Zahl der Asylverfahren in Rheinland-Pfalz erneut gestiegen
Die Verwaltungsgerichte haben 2025 mehr Arbeit mit neuen Verfahren gehabt als zuvor. Das liegt vor allem an den Asylverfahren. Wie wird das dieses Jahr?
Die Verwaltungsgerichte haben 2025 mehr Arbeit mit neuen Verfahren gehabt als zuvor. Das liegt vor allem an den Asylverfahren. Wie wird das dieses Jahr?
Die Verwaltungsgerichte in Rheinland-Pfalz haben im vergangenen Jahr vor allem wegen Asylverfahren deutlich mehr zu tun gehabt. An den Verwaltungsgerichten in Koblenz, Mainz, Trier und Neustadt an der Weinstraße sind insgesamt mehr als 12.400 Verfahren eingegangen, wie das Oberverwaltungsgericht (OVG) Rheinland-Pfalz in Koblenz mitteilte. Das sind knapp 2.700 mehr als 2024.
Das sei vor allem auf eine weitere Zunahme der Asylverfahren zurückzuführen, hieß es. Hier stieg die Anzahl demnach von rund 5.300 im Jahr 2024 auf gut 7.800 neu eingegangene Verfahren im vergangenen Jahr. Dies sei nach den Spitzenjahren 2016 und 2017 der dritthöchste Wert der letzten 30 Jahre.
Bei dem für Asylrecht landesweit zuständigen Verwaltungsgericht Trier sei daher Personal verstärkt worden. Zudem wurde am Oberverwaltungsgericht zum 1. Januar 2026 ein neuer zweiter Asylsenat eingerichtet. Dies sei nötig geworden, da die Zahlen in der zweiten Instanz 2025 «in die Höhe geschossen seien»: Sie lagen bei 1.100 Verfahren – knapp 70 Prozent über dem Vorjahr.
OVG-Präsident erwartet keine Entlastung
Auch für das laufende Jahr werde keine Entlastung erwartet: «Diese Situation fordert die Verwaltungsgerichtsbarkeit in besonderem Maße», sagte der Präsident des Oberverwaltungsgerichts Lars Brocker laut Mitteilung.
Auch in anderen Bereichen – etwa im Bau-, Umwelt-, Wirtschafts- und Polizei- und Ordnungsrecht – seien die Verfahren in der ersten Instanz im dritten Jahr in Folge gestiegen. Der Trend setze sich fort: In den ersten beiden Monaten dieses Jahres habe dort das Plus bei fast zwölf Prozent gelegen.
Alle vier Verwaltungsgerichte des Landes seien dabei von dem Anstieg betroffen – die Standorte Koblenz (plus 23,8 Prozent) und Neustadt an der Weinstraße (plus 19,3 Prozent) sogar «weit überproportional», hieß es.
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