In diesem Jahr dreht sich in der alten Römerstadt Trier viel um antike Bauten (Archivbild)
Birgit Reichert/dpa
In diesem Jahr dreht sich in der alten Römerstadt Trier viel um antike Bauten (Archivbild)
Römer

Trier war Weltstadt - Wie die Römercity ihr Welterbe feiert

Mehr als nur eine Römerstadt: Trier war Kaiserresidenz und Sitz des weströmischen Reiches. Welches Jubiläum die älteste Stadt Deutschlands jetzt begeht.

Es ist zwar lange her - aber einst war Trier eine Weltstadt. Römische Kaiser residierten hier und ließen Prunkvolles bauen. Es gab reichlich römisches Leben beim Baden in Thermen und Gladiatorenkämpfen im Amphitheater. Bis zu 80.000 Menschen lebten in der größten Stadt nördlich der Alpen, die Ende des dritten Jahrhunderts sogar zur Hauptstadt des Weströmischen Reiches wurde. 

«Von hier aus wurde auch Weltpolitik gemacht», sagt der Historiker und Archäologe Karl-Uwe Mahler, der als wissenschaftlicher Referent der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz für Triers Römerbauten zuständig ist. Das römische Erbe in Trier sei bundesweit einmalig, da «Treveris» eine kaiserliche Residenzstadt gewesen sei. «Das sieht man an den Bauwerken.» Trier gilt als die älteste Stadt Deutschlands.

Dieses Jahr stehen die antiken Monumente besonders im Fokus: Vor 40 Jahren erfolgte die Ernennung zum Unesco-Welterbe «Römische Denkmale, Dom St. Peter und Liebfrauenkirche in Trier». Mahler: «Die Dichte und die Qualität der erhaltenen Denkmale machen das Besondere des Welterbes in Trier aus.»

Welche Bauwerke gehören dazu?

Insgesamt neun: Als römische Bauwerke sind dies Porta Nigra, Konstantin-Basilika, Kaiserthermen, Barbarathermen, Amphitheater, Römerbrücke und Igeler Säule. Hinzu kommen der Trierer Dom und die Liebfrauenkirche, die auf römischem Fundament entstanden sind. 

Jedes Monument ist was Besonders. Die Römerbrücke ist die älteste Brücke Deutschlands und heute noch in Gebrauch. Die Barbarathermen aus dem zweiten Jahrhundert waren so groß wie sechs Fußballfelder - und zur Zeit ihrer Errichtung die zweitgrößte Badeanlage des gesamten Römischen Reiches. 

Die Porta Nigra aus 7.200 Steinquadern ist eins von fünf Stadttoren der römischen Stadt, das zu einer 6,4 Kilometer langen Stadtmauer gehörte. Und im Amphitheater hatten bis zu 18.000 Menschen Platz.

Interessant an den Hinterlassenschaften ist: «Man kann die verschiedenen Lebensbereiche der Stadt an den einzelnen Bauten ablesen», sagt Mahler. Sprich: Römerbrücke für Infrastruktur, Porta Nigra für Befestigung, Erholung und Hygiene in Thermenanlagen und Spiele im Amphitheater.

Wie werden 40 Jahre Unesco-Welterbe gefeiert?

Mit einem bunten und üppigen Programm, das sich über das Jahr erstrecke, sagt Projektleiter Thomas Martin. Los geht es am 31. Januar mit einer Lichtkunstinstallation in der Konstantin-Basilika, die einst Kaiser Konstantin als Thronsaal bauen ließ. Lichtdesigner Manfred «Ollie» Olma nehme Besucher mit Lasertechnik auf eine visuelle Zeitreise der Welterbemonumente. 

«Man sieht, wie die Bauten im Laufe der Zeit ihr Gesicht verändern», sagt Martin, stellvertretender Leiter des Zentrums der Antike. Bis zum 8. Februar werde die Inszenierung jeden Abend zu sehen sein. 

Weitere Highlights in den antiken Stätten: Das Amphitheater wird im Juli zur Bühne für große Konzerte unter anderem mit Sängerin Katie Melua oder der Band Fury in the Slaughterhouse. 

«Römer-Leben» erleben kann man immer am ersten Wochenende von Mai bis September in den Kaiserthermen und im Amphitheater, sagt Martin. Mal gehe es um Gladiatoren, mal um römisches Handwerk. Zudem könne man Dinge über römische Reiterei lernen oder in der antiken Küche in die Kochtöpfe schauen.

Bundesweit gibt es 55 Unesco-Welterbestätten. Sieben davon liegen in Rheinland-Pfalz. Neben dem Römischen Trier zählt dazu der Dom zu Speyer, der Obergermanisch-Raetische und der Niedergermanische Limes, das Obere Mittelrheintal und die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz sowie die europäische Bäderkultur mit Bad Ems. Trier bekam im November 1986 die siebte Welterbestätte-Ernennung in Deutschland.

Was gibt es noch zu erforschen?

Aktuell laufe ein Projekt mit der Heidelberger Universität, um einen hochauflösenden «digitalen Zwilling» der Barbarathermen zu erstellen, sagt Mahler. Dieser helfe zu sehen, wie sich der Zustand des Welterbes verändere. In diesem oder nächsten Jahr erscheine zudem eine neue Publikation zur Baudokumentation der Porta Nigra. 

Und offene Fragen gebe es weiter: «Wir wissen, dass es im römischen Trier einen Circus - eine große Rennbahn - gab», sagt Mahler. «Wir wissen aber nicht, wo genau, weil wir ihn archäologisch noch nicht vollkommen sicher belegt haben.» 

Wieso wird die Porta Nigra gerade jetzt saniert?

«Die Sanierung hat Vorrang und sollte auch nicht durch ein Jubiläumsjahr ausgebremst oder verzögert werden», sagt der Saarländer Martin. Letztlich dienten die Arbeiten dem Erhalt der Monumente für die Nachwelt. Ab Februar soll die Südfassade des Tors restauriert und von Verschmutzungen aus der Umwelt befreit werden. Die Arbeiten dauern bis Ende 2027.

Von Birgit Reichert, dpa
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