzuge es zu treffen», bemerkte derweil der ausnahmsweise torlose Kane. «Aber wenn du fünf Tore schießt - und mein Name steht nicht auf dem Scoreboard -, heißt das, dass die anderen es extrem gut gemacht haben.» Wer immer auf den Platz komme, diesmal war es Saibari, könne «den Unterschied machen». Und es dürfte noch besser kommen: Jungstar Lennart Karl feierte nach der verpassten WM ein Kurz-Comeback. Und auch Jamal Musiala und Serge Gnabry werden noch zurückkehren. Wer soll diese Bayern stoppen?