Superstar Serena Williams knuddelte mit ihrer kleinen Adira (2), ihre ältere Tochter Olympia (8) umarmte sie. Die Familie saß auf der Tribüne, als die Sportikone fast vier Jahre nach ihrem zuvor letzten Match ihr Comeback gab, dabei im Doppel-Wettbewerb im Londoner Queen's Club als 44-Jährige gleich mit einem Sieg verblüffte. Und der Tennis- sowie Sport-Welt Hoffnung auf etliche weitere Auftritte machte.
«Die GOAT ist zurück», sagte US-Ski-Star Lindsey Vonn als Zuschauerin dieses aufsehenerregenden Tennis-Highlights. «The Greatest of all times», die Größte aller Zeiten, meinte Vonn.
Der 23-maligen Grand-Slam-Siegerin Serena Williams mag nicht alles gefallen haben, was sie bei ihrer Rückkehr auf die Tour zeigte. Dennoch war ihr Comeback eines Champions würdig. Schließlich wurde die Amerikanerin nicht nur mit Standing Ovations und lautem Applaus empfangen. Es reichte mit der jungen Kanadierin Victoria Mboko auf Anhieb für ein 7:6 (7:2), 6:2 gegen Nicole Melichar-Martinez (USA) und Erin Routliffe (Neuseeland).
Wie gut der Auftritt des Topstars war
Bemerkenswert. Schließlich waren ihre Gegnerinnen an Position drei gesetzt. Routliffe ist zweimalige US-Open-Siegerin im Doppel, Melichar-Martinez zweimalige Grand-Slam-Finalistin.
«Ein C-», gab sich Williams selbst, das amerikanische Notensystem basiert auf Buchstaben, und ging dann etwas nachsichtiger mit sich um. «Wenn man alle Faktoren berücksichtigt, ist die Rückkehr auf Rasen wohl nicht gerade der einfachste Belag», sagte sie. «Rasen, vier Jahre. Insgesamt finde ich, dass es ganz ordentlich war.» Als wolle sie ihre Rückkehr unterstreichen, hatte sie zuvor das Erstrundenmatch mit zwei Assen und einem Aufschlagwinner beendet.
Die erst 19 Jahre alte Mboko empfand es als Ehre, mit der Ausnahmesportlerin zusammen anzutreten - und war beeindruckt. «Da war dieser eine Schlag von dir, weißt du noch? Du warst in Bewegung, hast eine Rückhand gespielt, und ich dachte nur: 'Oh mein Gott, die hat's drauf!'»
Seit dem Spätsommer 2022 hatte das die Sport-Welt nicht mehr zu sehen bekommen. Bei den US Open hatte Serena Williams damals ihr bis zum Dienstag letztes Match bestritten, als sie in der dritten Runde an der Australierin Ajla Tomljanovic scheiterte. Rund ein Jahr später wurde sie zum zweiten Mal Mutter. «Die Serena-Williams-Dynastie ist noch nicht vorbei», schrieben die Turnier-Veranstalter von Queens nun. «Bei ihrer Rückkehr zum Tennis ging es ihr nie darum, Spiele zu gewinnen, sondern darum zu beweisen, dass Größe nicht verschwindet, wenn sich das Leben verändert.»
Warum sie nun zurückkehrt? «Ich hatte nicht Besseres zu tun. Ich war es leid, zu Hause rumzusitzen», scherzte die zweifache Mutter. «Meine Kinder haben Sommerferien. Also, warum nicht?»