Das Viertelfinale gegen van de Zandschulp werde am Mittwoch wieder in der sogenannten Nightsession von New York stattfinden, äußerte Zverev und setzt darauf, dass er diesen Wunsch erneut von der Turnierleitung erfüllt bekommt. Das Arthur Ashe Stadium unter Flutlicht und der Hamburger - das scheint dieses Jahr eine ganz besondere Verbindung zu sein.
Zverev: Platz im Arthur Ashe Stadium von elf bis zwei Uhr gemietet
«Das ist zwar nicht mein Court», sagte Zverev mit Verweis auf die Legenden Roger Federer und Pete Sampras, die im größten Tennisstadion der Welt zusammen zehn Titel gewonnen haben. «Aber es fühlt sich so an, als ob ich diesen Platz von elf bis zwei Uhr gemietet habe.»
Zverev setzt in New York seine starke Saison fort: Halbfinale bei den Australian Open, erster Titel bei den French Open, Endspielniederlage in Wimbledon, nun das Viertelfinale. Insgesamt feierte er seinen 22. Sieg der Saison bei einem Grand-Slam-Turnier und stellte damit den deutschen Rekord von Boris Becker aus dem 1989 ein. Erstmals überhaupt in seiner Karriere hat Zverev in allen vier großen Turnieren eines Jahres die Runde der besten Acht erreicht.
Kraft für nächste Aufgaben gespart
Der Hamburger geht nun auch als großer Favorit in das Duell mit van de Zandschulp. Der Weltranglisten-70. gewann nach großem Kampf gegen den Franzosen Arthur Gea in fünf Sätzen - es war das viertlängste Match der US-Open-Geschichte. Auch in der vorigen Runde war van de Zandschulp über die komplette Distanz gegangen und dürfte am Mittwoch entsprechend ausgelaugt sein. «Ich kann noch stehen», sagte der Niederländer im Siegerinterview stöhnend.
Auch Zverev hatte für seine ersten beiden Siege in diesem Turnier jeweils fünf Sätze und insgesamt neuneinhalb Stunden gebraucht. Doch inzwischen präsentiert sich der physisch starke Weltranglistenzweite bestens davon erholt und sparte erneut wichtige Kräfte für die weiteren Aufgaben.
Im Achtelfinale erwischte Zverev einen perfekten Start. Mit beinahe makellosem Tennis dominierte er den Weltranglisten-22. Darderi, nahm ihm zweimal den Aufschlag ab und führte nach einer guten Viertelstunde mit 4:0.
In Rom noch Niederlage gegen Darderi
Sein italienischer Gegner hatte zwar bereits im Vorjahr die dritte Runde der US Open erreicht. Bei nun insgesamt fünf Siegen in New York hatte er allerdings noch nie einen Spieler aus den Top 100 der Weltrangliste geschlagen. Dass Darderi trotzdem gefährlich sein kann, erlebte Zverev diese Saison allerdings schon selbst. Beim Masters in Rom hatte der Hamburger bereits vier Matchbälle, musste sich dann allerdings mit einem 0:6 im dritten Satz geschlagen geben. Danach hatte er berichtet, krank gewesen zu sein.
Nun ließ sich Zverev nicht vom Erfolgsweg abbringen. Souverän wehrte er im letzten Aufschlagspiel noch einen Breakball ab und holte sich den ersten Satz. Drei Viertel seiner ersten Aufschläge fanden den Weg ins Ziel, Sandplatzspezialist Darderi kam damit kaum ins Spiel.
Und auch im zweiten Durchgang blieb Zverev von Beginn an dran und nahm seinem Gegner sofort wieder den Aufschlag ab. Frustriert drosch Darderi den Ball auf die Tribüne. Dankbar beklatschte das Publikum jeden Punkt des Außenseiters und jubelte über das 1:4. Doch wenig später lag Zverev schon mit 2:0-Sätzen vorne.
Darderi kämpfte sich in den dritten Durchgang, gab nicht auf und feierte fast jeden Punktgewinn mit der Faust. Erstmals erhielt Zverev echte Gegenwehr, setzte sich aber im Tie-Break nervenstark durch.
Von Florian Lütticke, dpa
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