Wie steht es um die Sicherheit in Freibädern?
Mehr Sicherheit durch Schulungen und zusätzliche Kräfte: Wie Freibäder in Rheinland-Pfalz auf die Herausforderungen der Saison reagieren und welche Maßnahmen für 2026 vorgesehen sind.
Mehr Sicherheit durch Schulungen und zusätzliche Kräfte: Wie Freibäder in Rheinland-Pfalz auf die Herausforderungen der Saison reagieren und welche Maßnahmen für 2026 vorgesehen sind.
Die neue Freibadsaison rückt näher. Vielerorts bereiten sich die Bäder bereits auf den Start in die warmen Monate vor. Ein wichtiger Aspekt: Sicherheit. Denn in den vergangenen Jahren standen Freibäder in Deutschland insbesondere wegen einzelner Vorfälle wie Übergriffen oder Konflikten im Badebetrieb wiederholt im Fokus der Öffentlichkeit.
Bundesweite Aufmerksamkeit erregte etwa ein Fall im hessischen Gelnhausen, bei dem mehrere Mädchen laut Polizei dem Personal meldeten, sie seien im Becken aus einer Gruppe von Männern heraus am ganzen Körper angefasst worden.
Welche Sicherheitsvorkehrungen treffen Freibäder in Rheinland-Pfalz zur Saison 2026? Und was kostet der Eintritt? Kommunen und Betreiber haben in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur Einblicke gegeben.
Koblenz
Die Stadt Koblenz setzt nach eigenen Angaben an stark besuchten Tagen im Freibad Oberwerth auf zusätzliche Sicherheitskräfte. Deren Einsatz werde flexibel je nach Wetterlage und Besucheraufkommen gesteuert, teilte die Stadt mit. Eine Erhöhung der Zahl der Wasseraufsichtskräfte sei nicht vorgesehen, auch habe der Vorfall in Gelnhausen keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Planungen gehabt. Der reguläre Eintritt liegt 2026 bei fünf Euro.
Rhein-Pfalz-Kreis
Im Rhein-Pfalz-Kreis teilte eine Sprecherin mit, man setze auf Schulungen des Personals, etwa zu Konflikttraining und Dienstleistung. Im Kreisbad Mutterstadt werde das Personal an heißen Tagen und Wochenenden durch zwei Sicherheitskräfte unterstützt. Die Kosten für zusätzlichen Sicherheitsdienst lägen bei rund 40.000 Euro, abhängig vom Einsatz, so die Sprecherin.
Die Eintrittspreise steigen ab 1. Juni 2026 im Schnitt um rund zehn Prozent, erstmals seit 2007. Gründe seien neben Sicherheit vor allem Energie-, Personal- und Dienstleistungskosten, teilte der Kreis mit. Eine reguläre Einzelkarte kostet beispielsweise im Kreisbad Römerberg derzeit 3,50 Euro.
Speyer
Die Stadtwerke Speyer teilten mit, man setze etwa im Sport- und Erlebnisbad Bademaxx weiterhin auf das bestehende Sicherheitskonzept mit zusätzlichem Sicherheitsdienst bei hoher Auslastung. Die Zahl der Aufsichtskräfte werde bei Bedarf angepasst.
Im vergangenen Jahr seien für zusätzliches Sicherheitspersonal rund 15.000 Euro angefallen. Auswirkungen auf die Eintrittspreise gebe es derzeit nicht, für 2026 seien keine Erhöhungen geplant, hieß es. Das Bademaxx-Freibad öffnet ab dem 19. Mai bis Anfang September. Eine reguläre Tageskarte kostet sechs Euro.
Kaiserslautern
In Kaiserslautern setzt die Stadt nach eigenen Angaben weiter auf qualifiziertes Fachpersonal. Eine Aufstockung der Aufsichtskräfte habe nicht stattgefunden, gleichzeitig werde Personalgewinnung schwieriger, teilte die Verwaltung mit. Zu möglichen Zusatzkosten machte die Stadt keine Angaben. Die Eintrittspreise bleiben 2026 unverändert. Im Freibad Waschmühle etwa kostet eine reguläre Einzelkarte 3,50 Euro.
Landstuhl
Auch in Landstuhl und den umliegenden Bädern setzt man laut Betreiber auf Prävention und Schulung. Man nehme an der Aktion «Flossen weg» teil, die für den Umgang mit sexualisierter Belästigung sensibilisiere, hieß es. Teil davon sei, dass konkrete Handlungsanweisungen und Strategien vermittelt werden, um in kritischen Situationen reagieren zu können.
Zuletzt habe es keine Anpassungen gegeben, sagte ein Sprecher. Die Aufsichtskräfte wurden nicht erhöht, zusätzliche Kosten entstanden daher auch nicht. Die Eintrittspreise bleiben stabil: Erwachsene zahlen etwa im Naturerlebnisbad Landstuhl für ein Tagesticket vier Euro laut Webseite.
Trier
In Trier setzen die Stadtwerke nach eigenen Angaben weiterhin Sicherheitspersonal in allen Bädern ein, vor allem auf den Außenflächen, bei Bedarf auch an den Eingängen. Die Zahl der eingesetzten Kräfte variiere je nach Betrieb. Die Konzepte würden laufend in Abstimmung mit Polizei und Fachleuten weiterentwickelt, sagte ein Sprecher der Stadtwerke. Die Eintrittspreise bleiben 2026 stabil, wie es weiter hieß. Ein regulärer Tageseintritt kostet fünf Euro.
Vallendar
Auch das Freizeitbad in Vallendar setzt nach Angaben der Verbandsgemeinde auf ein bewährtes Sicherheitskonzept. Dieses umfasse ein Scannersystem, das sicherstellt, dass sich nicht mehr als 1.600 Badegäste gleichzeitig im Bad aufhalten, teilte die Verbandsgemeinde mit. So könne das Aufsichtspersonal den Überblick behalten und auch an stark frequentierten Tagen für einen geordneten Betrieb sorgen. Eine Einzelkarte kostet regulär sieben Euro.
Ludwigshafen
Das Freibad am Willersinnweiher in Ludwigshafen setzt nach Angaben der Stadt seit Jahren auf einen privaten Sicherheitsdienst. Dieser werde je nach Wetterlage und erwartetem Besucheraufkommen flexibel eingesetzt, teilte die Stadt mit. Die Kosten für den Sicherheitsdienst hätten im Zeitraum von Juni bis September im Jahr 2024 rund 12.700 Euro und 2025 rund 19.000 Euro betragen.
Die Eintrittspreise bleiben 2026 unverändert, eine Anpassung erfolgte zuletzt zum 1. Januar 2025, wie die Stadt mitteilte. Preiserhöhungen seien vor allem auf höhere Energie- und Personalkosten zurückzuführen. Das Freibad öffnet wieder ab dem 21. Mai.
Von Alina Grünky, dpa
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