Großeinsatz in der Nähe des Rotenfels an der Nahe: In einem schwer zugänglichen Waldstück im Kreis Bad Kreuznach brennt es in einem mit Munition belasteten Gebiet. Sicherheitshalber wurde der nahe Ort Traisen komplett geräumt, insgesamt sind rund 650 Menschen betroffen, wie der Kreis mitteilte. Die Feuerwehr versucht, mit einem Großaufgebot ein weiteres Ausbreiten der Flammen zu verhindern.
Ausgebrochen war der Waldbrand laut Kreis am Samstagnachmittag an einem Steilhang. Das Problem: In dem Gebiet liegen Kampfmittel, deswegen können Teile des Gebiets nicht betreten, die Flammen nicht direkt bekämpft werden.
Am späten Samstagabend wurden erst einzelne Gebäude in unmittelbarer Nähe zu dem Waldbrand geräumt, in der Nacht auf Sonntag entschieden die Einsatzkräfte, mehrere Straßen im nördlichen Teil Traisens zu räumen. Menschen mussten bis 2.00 Uhr in der Nacht Gebäude in einem Radius von einem Kilometer um den Brand verlassen.
Halle als Notunterkunft - Vermittlung von Hotelzimmern
Im Verlauf des Sonntags dehnte sich der Brand in einem schwer zugänglichen Waldgebiet mit steilen Hängen auf eine Fläche von rund drei Hektar aus. Die Folge war die komplette Räumung des Ortes.
Die Menschen konnten in der Birkenberghalle in Roxheim unterkommen. Der Kreis bot älteren oder kranken Menschen sowie Müttern mit Kindern unter drei Jahren an, sich zu melden, damit Hotelzimmer vermittelt werden können.
«Das Wetter spielt uns nicht in die Karten», sagte Jörg Dindorf, Leiter Team Medien Katastrophenschutz des Kreises Bad Kreuznach. Es sei weiter heiß und trocken, zudem wehe Wind. Auch ein Gewitter mit kurzem Regen würde nur wenig helfen, hieß es von Seiten der Einsatzkräfte - und Dauerregen sei nicht in Sicht.
Kreis erwartet längere Evakuierung
Der Kreis riet Anwohnern, den Bereich weiträumig zu meiden und Anweisungen der Einsatzkräfte Folge zu leisten. Es bestehe derzeit aber keine Gefahr für «Hab und Gut». Die Bevölkerung wurde explizit gebeten, sich auf eine längere Evakuierung einzurichten und Medikamente und Haustiere mitzunehmen.
Immer wieder gab es in dem Areal Explosionen. Das heutige Naturschutzgebiet sei früher eine Entsorgungsfläche für Munition gewesen, erklärte Dirdorf. Entsprechend war auch der Kampfmittelräumdienst vor Ort. Der entschied sich für die Einrichtung einer Sperrzone um den Brand, die auch in die Luft ragt und einen Einsatz von Löschhubschraubern unmöglich machte.
Mit Schneisen und mit Wassersprengern wird versucht, den Brand zumindest in Grenzen zu halten. Dafür wurden etwa Bäume entwurzelt oder Baumkronen über Forstwegen gelichtet. Landesforsten Rheinland-Pfalz war unter anderem mit Holzerntemaschinen, sogenannten Harvestern, vor Ort.
Funkturm im Fokus
In dem Sperrgebiet steht auch ein Funkturm, der laut Landrätin Bettina Dickes (CDU) unter anderem für den Funkverkehr des Katastrophenschutzes wichtig ist. Für den Fall eines Ausfalls des Turms sollte ein Ersatzmast bereitgestellt werden.
Der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur (BKI) des Landkreises, Alexander Roßkopf, sagte, aktuell sei der Fernsehturm zwar nicht gefährdet. Das könne sich im Verlauf des Einsatzes, der noch mehrere Tage dauern werde, aber ändern. Es sei eine Vorsichtsmaßnahme.
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