Mit einem dramatischen Sieg hat Tennisprofi Jan-Lennard Struff den erstmaligen Viertelfinal-Einzug in Wimbledon und den bisher größten Grand-Slam-Erfolg seiner Tennis-Karriere geschafft. Der 36-Jährige profitierte in seinem Achtelfinale in London im fünften Satz von der Aufgabe des angeschlagenen Polen Hubert Hurkacz. Nach einem zwischenzeitlichen 0:2-Satzrückstand aus Sicht von Struff stand es 3:6, 6:7 (5:7), 7:6 (7:2), 7:5, 4:2, als Hurkacz nicht mehr weiterspielte.
Nun gegen den Weltranglisten-Ersten Sinner
Zum ersten Mal steht der Sauerländer nun bei einem der vier Grand-Slam-Turniere im Viertelfinale und steht am Dienstag vor einem großen Auftritt gegen den italienischen Titelverteidiger Jannik Sinner.
Im Moment des Siegs dachte Struff aber zunächst an seinen Kontrahenten. «Nur das Beste für Hubi», sagte der deutsche Tennisprofi, der 2024 in München seinen bisher einzigen ATP-Titel gefeiert hatte. Das Ende sei hart. «Ich bin zurückgekommen im dritten (Satz). Irgendwann habe ich gemerkt, dass er nicht mehr ganz so einen Speed im Aufschlag hatte», sagte er. «Hinten raus hat man deutlich gemerkt, dass er Probleme hatte. Für mich war es tough - war Wahnsinn.»
Ende des vierten Satzes hatte das Duell eine unerwartete Wende genommen. Bei 5:5 und Aufschlag von Struff verließ der frühere Wimbledon-Halbfinalist Hurkacz mitten im Spiel für eine Behandlung den Platz. Der frühere Top-Ten-Spieler aus Polen schien Schmerzen zu haben, fasste sich in die Bauchgegend. Er hatte sich schon nach dem dritten Satz am Rücken behandeln lassen.
Struff: «einfach geil»
Hurkacz bewegte sich kaum noch, Struff entschied den vierten Satz für sich. Der Pole ging fortan ins Risiko. Struff gab tatsächlich sein erstes Aufschlagspiel im entscheidenden Durchgang ab, glich aber direkt wieder aus. Immer wieder ließ sich Hurkacz in den Pausen behandeln, spielte aber zunächst noch weiter, bis Struff mit dem nächsten Break mit 4:2 in Führung ging.
Der Warsteiner hatte sich zuvor in seinem bisher größten Wimbledon-Match von den beiden verlorenen ersten Sätzen nicht beirren lassen und weiter gekämpft. Der 36 Jahre alte Deutsche ist jetzt der älteste Tennisprofi der Open Era seit 1968, der zum ersten Mal ein Grand-Slam-Viertelfinale erreicht. «Es ist unglaublich», sagte Struff. «Dass das hier in Wimbledon passiert, ist einfach geil.»
Zverev: Struff wie ein «Teddybär»
Der deutsche Spitzenspieler Alexander Zverev hatte Struff das nächste Erfolgskapitel schon vor dem Achtelfinale gegönnt. «Das liebe ich an Struffi, der kann 37-mal in Folge erste Runde verlieren und dann auf einmal spielt er Viertelfinale beim Grand Slam», hatte der Hamburger am Tag vor dem Auftritt des Tennis-Kollegen gesagt. «Er ist ein riesiger Teddybär. Er hat, glaube ich, kein Gramm Böses in sich.»
Zverev am Montag dran
Der French-Open-Sieger möchte am Montagabend (3. Match nach 14.30 Uhr/Prime Video) einen Haken hinter das Viertelfinal-Ziel in Wimbledon machen. Für Zverev geht es im Achtelfinale gegen den Tschechen Jiri Lehecka. Bisher kam der Hamburger im London nicht über die Runde der besten 16 hinaus.
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