«In dieser Phase meiner Karriere erforsche ich auch andere Dinge außerhalb der Formel 1, um Spaß zu haben.» Verstappen ist begeisterter Sim-Racer und mittlerweile auch Besitzer eines eigenen GT-Teams.
«Wenn er zurücktreten will, kann er zurücktreten»
Mit Verstappens Klage und Kritik will sich Weltmeister Lando Norris gar nicht beschäftigen. «Ich habe es genossen», sagte der Engländer nach seinen ersten Testkilometern sogar und meinte spitz in Richtung des entthronten Champions: «Wenn er zurücktreten will, kann er zurücktreten. Die Formel 1 wandelt sich die ganze Zeit. Manchmal fährt man dabei besser, manchmal nicht so gut.»
Norris mag die Herausforderung, seinen Fahrstil neu auszurichten. Und außerdem bekomme er eine Menge Geld bezahlt, dürfe weiter schnelle Autos fahren, «um die Welt reisen und viel Spaß haben. Ich habe nichts zu beklagen.»
Früher war es der Abtrieb, heute eben die Energie
Verständnis erntet Red-Bull-Pilot Verstappen von Fernando Alonso. «Ich kann die Kommentare von Max nachvollziehen, weil du als Fahrer den Unterschied in der Kurve machen willst, wenn du fünf km/h schneller fährst», sagte der Aston-Martin-Pilot. «Jetzt musst du dich aber danach richten, wie viel Energie dein Motor auf der nächsten Gerade noch haben wird.»
Der zweimalige Weltmeister, der schon seit 2001 in der Formel 1 fährt, zerbricht sich aber über Regeländerungen längst nicht mehr groß den Kopf. «So ist die Formel 1 eben und so war sie schon immer», sagte der Spanier. «Jetzt ist es die Energie. Vor ein oder zwei Jahren, als Max noch alle Rennen gewonnen hat, war es der Abtrieb. Am Ende des Tages ist es die Formel 1, wir klappen das Visier herunter und fahren Rennen.»
Hamilton schüttelt mit dem Kopf
Freude am Fahren hatte Rekordweltmeister Lewis Hamilton in seinem ersten Jahr bei Ferrari nur bedingt. Das komplexe Energie-Management gefällt dem Engländer wie auch Verstappen nicht. «Kein Fan wird das verstehen. Es ist so komplex, so lächerlich komplex», schimpfte der siebenmalige Weltmeister.
Hamilton bezog sich vor allem auf den Einsatz der Software-Algorithmen, die die besten Zeitpunkte für Energie-Abgabe und -rückgewinnung bestimmen werden. «Ich hatte an einem Tag sieben Meetings. Es ist, als bräuchten wir einen Abschluss, um das alles komplett zu verstehen», spottete er.
Starts und Sicherheit
McLaren-Teamchef Andrea Stella macht sich indes Sorgen um die Sicherheit vor allem bei den Rennstarts, wenn die Fahrer den Ladedruck aufbauen müssen. Verpassen diese das richtige Timing, kann es zu Fehlstarts und im schlimmsten Fall zu frühen Kollisionen führen.
«Alle Teams und die Fia (Motorsportweltverband) sollten Verantwortung übernehmen, wenn es um die Anforderungen an das Startverfahren geht», sagte Stella und forderte konkrete Änderungen. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel, die Ampel-Sequenz zu verlängern, um den Fahrern genügend Zeit für den Ladevorgang zu geben.
Martin Moravec und Jens Marx, dpa
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