Mainz 05 und Phillip Tietz haderten mit dem Ergebnis gegen Paderborn.
Torsten Silz/dpa
Mainz 05 und Phillip Tietz haderten mit dem Ergebnis gegen Paderborn.
Fußball

Wieder kein Auftaktsieg und Mainzer Sorgen um Kohr

Mainz verpasst auch im vierten Anlauf einen Bundesliga-Auftaktsieg. Trainer Fischer sieht dafür einen einfachen Grund. Überschattet wird das Remis von den Sorgen um einen verletzten Leistungsträger.

Urs Fischer brachte es mit nur einem Satz auf den Punkt. «Uns hat das Tor gefehlt», sagte der Trainer des FSV Mainz 05 nach dem torlosen Unentschieden zum Bundesliga-Start gegen den Aufsteiger SC Paderborn. Mit der Leistung seiner Mannschaft sei er jedoch «nicht unzufrieden», ergänzte der Schweizer. 

Die Rheinhessen schossen vor 33.305 Zuschauern häufiger auf das Tor, spielten mehr Pässe und hatten deutlich mehr Ecken als der Gegner. Doch entweder ließen sie in aussichtsreichen Positionen die Genauigkeit vermissen, oder ihnen fehlte das nötige Quäntchen Glück.

Mainz hadert mit dem Pech

So wie beim Lattentreffer von Phillip Tietz oder beim ausbleibenden Elfmeterpfiff nach einem Ziehen am Trikot von Nadiem Amiri kurz nach Wiederbeginn. Der Nationalspieler, der im Trainingslager unter tosendem Applaus seinen Verbleib in Mainz verkündet hatte, kam dadurch im Strafraum zu Fall und wurde um eine Abschlussmöglichkeit gebracht.

Für Fischer war es ein «eindeutiger Strafstoß». Er fühlte sich an eine Szene aus der vergangenen Saison erinnert, als Bayern-Torjäger Harry Kane beim 2:2 in München nach einem Zweikampf mit FSV-Verteidiger Kacper Potulski einen Elfmeter zugesprochen bekam. Damals «hat es gereicht», so Fischer. «Nichtsdestotrotz geht es mir nicht um den Schiedsrichter. Wir hatten unsere Möglichkeiten aus dem Spiel heraus. Dann musst du auch nicht allzu lange über diese Szene diskutieren.»

Der Unparteiische Tobias Stieler entschied sich zum Ärger der Gastgeber gegen einen Pfiff. So verpasste Mainz 05 zum vierten Mal nacheinander einen Sieg zum Saisonauftakt. «Wir waren, glaube ich, die bessere Mannschaft und waren auch näher dran am Sieg», befand Sportdirektor Niko Bungert. «Manchmal reicht es aber trotzdem nicht.» Der Punkt lässt den früheren Profi «nicht in Euphorie verfallen», gestand er. 

Sorgen um Kohr

Zumal die Stimmung der Mainzer in der Schlussphase einen weiteren Dämpfer erhielt. Abwehrspieler Dominik Kohr, der den Platz nicht eigenständig verlassen konnte, könnte sich schlimmer verletzt haben. «Ich möchte nichts irgendwie erzählen, aber der Fuß ist schon geschwollen», sagte Fischer, der mit seiner Mannschaft am kommenden Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) beim Hamburger SV gefordert ist. 

Vorher steht am Dienstag noch das Ende der Wechselperiode an. Kaishu Sano gilt weiter als potenzieller Wechselkandidat, stand gegen Paderborn aber in der Startelf. «Man weiß ja, dass im Fußball verrückte Dinge passieren», sagte Bungert. «Es ist über das Jahr erlaubt, uns verrückte Angebote zu machen von überall auf der Welt. Und wir sagen auch nicht, dass wir jetzt den Hörer nicht mehr abnehmen. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass er bei uns bleibt, steigt minütlich.»

Von Maximilian Wendl, dpa
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