Der Befehlshaber der US-Landstreitkräfte in Europa und Afrika, General Christopher Donahue, hat nach nur 18 Monaten seinen Posten in Wiesbaden verlassen. In Hessens Landeshauptstadt übergab er begleitet von 17 Salutschüssen und dem Applaus mehrerer hundert Soldaten das Kommando vorerst an seinen Stellvertreter Christopher R. Norrie. Dieser sagte bei der Zeremonie im Freien neben vielen Fahnen: «Wir werden Sie vermissen. Wir können Ihnen niemals genug danken.»
Ein offizieller Nachfolger Donahues ist noch nicht bekannt. Der 56-Jährige ist hoch angesehen; 2021 verließ er als letzter US-Soldat Afghanistan. Nun gilt er als jüngstes Beispiel für ranghohe Militärs, die von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth geschasst wurden - teils ohne Begründung.
Seit Hegseths Amtsantritt bereits mehrere Spitzenmilitärs entlassen
Der Abgang sei direkt vom Pentagon-Chef, der sich als Kriegsminister bezeichnet, veranlasst worden, berichten mehrere US-Medien unter Berufung auf US-Beamte. Der Personalwechsel wird vom Pentagon demnach als Teil von Hegseths Umbau der militärischen Führung dargestellt.
Donahue galt als einer der angesehensten Generäle des US-Heeres und wurde den Berichten zufolge als aussichtsreicher Kandidat etwa für die Führung des US-Heeres gehandelt. Seit Hegseths Amtsantritt wurden bereits zahlreiche Spitzenmilitärs entlassen oder zum Rückzug gedrängt.
Von Estland nach Wiesbaden
Einen öffentlichen Auftritt hatte Donahue auch noch zuvor am Dienstag in Estland absolviert. Dort wurde ein neues taktisches Hauptquartier für den Schutz der Nato-Ostflanke aus der Taufe gehoben.
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